MacBook Pro 15" mit 2 GHz Core Duo

Akku-Leistung, Lautstärke und Hitzeentwicklung

Hinsichtlich der Akku-Leistung liefert unser Testgerät eine passable Leistung ab: Bei reiner DVD-Wiedergabe mit ausgeschalteten Energiesparmaßnahmen und dem auf volle Helligkeit geregelten Monitor läuft das MacBook Pro knapp 2,5 Stunden. Der Vorgänger brachte es hierbei auf zwei Stunden und 14 Minuten, so dass wir eine Verbesserung von fast zehn Prozent messen. Für den Akku-Test bei alltäglichen Aufgaben wie Schreiben, Lesen und Surfen regeln wir die Bildschirmhelligkeit um vier Punkte herunter und nutzen auch die voreingestellten Energiesparmaßnahmen in den Systemeinstellungen im Kontrollfeld „Energie sparen“, indem wir im Pop-Up-Menü den Punkt „Lange Batterielaufzeit“ wählen. Hier lag das PowerBook G4 1,67 GHz bei annehmbaren 3,5 Stunden. Der Vertreter der neuen Intel-Books liefert hier mit drei Stunden und 55 Minuten eine um zwölf Prozent bessere Leistung als der Vorgänger.

Mit den Computer Hardware Understanding Developer Tools (CHUD-Tools) in der Version 4.3.2, die im Entwicklerbereich bei Apple (http://developer.apple.com/tools/download) kostenlos erhältlich sind, lässt sich der eine der beiden Prozessorkerne deaktivieren. Dies könnte beispielsweise sinnvoll sein, wenn für die im Moment anstehenden Aufgaben, die Kraft der zwei Herzen nicht benötigt werden und die Energie für den zweiten Kern eher in eine längere Akku-Laufzeit investiert werden sollte. Allerdings konnten wir feststellen, dass der Energiebedarf des MacBook Pro nicht im geringsten sinkt. Somit empfehlen sich derlei Experimente nicht. Die Lautstärke des MacBook Pro ist angenehm leise.

Auch unter Volllast drehen die temperaturgeregelten Lüfter nur sanft hoch. Längere Zeit unter Volllast läuft der Mac beispielsweise beim Berechnen mancher Filter in Adobe Photoshop: Zum Beispiel versteht es der „Radiale Weichzeichner“ beide Prozessorkerne des MacBook Pro intensiv zu beschäftigen, auch Cinebench setzt beim Rendern die verfügbaren Prozessoren beziehungsweise Kerne zu 100 Prozent ein.

Dabei arbeitet der Rechner an seiner Leistungsgrenze und erzeugt viel Abwärme, die aus dem Inneren nach außen transportiert werden muss. Lässt die Belastung nach, regelt sich die Lüfterfrequenz sehr schnell herunter. Unter starker Belastung werden die Lüfter hörbar, sind aber nicht störend laut. Wird der Mobil-Mac nur wenig belastet, wie etwa bei alltäglichen Büroarbeiten ist er praktisch lautlos. Allerdings erzeugt unser Testgerät ein anhaltendes leises Fiepen, wenn der Prozessor nicht ausgelastet ist. Sobald nur eine kleine Berechnung zu tätigen ist – und sei es nur der Vergrößerungseffekt des Dock im Finder – stoppt das Geräusch und setzt sogleich nach Beendigung der noch so geringen Rechenarbeit wieder ein. In verschiedenen Foren im Internet klagen Anwender über das gleiche Problem, so dass es sich mit großer Wahrscheinlichkeit um einen Serienfehler handelt. Apple selbst hat sich zum Problem noch nicht geäußert.

Es sind jedoch nicht alle Geräte betroffen, daher empfiehlt es sich im Moment, beim Händler seines Vertrauens einen Testlauf des Geräts zu machen und das eingeschaltete Gerät Probe zu hören. Bei der Hitzeentwicklung ist eine Verbesserung gegenüber der letzten PowerBook-Generation zu bemerken, da diese an der Unterseite sehr heiß wurden. Das MacBook Pro wird zwar nicht ganz so heiß, dennoch lässt sich der Portable nicht längere Zeit auf den Beinen bedienen, da sich das MacBook Pro bei intensiveren Aufgaben an der Unterseite stark erwärmt.

Fazit

Apple hat allen MacBook-Pro-Interessenten ein großes Geschenk gemacht, als bekannt gegeben wurde, dass die nächst schnelleren Intel-Prozessoren eingebaut werden, ohne dass der Preis dafür angehoben werden musste. In unserem ausführlichen Test macht das MacBook Pro eine gute Figur: Vor allem beim 3D-Rendern und in der Spiele-Performance bietet das Gerät eine bisher unbekannte Leistung bei Apple-Laptops. Aber auch in den beiden PowerPC-Anwendungen, Photoshop und Word, ist die Leistung durchaus annehmbar, so dass MacBook-Pro-Käufer, die auf diese Anwendungen angewiesen sind, zwar keine Geschwindigkeitsgewinne verzeichnen, aber auch keine bösen Überraschungen erleben werden.

Ob eine eingebaute Kamera in einen Portablen für den Profi-Markt gehört, sorgte auch innerhalb der Redaktion für Diskussionsstoff. Während die eine Fraktion den Einbau begrüßt und die Kamera für Vielreisende als eine echte Bereicherung ansieht, um mit den Lieben daheim in Kontakt zu treten, verurteilt die andere Fraktion die iSight als unerwünschten Spielkram. Manche sehen sogar langjährige PowerBook-Anwender, die an sicherheitsrelevanten Orten arbeiten, gezwungen, Abstand vom neuen Mobil-Mac zu nehmen, da an ihren Arbeitsorten Kameras nicht erlaubt sind. Fakt ist: Im Zusammenspiel mit Photo Booth ist die Kamera definitiv ein Spaß.

Das MacBook Pro zeigt sich in unserem Test als sehr guter Nachfolger des in die Jahre gekommenen PowerBook G4. Die gute Akku-Leistung, der sehr gute Monitor und die verbesserten Komponenten machen das Gerät empfehlenswert. Mit dem immer rascher anwachsenden Angebot nativer Software für die Intel-Macs werden diese immer produktiver und lassen ihre PPC-Vorläufer zurück. Der einzige Punkt, dem man wahrscheinlich immer nachtrauern wird, ist die gefällige Bezeichnung der Vorgänger.

Testergebnis
ProduktnameMacBook Pro 15" 2 GHz
HerstellerApple
Preis2599 €
Webseitewww.apple.de
Pro
  • sehr guter Bildschirm
Contra
  • kein S-Video
Bewertung
1,9gut
  • Seite
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4

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