gut (4.5)
Mac OS 10.4.10, G4/5 mit min. 1.25GHz, 512MB RAM, 64MB-Grafikkarte
USK: ab 16 JahreDem Philipp getauften Protagonisten von Penumbra haben die schwedischen Entwickler kein leichtes Los auferlegt. Erst kommt seine Mutter unter mysteriösen Umständen ums Leben, dann fällt ihm auch noch ein Schriftstück des totgeglaubten Vaters in die Hände, das aber seine Neugierde weckt. Philipp kann nicht widerstehen und macht sich auf nach Grönland, wo er unerwartet in der Einöde in einen Schneesturm gerät. Nur knapp kann er sich durch eine metallene Luke in eine unterirdische Anlage retten. Tja, dumm nur, dass er dabei vom Regen in die Traufe kam, denn in dieser unterirdischen Anlage gehen ganz seltsame Dinge vor sich.
Action oder Adventure?
Da sitzt der Spieler nun in der Dunkelheit. Unheimliche Geräusche dringen aus dem Dunkel an das Ohr und gestatten der Fantasie auf eine Reise zu gehen, die man lieber nie angetreten wäre. Penumbra versetzt den Spieler in die Ego Perspektive und gesteuert wird ähnlich wie bei den Shootern mit einer Kombination aus Maus und den WASD Tasten. Dazu kommen noch Tasten für das Inventar und die „R“-Taste, mit der man in den Interaktionsmodus wechseln kann. Die 3D-Welt ist frei schwenk- und drehbar, aber leider etwas detailarm. Natürlich müsst ihr in Penumbra euch das eine oder andere Mal eurer Haut erwehren, aber eigentlich will das Spiel ein Adventure sein, bei dem der Spieler mit Logik die Rätsel knacken und die Hindernisse umgehen sollte.
Aber der Spagat zwischen beiden Genres bekommt dem Spiel nicht immer gut. Das liegt vor allem an der etwas ungenauen Steuerung, die einige Aufgaben eher zu einer Geduldsprobe für den Spieler werden lassen. So ist es nicht immer möglich, ein Objekt punktgenau zu greifen oder abzulegen, was schon mal zu einem Hänger in der Motivation führen kann. Natürlich stellen dabei vor allem die Kämpfe ein Problem dar, denn leider kämpft man hier des öfteren verzweifelter mit Tastatur und Maus als mit den mutierten Gestalten auf dem Schirm.
Gruselige Atmosphäre
Wo Penumbra ganz klar zu Punkten weiss, ist die Atmosphäre. Vor allem wenn man in der Stille sitzt und den unheimlichen Geräuschen lauscht, die mal näher mal ferner zu sein scheinen, fühlt man sich unweigerlich in das Spiel hinein gezogen. Da ich bei den Kämpfen zu oft den Kürzeren zog, probiere ich es mit dem Schleichen. Obschon die Grafik keineswegs an den aktuellen Grafikstandard heran reichen kann und insgesamt eher trist wirkt, schaffen es die raffinierten Licht-Schatten-Effekte im Zusammenspiel mit dem Sound, die Gruselatmosphäre und meinen Adrenalinspiegel in unnatürliche Höhen zu treiben.
Ich ertappe mich dabei, dass ich eigentlich gar nicht so genau wissen will, was da in der Dunkelheit an mir vorbei knurrt und ducke mich unwillkürlich tiefer, wenn ich das Gefühl habe, noch näher am Unheil dran zu sein. Manche Türe lasse ich lieber verschlossen, weil man nie weiss, was für ein mutiertes Höllenvieh sich auf der anderen Seite verbirgt. Die zu lösenden Rätsel sind meist einfacher Natur und nicht mit Kopfnüssen vom Schlage Myst oder Rhem zu vergleichen. Dank der frei wählbaren Schwierigkeitsgrade können viele der, dank der Steuerung, unfairen Kämpfen mit etwas Übung doch gemeistert werden.
Fazit:
Mit „Penumbra – Overture“ ist den schwedischen Neulingen ein guter Einstand in die Branche gelungen. Das Spiel bietet eine extrem dichte Atmosphäre und weiss den Spieler vor den Schirm zu bannen, denn man will unweigerlich wissen, wie das ganze weitergehen wird. Die etwas düstere und detailarme Grafik fällt nicht allzu tragisch ins Gewicht. Schade ist aber, dass das Zielpublikum über den Spielinhalt sicherlich geteilter Meinung sein wird. Klassischen Adventuristen gibt es bei Penumbra sicher viel zu viel hektische Action und Kampf. Wohingegen den Actionbegeisterten die klassischen Rätsel sicher sauer aufstossen werden. Wem beides gefällt und wer zudem der englischen Sprache mächtig ist, erhält mit Penumbra ein recht gutes Spiel zu einem fairen Preis.
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