gut (4.5)
Apple hat äußerlich nur wenig verändert. Beispielsweise wurde die Anordnung der Tasten auf dem Tastaturfeld dem neuen flachen Apple-Keyboard angepasst. Des Weiteren wurden die Lüftungsschlitze an der Rückseite des Geräts verbreitert und ähneln nun denen der aktuellen Pro-Modelle.
Neues Innenleben
Der Hersteller baut nun in die Einsteigerportablen die gleichen Komponenten ein, wie sie auch bei den Pro-Modellen Verwendung finden. Somit liefert der Systembus die Daten nicht mehr mit 667 MHz, sondern mit 800 MHz an den Prozessor. Darüber hinaus lässt sich der Rechner durch den Einsatz von zwei 2-GB-Riegeln mit bis zu 4096 MB RAM ausstatten. Apple liefert die MacBooks mit zwei 512-MB-Speicherriegeln aus. Dies ist ärgerlich, da man beim Aufrüsten mindestens einen Speicherbaustein übrig behält.
Begründet ist diese Auslieferung durch die Dual-Channel-Technologie, die dann zur Geschwindigkeit beiträgt, wenn zwei identische RAM-Module eingesetzt werden. Intels GMA X3100 löst die oft gescholtene GMA-950-Grafikeinheit ab und kann nunmehr 144 MB des Hauptspeichers adressieren; beim GMA 950 war bei 80 MB Schluss.
Testvoraussetzungen
Unser Testmodell ist das schwarze MacBook in Standardausführung unter Mac OS X 10.5.1. Insofern ist die Vergleichbarkeit der gemessenen Werte stark eingeschränkt, da die Tests der Vorgänger unter Mac OS X 10.4 stattfanden
Testergebnisse
In Cinebench 9.5 messen wir beim Rendern einen kaum nennenswerten Geschwindigkeitsvorteil von etwa sechs Prozent des neuen Modells gegenüber seinem Vorgänger. Mit dem Profi-Modell liegt unser Testgerät etwa gleichauf. Anders sieht es hinsichtlicher der Grafikleistung aus, denn hierbei lässt das aktuelle MacBook seinen Vorgänger deutlich hinter sich: Fast 50 Prozent mehr Bilder pro Sekunde kann das MacBook mit GMA-X3100-Grafikeinheit im Vergleich zum MacBook mit GMA 950 anzeigen.
Dass dies aber mit dedizierter Grafikkarte noch viel besser geht, wird beim Wert des MacBook Pro 2,2 GHz ersichtlich: Dessen Vorsprung auf unser Testgerät beträgt satte 63 Prozent. Dieser Leistungsunterschied kommt auch im 3D-Spiel Unreal 2004 zum Tragen, da hier das neue MacBook starke 73 Prozent mehr als sein Vorläufer leistet. Auffällig war allerdings, dass im Spiel kleinere Grafikfehler auftraten, die wahrscheinlich bald durch neue Treiberversionen beseitigt werden. Auch hier zeigt das MacBook Pro seine Stärke: Die darin eingebaute NVIDIA GeForce 8600M GT bietet bei Unreal 360 Prozent mehr als die GMA-X3100-Grafikeinheit.
In Photoshop CS 3 spielt die Klasse der Grafikkarte keine Rolle, denn hier lässt unser Testgerät seinen Vorgänger um etwa elf Prozent hinter sich und liegt nahezu exakt mit seinem Profi-Pendant gleichauf. In Microsoft Word 2004 wiederum messen wir einen Leistungseinbruch: Hier benötigt das aktuelle Modell für die gestellte Aufgabe etwa zwei Minuten – sein Vorgänger war bereits nach einer Minute und 20 Sekunden fertig, das Profi-Modell nach einer Minute und zehn Sekunden. Die Erklärung hierfür dürfte aber nicht der Rechner selbst, sondern die Rosetta-Implementierung in Leopard sein. Hier zeigt sich zum einen, dass es Zeit für ein an Intel-Prozessoren angepasstes Office-Paket von Microsoft wird und zum anderen, dass Rosetta unter Mac OS X 10.5 noch verbessert werden sollte.
Weiteres Optimierungspotenzial offenbart auch iTunes, denn auch hier zeigt sich unser Testgerät trotz stärkerer Hardware etwas schwächer als der Vorläufer. Die von iMovie ’06 verwendeten QuickTime-Bibliotheken dagegen sind inzwischen gut angepasst, denn hier messen wir etwa 19 Prozent zugunsten des aktuellen MacBook.
Akkulaufzeit
Die Akkulaufzeit des neuen MacBook ist hervorragend. Das Modell setzt sich an die Spitze aller von uns getesteten Mobil-Macs. Bei der DVD-Wiedergabe messen wir drei Stunden und 45 Minuten. Bei alltäglichen Büroarbeiten mit nicht voll aufgehelltem Bildschirm hält der Akku fünf Stunden und 40 Minuten lang durch – ein sehr guter Wert.
Strom, Lüfter, Temperatur
Die gute Akkulaufzeit lässt sich direkt am geringeren Energiebedarf im Normalbetrieb ablesen: Während der Vorgänger dabei 26 Watt verlangte, begnügt sich unser Testgerät mit 20 Watt. Unter Last springen die Lüfter an und sind deutlich zu hören, im Normalbetrieb sind sie nicht wahrnehmbar. Die veränderten Lüftungsschlitze sorgen für eine merklich bessere Kühlung des Rechners; an der Unterseite wird das MacBook 2,2 GHz zwar warm, aber es entwickelt keine Temperaturen mehr, die das Arbeiten auf den Beinen unmöglich machen. Hier hat Apple an der richtigen Stelle verbessert.
Fazit
Apple lässt sich die Exklusivität des schwarzen Modells weiterhin fürstlich bezahlen: Für eine schwarze Schale und 40 GB mehr Festplattenplatz als im mittleren Modell werden satte 200 Euro zusätzlich fällig. Das Schwarz wirkt edel, zeigt aber auch sehr schnell Fingerabdrücke.
Das neue MacBook bietet eine sehr gute Akkulaufzeit, ist im Betrieb kühler und bietet eine deutlich bessere Grafikleistung als sein Vorgänger. Einige Möglichkeiten zur Optimierung bestehen: beispielsweise verbesserte Grafiktreiber, ein optimiertes Rosetta und effizientere Audio-Bibliotheken. Empfehlenswert erscheint die mittlere Variante, da diese das beste Preis-Leistungsverhältnis aller drei Modelle bietet.
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