Leistungsfähiger Drum-(Re-)Sampler

Test: FXpansion Geist

Als innovative Adaption des klassischen Groovebox-Konzepts avancierte FXpansions GURU in den letzten Jahren zum Plug-in-Klassiker. Das neue Produkt der Londoner Kreativschmiede erklimmt nun die nächste Evolutionsstufe der virtuellen Drum-Maschinen. Willkommen zur Geisterstunde!Geist vereint eine Sample-basierte Drum-Maschine sowie einen Groove-Sequenzer. Die Beat-Produktionsumgebung lässt sich sowohl als Plug-in als auch unabhängig betreiben und bietet sich somit nicht nur für den Studio-, sondern auch für den Bühneneinsatz an.

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Konzept

Bereits die Grundstruktur von Geist erinnert an GURU: So gestattet das Beat-Produktionswerkzeug den Zugriff auf acht sogenannte Engines mit jeweils 16 Pads und 24 Sequenzer-Patterns. Wie man es von Hardware-Grooveboxen kennt, kann man den Pads Samples zuweisen, wobei jedes Pad bis zu acht Sample-Layer bietet. Neben dem Schichten von Samples für druckvolle Drums erlaubt diese Funktion einen von der Anschlagstärke abhängigen, rotierenden oder zufälligen Wechsel zwischen verschiedenen Samples. Da jedes Layer eigene Lautstärke-, Panorama-, Stimmungs-, Filter- und Hüllkurvenparameter sowie eine Timestretch-/Pitchshift-Funktion besitzt, lassen sich bereits mit nur einem Sample lebendige Klangvariationen erzielen.

Auch effektseitig zeigt sich Geist flexibel: Jedes Layer und Pad sowie jede Engine haben eine eigene Mixer-Seite, auf der jeweils sechs Eingangseffekte geladen werden können. Außerdem ist eine globale Effektsektion für den Ausgangskanal und die Aux-Busse vorhanden. Insgesamt stehen über dreißig hochwertige Effekttypen, darunter Filter und Equalizer, Dynamikprozessoren, Verzerrer, Modulationseffekte, ein Ringmodulator, Exoten wie Frequenz-Shifter und Granulareffekt plus fünf Halltypen aus dem Overloud Breverb zur Auswahl.

Samples und Loops

Effiziente Werkzeuge zur Sample-Bearbeitung sind bei einem zeitgemäßen Drum-Sampler Pflicht. Auch in dieser Hinsicht leistet sich FXpansions Neuer keine Schwäche. Während viele Drum-Sampler gar nicht selbst samplen können, verfügt Geist über komfortable Sampling- und Resampling-Funktionen. Dabei ist es ein Kinderspiel, exakte Loops aufzunehmen und diese in den Slicer zu schicken. Das Zerschneiden von Loops und Breaks und Mappen der einzelnen Slices auf Pads geht mit nur einem Mausklick von der Hand. Bemerkenswert ist zudem das intelligente Klassifizierungssystem, das hilft, in wenigen Sekunden fertige Drumkits aus Loops zu erstellen.

Geistreicher Inhalt

In bester FXpansion-Qualität präsentiert sich die zwei Gigabyte große Klangbibliothek, die mit druckvollen Einzel-Drums, Loops und Presets eine Vielzahl elektronischer Stilrichtungen abdeckt. Enthalten sind auch Sounds erfolgreicher Produzenten wie Armin van Buuren, Groove Criminals und Portion Control. Erfreulicherweise bietet Geist ebenfalls die Möglichkeit, Presets, Kits und Patterns aus GURU ab Version 1.5 zu laden. Mit einer unbeschränkten, globalen Undo-/Redo- sowie einer flexiblen MIDI-Lernfunktion und dem komfortablen Browser kommt bei diesem Kreativwerkzeug auch der Bedienkomfort nicht zu kurz. Leider lassen sich die Bedienoberfläche und der Browser bisher noch nicht skalieren.

Der Geist in der Maschine

Das kreative Herz der virtuellen Groovebox stellt sein mächtiger Step-Sequenzer dar, der für jedes Pad eine eigene Spur bietet. Das Programmieren eigener Sequenzen geht dank einer geradlinigen und durchdachten Bedienung intuitiv vonstatten. Verschiedene Klangparameter wie die Anschlagstärke, Stimmung und Panoramaposition, die Anzahl der Wiederholungen und der Sample-Startpunkt, Filterparameter sowie die Pad-Effekte können mit dem Sequenzer gesteuert werden. Ferner lassen sich einzelne Schritte rückwärts abspielen oder zeitlich versetzen. Praktischerweise können die MIDI-Daten des Sequenzers direkt in den Host exportiert werden. Überdies lassen sich alle Beat-Kreationen auf einfache Weise in Audiodateien konvertieren und bei Bedarf in Geist weiterbearbeiten. Da die Standalone- und VST-Version dieses Beat-Monsters auch über einen MIDI-Ausgang verfügt, ist es sogar möglich, andere Klangerzeuger mit dem Sequenzer anzusteuern. Äußerst nützlich für den Live-Betrieb ist die Möglichkeit, bis zu 60 Schnappschüsse des aktuellen Patterns für alle acht Engines zu speichern. Diese lassen sich wahlweise via MIDI oder im Songmodus antriggern, der ein leistungsstarkes Werkzeug zur Programmierung oder Aufnahme vielschichtiger, sich entwickelnder Arrangements darstellt.

Fazit

Mit seiner neuen virtuellen Groovebox hat FXpansion in der Tat ein Geist-reiches Kreativwerkzeug vorgelegt: So zeigt sich das Plug-in bis ins kleinste Detail durchdacht und „be-Geist-ert“ trotz einer enormen Komplexität mit einem bemerkenswert hohen Bedienkomfort und innovativen Ausstattungsmerkmalen. Als Allzweckwaffe für das Beat-Design, erlaubt Geist äußerst vielschichtige und lebendige Grooves mit spielerischer Leichtigkeit zu programmieren. In Verbindung mit dem richtigen MIDI-Controller macht er auch als leistungsfähiger Live-Sampler eine hervorragende Figur. Gespenstisch gut!

Testergebnis
ProduktnameGeist
HerstellerFXpansion
Vertrieb: tomeso.de
Preis222 €
Webseitefxpansion.com
Pro
  • immenses Kreativpotenzial
  • umfangreiche Sampling-Funktionen
  • leistungsfähiger Step-Sequenzer
  • hervorragende Effekte
  • live-taugliche Bedienung
  • ausgezeichnete Klangbibliothek
Contra
  • Bedienoberfläche nicht skalierbar
Bewertung
1
sehr gut
 

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