befriedigend (4.0)
Mac OS X 10.3.9, G4/5 oder Intel-Chipsatz mit mindestens 1,0 GHz, 256 MByte RAM, Grafikkarte mit 32 MB VRAM
USK: ab 12 JahreFriedliebende Menschen würden sich durch sie in blutdürstige Zombies verwandeln, die jederzeit das spielerisch Erlebte in Realität umsetzen wollten – fragt sich, von was diese Nebelkerze die Öffentlichkeit wirklich ablenken soll. Da erscheint es fast, als wollten die US-amerikanischen Newcomer Impact Games mit ihrem ersten Projekt eine Lanze für das Medium Computerspiel brechen. Getarnt als rundenbasierendes Strategiespiel, beschäftigt sich das Spiel mit dem Konflikt zwischen Israelis und Palästinensern und vermittelt dabei einiges an Wissenswertem über den Konflikt und dessen Ursprung.
Zwei Seiten
Ziel von „PeaceMaker“ ist es, einen stabilen Frieden zwischen den beiden Völkern zu erreichen, womit man im Spiel der Realität leider um einiges voraus wäre. Auf dem langem Weg dorthin gibt es verschiedene „Milestones“ zu erreichen. Man kann (und sollte!) PeaceMaker sowohl als israelischer Ministerpräsident spielen wie auch als palästinensischer Präsident. Das ganze Spiel läuft im Prinzip auf einer einzigen großen Übersichtskarte des aktuellen Konfliktgebietes ab, die lediglich in einer Stufe zoombar ist. Das Ganze erinnert im ersten Augenblick optisch sehr stark an Civilization, nur dass die Weltkarte weder scrollbar ist noch irgendwelche „nicht entdeckten“ Gebiete enthält. Zudem verfügt der Spieler hier über keinerlei Einheiten, denen man Befehle erteilen könnte. Eingegriffen wird ins Spiel über die Menüsymbole. Hier können Aktionen unter „politischem“, „militärischem“ oder „humanitärem“ Aspekt angeordnet werden. Die Auswirkung der Aktion wird einem dann gleich als Textnachricht oder als kurze Videosequenz angezeigt. Je nach der gewählten Seite hat man mehr oder weniger Handlungsspielraum.
Ein Ziel
Der Erfolg, den man als Staatsoberhaupt mit seinen Anordnungen hat, spiegelt sich im Zustimmungsvotum wider. Als Palästinenserführer etwa wird man nicht nur von den eigenen, sondern ebenso von den israelischen Bürgern und der Weltöffentlichkeit bewertet. Jede Entscheidung hat ihre Auswirkungen. Geht man bei Anschlägen zu sanft gegen die Extremisten im eigenen Lager vor, sinkt das Ansehen außerhalb der Region. Das erschwert die Zusammenarbeit und Unterstützung durch ausländische Partner wie EU oder UNO. Das wiederum hat zur Folge, dass die Lebensqualität nicht gesteigert werden kann. Geht man dagegen zu hart vor, erntet man von der Gegenseite zwar Lob, die eigene Bevölkerung jedoch geht deutlich auf Distanz zur eigenen Führung. Im Prinzip muss man sich per „Trial-And-Error“ durch das Spiel manövrieren. Jede Entscheidung will ganz genau überlegt sein, sonst endet unsere Amtsperiode im blutigen Bürgerkrieg und wir gehen unrühmlich in die Historie des Landes ein.
Fazit
Ein wirklich innovatives Spiel, das Strategiespiel und Lernspiel auf wunderbare Weise vereint. Dafür haben sich die Newcomer von Impact Games auf alle Fälle einen Ölzweig verdient. Optisch und klangtechnisch darf man von „PeaceMaker“ allerdings nicht viel erwarten. Das ganze Spiel findet im Prinzip in einem großen Screen statt, und das Geschehen wird nur ab und an von eingespielten Videosequenzen aufgelockert. Trotz der drei Schwierigkeitsgrade fand ich „PeaceMaker“ etwas zu einfach. Das Spiel hat man in wenigen Stunden durchgespielt, und leider war zumindest bei mir der Wunsch noch mal zu spielen nicht sonderlich ausgeprägt. Trotzdem, für Freunde von Strategiespielen, die des Englischen mächtig sind, ist der „PeaceMaker“ auf alle Fälle eine lohnende und zudem relativ preisgünstige Investition.
ANZEIGE



Artikel kommentieren