Wagemutiges Experiment

iPad-Tageszeitung „The Daily“ wird eingestellt

Nach knapp zwei Jahren erscheint am 15. Dezember die letzte Ausgabe der ersten iPad-exklusiven Tageszeitung „The Daily“. Grund für den Stopp sind die Gewinne, die laut News Corp deutlich hinter den Erwartungen zurückgeblieben sind.

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Das „mutige Experiment“ und „erstaunliche Motor für Innovation“ habe laut News Corps CEO Rupert Murdoch keine ausreichende Leserschaft gefunden. Die Erfahrungen mit The Daily sollen künftig in andere Medien, darunter die New York Post, des News Corps Konzerns einfließen.

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Zugegeben, ich bin kein iPad-Nutzer und folglich nie ein Abonnent jener Postille gewesen.

Aber ich bin immer wieder überrascht zu lesen, dass Unternehmungen eingestellt werden, die, wenn man den Text jenes Artikels hier wörtlich nimmt, Gewinne gemacht haben: "Grund für den Stopp sind die Gewinne,…".

Nur halt wohl nicht solcherart, wie sie versprochen, erwartet oder erhofft waren.

Vorsichtshalber nachgefragt: Hat diese Elektrogazette nun Gewinne gemacht, sich also nach Abzug aller Kosten und Rücklagen für Reinvestitionen selber getragen? Oder war sie ein Verlustgeschäft? Dann aber dürfte man ja nicht von Gewinnen schreiben, weil es keine gegeben hätte.

[...]Grund für den Stopp sind die Gewinne, die laut News Corp >>>deutlich hinter den Erwartungen zurückgeblieben sind.<<<[...]
Laut dem Artikel haben sie welche gemacht. Nur nicht in der erhofften Größe.

In der Wirtschaft gibt es einen Unterschied zwischen "Gewinn machen" und "rentabel sein". Nur weil man Gewinn macht, heißt das noch lange nicht, dass man auch rentabel ist. Beispiel: Angenommen jemand investiert 100€ in ein Projekt, und bekommt nach einem Jahr 105€ wieder. Dann hat er also 5€ Gewinn gemacht (oder im BWL Jargon: Die Eigenkapitalverzinsung beträgt 5%). Wenn er nun allerdings dafür ein Angebot ausgeschlagen hat, bei dem er 107€ Gewinn gemacht hätte (Verzinsung: 7%), dann war das Geschäft nicht rentabel. Noch schlimmer wird es, wenn er für das Projekt Fremdkapital verwendet hat (zumindest teilweise). Dann muss er ja von seinem Gewinn auch noch die Fremdkapitalzinsen bezahlen. Und diese können durchaus höher als der Gewinn ausfallen, oder zumindest so hoch, das die Eigenkapitalverzinsung unter die Rentabilitätsschwelle fällt.

Danke für die Erläuterung.

Allerdings verstehe ich unter 'Gewinn' das was übrigbleibt, wenn _alle_ über eine definierten Zeitraum anfallenden Kostenfaktoren abgegolten sind, also einschließlich der Begleichung irgendwelcher Zinsdienste für diesen Zeitraum.

Nachgerade irre wird die Welt der BWL aber, wenn ein Geschäft mit realen 5% Gewinn gegen ein anderes nichtausgeführtes mit nur hypothetischen und damit virtuellen 7% Gewinn verglichen wird.

Die schon bundeskanzlerinnenamtlich zitierte sprichwörtliche schwäbische Hausfrau hätte noch gesagt, dass ein Spatz in der Hand besser sei, als die Taube auf dem Dach.

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