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Hocherwertiges Channel-Strip-Plug-in

Test: iZotope Alloy

Im Bereich Mastering ist das Produkt Ozone in der aktuellen Version 4 eine vertraute und bewährte Größe, die von vielen Produzenten geschätzt wird. Oftmals unterliegt der begeisterte Anwender des Plug-ins jedoch der Versuchung, dieses nicht nur für Mastering, sondern bereits bei der Abmischung für einzelne Kanäle oder Gruppen zu nutzen.

Da dieser Einsatz jedoch andere Anforderungen an die Software stellt, reagierte iZotope mit einem neuen Plug-in namens Alloy, das zwar auf der Technologie seines großen Bruders basiert, jedoch expliziert für den Einsatz auf Einzelspuren optimiert wurde.

Konzept

Alloy knüpft an das etablierte und bereits aus Ozone bekannte Konzept mehrerer Module in einem Plug-in an, die sich beliebig in Reihe verschalten lassen. Die Module Equalizer, Exciter, Dynamics und Limiter basieren auf ihren Ozone-Äquivalenten, wurden aber für ihr neues Einsatzgebiet technisch angepasst. Neu hinzu gekommen sind dagegen die beiden Module De-Esser und Transient.

Module

Das Equalizer-Modul bietet bis zu acht Bänder mit Glocken-, Kuhschwanz- und Filter-Charakteristik und lässt sich analog dem Ozone-Equalizer bedienen. Der Algorithmus soll analogen Equalizer-Vorbildern nahe kommen, übertrifft aber in jedem Fall die Qualität der meisten DAW-Equalizer. Der integrierte Analyzer bietet eine optische Unterstützung für die Frequenzbearbeitung. Das wirklich gut klingende Exciter-Modul kann wahlweise in der Single- oder Multiband-Betriebsart genutzt werden. Pro Band lässt sich auf ein X-Y-Pad zurückgreifen, um den Exciter-Typ und die Anzahl der Obertöne zu steuern. Diese Funktion bietet Ozone nicht. Schön ist auch die Anzeige von Modell (Transistor, Tape, Tube, Warm oder Bright) und die Anzahl der Harmonischen, die gerade erzeugt werden. Diese Parameter interagieren mit den altbekannten Drive- und Mix-Reglern, um den Gesamteffekt anzupassen.

Der Limiter ist leicht zu bedienen und bietet sowohl einen Brickwall- als auch einen Soft-Modus. Stärkere Eingriffsmöglichkeiten bietet konzeptbedingt das große Dynamics-Modul, das wiederum über zwei eigene Blöcke verfügt, die sich sowohl seriell als auch parallel in die Signalkette einfügen. Beide Dynamics-Module können individuell im Single- oder Multiband-Modus mit bis zu drei Bändern betreiben werden. Pro Band wird sowohl ein Gate/Expander als auch ein Kompressor geboten, der neben den gängigen Parametern eine Umschaltfunktion zwischen Vintage und Digital bietet.

Das neue Transient-Modul wurde entwickelt, um den Charakter perkussiver Klänge formbar zu machen. Hiermit lassen sich beispielsweise Schlagzeug- oder Gitarrenklänge bearbeiten. Neben dem Betonen oder Weichzeichnen von Transienten oder dem Verkürzen und Verlängern von Sustain-Lautstärken fängt der Spaß beim Multiband-Modus erst richtig an: Im Handumdrehen können beispielsweise in einem Drumloop die Transienten von Bass- und Snare-Drum unabhängig voneinander bearbeitet werden. Der De-Esser hat die Aufgabe, störende Zischlaute bei Stimmen oder andere störende Obertöne, beispielsweise bei Crash-Becken oder Gitarren zu entschärfen.

Praxis

Schon nach kurzer Beschäftigung mit dem Plug-in offenbaren sich umfangreiche Klangformungsmöglichkeiten. Um jedoch tiefer einzusteigen, ist eine intensive Auseinandersetzung mit den zahlreichen Alloy-Funktionen notwendig, handelt es sich bei dem Produkt doch um eine Sammlung aus sechs Plug-ins. Möchte man hingegen zügig zu Ergebnissen gelangen, stehen ein Preset-Manager und ein Macro-Control-System zur Verfügung. Diese beiden Hilfsmittel haben bereits bei Ozone überzeugt und ermöglichen einen sehr intuitiven Umgang mit der Software. Die nach Anwendungsgebiet sortierten und in großer Zahl vorliegenden Presets bieten ausgezeichnete Ausgangspunkte für eigene Anpassungen.

Klanglich überzeugen alle Module mit durchweg guten bis sehr guten Leistungen. Als einzigen kleinen Wermutstropfen könnte man die hohe CPU-Last ansehen, die ganz natürlich entsteht, wenn man diverse Kanäle mit dem Alloy-Plug-in versieht und häufig im Multiband-Modus arbeitet.

Fazit

Alloy überzeugt mit einer logischen Zusammenstellung hochwertiger Module, die sich hervorragend zur dezenten bis intensiven Klangbearbeitung eignen. Sowohl Preset-Anwender als auch Parameter-Schrauber kommen auf ihre Kosten. Natürlich hat Klangqualität ihren CPU-Preis. Daher empfehlen wir den Einsatz des Plug-ins auf den drei bis fünf wichtigsten Spuren oder Gruppen einer Produktion. Diese erlangen durch Alloy eine definitive Aufwertung.

Testergebnis
ProduktnameAlloy
HerstelleriZotope
Preis258 €
Webseiteizotope.com
Pro
  • Sammlung sehr hochwertiger Plug-ins
  • flexibles Routing
  • zahlreiche Einsatzmöglichkeiten
Contra
  • hohe CPU-Last
Bewertung
1.5
sehr gut
 

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