gut (5.0)
Mac OS X 10.4
Es ist die steigende Zahl der Webdienste, die zu einer inflationären Vermehrung von Passwörtern geführt hat. Ob beim E-Shopping, der Webmail oder einfach bloß für das Herunterladen einer Software – ständig muss ein Benutzerkonto angelegt, ein sicheres Passwort ausgedacht und das Ganze irgendwie gemerkt werden. Hinzu kommen die Seriennummern von Programmen, die vielleicht nicht immer auf dem Mac installiert sind.
Passwortverwalter
1Password ist eine Datenbank für alles, was geheim bleiben soll und die persönliche, elektronische Identität betrifft. Unterschieden wird zwischen den vier Bereichen Web-Formular, Brieftasche, sichere Notizen und Identitäten. In die Web-Formulare kommen Daten wie das Passwort für die Webmail, Fotodienst oder Lesezeichenservice. Um die Formulardaten zu sichern oder einzufügen, integriert sich das Programm in die gängigen Mac-Browser (Safari, Camino, Firefox, OmniWeb).
Doch 1Password kann nicht nur Passwörter auslesen, sondern auch generieren. Wird ein frisches Passwort für eine Neuanmeldung benötigt, hilft die Anwendung mit einem Generator aus. Die Häufigkeit von Zahlen und Symbolen sowie die Länge des Passworts lassen sich festlegen, ein grüner Balken zeigt an, wie sicher das Passwort ist. Dieser Balken ist auch in der Übersicht der gesicherten Web-Formularfelder zu sehen.
Vielseitige Brieftasche
So wie der Inhalt von Brieftaschen heutzutage ein buntes Sammelsurium von Plastikkarten ist, so abwechslungsreich präsentiert sich die entsprechende Kategorie in 1Password. Vom MySQL- und Airport-Extreme-Passwort, bis zu Daten für FTP, iTunes, .Mac und der eigenen Bankverbindung lässt sich einiges eingeben. Zwar gibt es 1Password nur in englischer Sprache, aber es ist auf deutsche Bankdaten vorbereitet. Das virtuelle Portemonnaie wird komplettiert durch den Führerschein, Ausweis und den Jagdschein – schade nur, dass bei einer Polizeikontrolle ein iPhone nicht als Ausweisersatz akzeptiert wird.
iPhone
1Password gehört zu den wenigen Programmen, die iPhone und iPod touch unterstützen. Das liegt natürlich weniger an den Entwicklern, sondern vielmehr an der Entscheidung Apples, die mobilen WiFi-Geräte abzuschotten. Die iPhone-Synchronisierung befördert keine Notizen auf das Gerät, sondern ein Bookmarklet. Dieses Bookmarklet enthält Passwörter für Webformulare, so dass diese Daten nicht jedes Mal neu eingegeben werden müssen – ein Ärgernis beim mobilen Safari-Browser. Die Daten werden mit einem Zugriffscode verschlüsselt. Da diese Funktion über die normale Synchronisierung der Safari-Lesezeichen arbeitet, ist kein Jailbreak erforderlich, sie funktioniert also mit jedem iPhone und iPod touch.
Geheime Notizen und Verwaltungskram
Alle Texte, die nicht in den Kommentarfeldern Platz finden, können als sichere Notizen verewigt werden. Hauptvorteil der so eingegebenen Informationen ist, dass sie mit den anderen Daten an einem Ort verbleiben, für weniger sensible Texte sind jedoch Standard-Editoren oder Anwendungen wie Journler besser geeignet. Den üblichen Komfort bietet 1Password mit Ordnern, einem HTML-Export und eigener Backup-Funktion.
Fazit
Passwort-Verwaltungen verlangen vom Benutzer viel Vertrauen, denn es wird die gesamte Passwortsammlung einer Anwendung anvertraut. Dies mag vielleicht nicht sicher sein, aber praktisch ist es. Und die iPhone-Unterstützung ist für diejenigen, die sich per Webbrowser im WiFi-Netz anmelden müssen, ein Segen. Schade nur, dass 1Password eine Menge Formate anderer Anbieter unterstützt, aber Passwörter nicht aus dem Schlüsselbund fischen kann.
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