befriedigend (3.5)
keine
In der Windows-Welt ist es der tägliche Überlebenskampf. Ein Computer muss vor allerlei Schädlingen, die sich fast ausschließlich über das Internet verbreiten, geschützt werden. Die Taktrate der Downloads neuer Virendefinitionen ist extrem kurz. Eine Woche ohne Aktualisierung könnte in verschnupften Hochzeiten das virtuelle Todesurteil bedeuten. Dreimal auf Holz geklopft, von solchen Szenarien blieb die Mac-Gemeinde bisher verschont. Es bleibt zu wünschen, dass es auch in Zukunft keinen Grund zur Sorge gibt. Und so musste schon die eine oder andere lancierte Hiobsbotschaft herhalten, um den Bedarf an Antiviren-Software unter dem Apfel-Völkchen zu wecken.
Gemeinsinn
Norton Antivirus 10 klinkt sich unter Mac OS X 10.4 (Tiger) in das Dashboard und zeigt neben dem Überwachungsstatus Ihres Macs aktuelle Computerschädlinge an. Nicht einer gewissen Komik entbehrt die gähnende Leere in den aktuellen Bedrohungen. Dagegen innere Schadenfreude über jede Neuerscheinung, die wieder einmal Windows tangiert.
Mit der Zeit kommt doch noch etwas Nachdenklichkeit auf. Zwar verschonen bisher die Schadroutinen unser Mac OS X, an der Verbreitung in der Windows-Welt könnten wir aber indirekt mitwirken. So lässt sich der Nutzen eines Antiviren-Programms am Mac nicht ganz von der Hand weisen. Der kritische Blick in den Anhang weiterzuleitender E-Mails ist zwar eine gute und vor allem kostenlose Viren-Sperre, der Mensch jedoch bleibt in seiner äußerlichen Bewertung über Gut und Böse das Sicherheitsrisiko. In gemischten Netzwerken kann deshalb durchaus der Gedanke verschwendet werden, auch den Mac einen Beitrag zur Sicherheit leisten zu lassen. Dem positiven Ansinnen steht ein hoher Preis entgegen. 80 Euro für die Vollversion (Update: 50 Euro) sind kein Pappenstiel. Immerhin geht es um eine Schutzmaßnahme, die der Mac-Nutzer aktuell, rein egoistisch betrachtet, zum Selbstschutz einfach nicht benötigt.
Sicherheitszonen
Mit Ausnahme von Netzvolumen wird jedes gemountete Laufwerk am Mac einer umfangreichen Kontrolle unterzogen. Damit die Prüfungswut von Norton AntiVirus Ihre Nerven nicht zu sehr strapaziert, sind einige Ausnahmen möglich. Dazu zählen z. B. Musik-CDs, Video-DVDs und eigentlich auch der iPod. In unserem kleinen Praxistest startete bei jedem Kontakt via USB-Anschluss trotzdem die Routine. Noch nicht einmal die Aufnahme in die so genannte „Sichere Zone“ verschonte den MP3-Player von weiteren Putzattacken. Erst das Deaktivieren der Option „Alle anderen Volumen“ setzte dem Spuk ein Ende. Um in derart entsicherten Volumen Dateien und Ordner auf Computerschädlinge zu prüfen, können Sie sich jetzt des Finders bedienen. Das Maus-Menü ist um die Auswahl „Norton AntiVirus“ erweitert. Probleme gab es beim Auswerfen von Volumen wie dem iPod oder anderen externen Festplatten. Der erste Anlauf scheiterte grundsätzlich mit der Fehlermeldung, dass das Volumen noch von einem Programm genutzt werde. Erst der zweite Versuch war von Erfolg gekrönt. Das ist nervig und Grund für Nachbesserungen.
Fazit
Die Installation und das Einrichten von Norton AntiVirus 10 für Mac OS X sind denkbar einfach. An dem bisherigen Drumherum hat sich nichts geändert. Das Live-Update hält die Symantec-Software im Ein-Jahres-Abo auf dem neusten Stand. Per Widget können Sie sich aktuelle Informationen über Computerschädlinge in das Dashboard laden. Sicherheitszonen sollen die Überwachung Ihrer Daten auf relevante Bereiche einschränken. Das verkürzt die Scan-Zeiten und spart wertvolle Systemressourcen. Unser Eindruck war allerdings, dass Norton AntiVirus 10 in diesem Punkt noch nicht ganz rund läuft.
Ronald Puhle
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