ausreichend (3.0)
G3/4 mit 333 MHz, 256 MB RAM, Mac OS 10.3, Auflösung von 1024x768
Spiele aus den Entwicklerstudios von Sports Interactive haben bereits in der Vergangenheit die Mac-Spielergemeinde gespalten. Für die Einen waren Championship Manager und Meistertrainer Ikonen, die unglaublichen Detailgrad boten, für die Anderen lediglich technisch hoffnungslos veraltete Flops.
Anders als die Vorgänger, die sich dem runden Leder widmeten, wartet hier das Universum der Eishockey-Cracks auf schlitterfreudige Fans. Simuliert werden die Fähigkeiten eines jeden Eishockeyklubs dieser Welt, wobei man die Geschicke von Vereinen aus rund 20 Ligen in die eigenen Hände nehmen kann. Leider stehen im Hauptmenü weder ein Tutorial noch ein variabler Schwierigkeitsgrad zur Wahl, so dass man sich gleich ins volle Spielgeschehen stürzen muss.
Zweites Drittel
Überwältigend wirkt zu Spielbeginn die Detailfülle, welche der NHL Eastside Hockey Manager dem unbedarften Spieler entgegen schleudert. So bietet das Spiel zu jedem einzelnen Spieler eine Vielzahl von Screens, die Aufschluss über sein potenzielles und tatsächliches Leistungsvermögen geben. Hieraus gilt es dann die richtigen Zusammenstellungen für seine Sturm- und Abwehrreihen zu finden. Ist der aktuelle Kader dann doch nicht stark genug, um mit der Konkurrenz mitzuhalten, kann man die eigenen Kufen-Cracks ins Trainingslager schicken oder auf dem Transfermarkt tätig werden, Talentscouts aussenden, um sich weltweit nach geeignetem Nachwuchs umzusehen oder abgehalfterten Profis eine zweite Chance geben. Natürlich müssen dann noch Verträge ausgehandelt werden, die auch vom Vereinsvorstand mitgetragen werden. Und läuft dann doch alles immer noch schief, kann man den Trainer zum Sündenbock machen und Entlassen, um den Vorstand zu beruhigen. Außerdem bietet das Spiel die Möglichkeit, eine Multiplayer-Liga mit aufzubauen.
Letztes Drittel
Leider hat sich seit Zeiten des Meistertrainers auch in Sachen Spieldarstellung nicht viel zum Besseren verändert. Das Geschehen rund um den kleinen Puck wird auf einer Miniaturansicht der Eisfläche dargestellt, auf der sich kleine Kreise – sprich die eigenen Spieler – hektisch hin und her bewegen. Ein geschriebener Kommentar erläutert dazu das Spielgeschehen. Erschwerend kommt hinzu, dass dies zudem als „Stummfilm“ abläuft. Ein Feeling, wie in einer Eishockeyarena üblich, will beim besten Willen gar nicht erst aufkommen. Wollen wir hoffen, dass die Programmierer ihrer Tastatur doch noch ein paar Hammondorgel-Töne entlocken können, bevor das Spiel in die Produktion geht. Unsere Testversion verzichtete leider auf stimmungsvolle Klangorgien. Ein rabiater Crosscheck gegen den unbedarften Spieler ist die Menüführung. Ohne intensives Studium des Handbuches wird sich der Management-Neuling hoffnungslos in den Wirren der zahllosen Menüs und Untermenüs verirren.
Kommentar:
Ohne Zweifel: Der NHL Eastside Hockey Manager ist mit Abstand die detaillierteste Sportmanagement-Simulation, die der Mac je gesehen hat. Außer der genauen Schuhgröße der Kufenartisten erfährt man so ziemlich alles über die Spieler und ihre Vor- und Nachteile. Die Spieltiefe beschränkt sich nicht nur auf den sportlichen Aspekt, sondern zieht den geschäftlichen Teil – sprich Transfers, College Draft, Vertragsverhandlungen, Sponsorschaften etc. – voll mit ein. Kurzum: Eigentlich hätte der NHL-Manager eine Referenz in Sachen Sportmanagement werden können. Dass er das nicht ist, liegt nicht nur an der mehr als veralteten Optik des Spiels. Etwas mehr als ein paar wild über den Screen huschende Kreise hätten es schon sein dürfen. Auf die Strafbank werden die Entwickler vor allem für die Gestaltung der Oberfläche gesteckt. Selbst nach einigen Stunden Spielzeit klickt man sich noch immer etwas hilflos durch zahllose Untermenüs. Ein Fall für Hardcorefans.
Thomas Steiding
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