befriedigend (4.0)
Statt im heimischen Studio Audiointerface, Verstärker und Monitorlautsprecher einzeln aufzubauen und fein säuberlich durch unzählige Kabel miteinander zu verbinden, könnte man doch alle drei Geräte auch in ein Gehäuse packen und gleich noch per USB an den Rechner anschließen! Schlau und praktisch, dachte sich Alesis und entwickelte mit der „M1 Active 320 USB“ gleich mal den ersten aktiven „USB-Interface-Monitor“ der Welt.
Aktivmonitor
In erster Linie ist Alesis’ Kleinster ein Desktopmonitor im handlichen, 3 Kilogramm leichten MDF-Gehäuse mit Bassreflexöffnung auf der Rückseite, die der Box immerhin einen erweiterten Bassbereich bis hinab zu 56 Hz beschert. Den Bass- und Mittenbereich bedient ein magnetisch abgeschirmter 3-Zoll-Polypropylen-Konus, der von einem 1-Zoll-Seidenhochtöner ergänzt wird. Zur Leistungsversorgung dient eine Single-Amp-Endstufe mit 10 Watt pro Kanal, die vollständig in der rechten Box untergebracht ist. Das Signal für den linken Kanal wird über ein beiliegendes Miniklinkenkabel an die zweite Box übertragen, die außer einer passiven Frequenzweiche keine weiteren Bauteile enthält.
Aufgrund des unterschiedlich großen Luftvolumens in beiden Boxen ergeben sich bei dieser Konstruktion zwangsläufig verschiedene Frequenzverläufe. Mit einer Größe von 15 x 13 x 19 Zentimetern ist die 320 USB bauartbedingt schwach im Bassbereich, weshalb der Hersteller eine „Bass Boost“-Funktion vorgesehen hat, die den Bereich unterhalb von 100 Hz um +4,8 dB verstärkt. An ihrer Vorderseite besitzt die Box ein Lautstärkepoti mit Ein-/Ausschalter sowie einen Miniklinkenanschluss für den Kopfhörer. Für den Betrieb neben Computerbildschirmen ist die Box vollständig magnetisch abgeschirmt.
USB-Interface
Für die Anwendung im Desktopstudio hat Alesis in seinen kleinen Aktivmonitor ein USB-1.1-Audiointerface integriert, sodass sich die Box direkt am USB-Port des Rechners betreiben lässt. Das Interface besitzt zwei analoge Ein- und Ausgänge und unterstützt Samplingraten bis 48 kHz bei 16 Bit. Auf der Rückseite der Box lassen sich zwei Line-Signale wahlweise über Miniklinke, Cinch oder 6,3-Millimeter-Klinkenbuchsen einspeisen und in den Computer übertragen. Der USB-„Rückweg“, also das Audiosignal aus dem PC, ist intern fest mit den Endstufen verdrahtet und wird direkt über die Monitore wiedergegeben. Wer dennoch auf ein elektrisches Ausgangssignal angewiesen ist, kann/muss dafür den Kopfhöreranschluss an der Frontseite nutzen.
Klang
Klanglich darf man von einer Box dieser Größe und in diesem Preisspektrum natürlich keine Wunder erwarten. Im Test konnte die M1 Active 320 USB dennoch durch ein angenehmes, gefälliges Klangbild überzeugen, wenngleich sie natürlich eine gewisse Neutralität vermissen lässt. Zu ihren klaren, präzisen Höhen, die sich harmonisch in den Gesamtklang einfügen, kommt ein weicher, runder Bass, der – bauartbedingt – jedoch die für Studioanwendungen nötige Tiefe und Klarheit vermissen lässt.
Auch der zuschaltbare Bass-Boost schafft hier keine wirkliche Abhilfe. Der Mittenbereich will nicht recht überzeugen und präsentiert sich dünn, kraftlos und unausgewogen. Negativ überrascht haben auch die Leistungsreserven der Endstufe, die wir im Test verzerrungsfrei nur knapp über Zimmerlautstärke fahren konnten, sowie der Frequenzgang des USB-Interfaces. Sein linearer Bereich reicht nur bis etwa 2,5 kHz, geht danach in sanfte Wellen über, um dann oberhalb von 10 kHz rapide abzufallen.
| Eckdaten: |
|---|
|
Fazit
Die M1 Active 320 USB ist ein solider und preiswerter Partner für das Desktopstudio auf Homerecording-Niveau, eignet sich aber ebenso für Multimediastationen oder Audio- und Videoschnittplätze. Durch die intelligente Kombination aus Aktivmonitor und USB-Interface lassen sich Keyboards, Mikrofonvorverstärker, Gitarreneffekte, DJ-Mixer und andere externe Geräte direkt an die analogen Eingänge anschließen und im Computer aufnehmen. Klar, dass eine Box dieser Größe nicht das gesamte Spektrum in Studioqualität abbilden kann – wer aber auf der Suche nach einer günstigen und dazu noch kompakten Abhöre für das virtuelle Studio oder einem leichten Kontrollmonitor für unterwegs ist, kann hier sicher nichts falsch machen und spart Kabelsalat.
ANZEIGE



Artikel kommentieren