IM TEST: MAC PRO 3,2 GHZ

Der schnellste Mac aller Zeiten

Mac Life 09.2008 - von Ümit Mericler
Mac Pro 3,2 GHz (8-Kern)
Bewertung:
sehr gut (5.5)
Preis: (Testgerät): 6689 Euro
Webseite: www.apple.de
Hersteller: Apple
Alternative: Mac Pro 3,0 GHz (8-Kern)
leise
sehr schnell
vielseitige Ausbaumöglichkeiten
hoher Preis

Mit acht 3,2 GHz schnellen Kernen tritt der Mac Pro an, die Krone des schnellsten Mac aller Zeiten zu beanspruchen. In unserem Labor haben wir gestestet, ob ihm die Krone tatsächlich gebührt.

Dass Apples Mac Pro für den professionellen Einsatz gedacht ist, wird bereits bei der Ausstattung des Geräts klar, denn kein anderer Mac lässt sich so umfassend konfigurieren wie der Mac Pro. So haben wir uns dieses Mal einen High-End-Mac- Pro ins Testlabor gebeten und geschaut, was dieser Rechner zum Preis von fast 6700 Euro in unserem Test zu leisten vermag.

Testausstattung

Unser Testmodell ist ein Mac Pro 3,2 GHz 8-Core. Er ist mit zwei der schnellsten derzeit verfügbaren Intel-Xeon-Prozessoren ausgestattet: Der Xeon X5482 kommt mit vier Rechenkernen, die mit jeweils 3,2 GHz getaktet sind. Für jeden Prozessor stehen zwölf MB L2-Cache zur Verfügung, die in jeweils sechs MB pro Kernpaar aufgeteilt sind. Der Frontsidebus lässt die Daten mit 1600 MHz flitzen. Bis zu 32 GB RAM lassen sich auf den beiden Riser-Cards einsetzen, wir begnügen uns hier mit acht GB.
Zum Speichern der Daten sind vier Ein-Terabyte-SATA-Festplatten eingebaut; als optisches Laufwerk verrichtet ein 16x Double- Layer-SuperDrive Laufwerk (DVD±R DL/DVD±RW/CD-RW) seinen Dienst, den zweiten Laufwerksschacht haben wir leer gelassen. Für die Grafikausgabe ist eine NVIDIA GeForce 8800 GT mit 512 MB GDDR3-VRAM zuständig, die über zwei Dual-Link-fähige DVI-Ausgänge verfügt; somit können auch zwei 30-Zoll-Monitore mit jeweils 2560 x 1600 Bildpunkten gleichzeitig angesteuert werden.
Wie jeder Mac Pro verfügt auch unser Modell über zwei FireWire-800- und zwei FireWire-400-Anschlüsse, wobei sich jeweils ein Anschluss an der Vorder- und einer auf der Rückseite befindet. Insgesamt fünf USB-2.0-Ports stehen zur Verfügung, von denen zwei an der Vorderund drei an der Rückseite auf Stecker warten. An der Vorderseite ist außerdem ein 3,5-mm-Kopfhöreranschluss eingebaut. Auf der Rückseite stehen weiterhin ein optisch-digitaler Audioeingang und ein entsprechender Ausgang bereit. Darüber hinaus warten jeweils ein analoger Stereoeingang und -ausgang auf ihren Einsatz.
Auch für das Netzwerk ist der Mac Pro mit seinen zwei unabhängigen 10/100/1000BASE-T-Ethernet-Schnittstellen gerüstet; ein Bluetooth-2.0+EDRModul ist eingebaut, eine AirPort- Extreme-Karte ist optional erhältlich. Apple legt neben Tastatur und Maus auch einen DVI-auf-VGA-Adapter bei.

Testergebnisse

Wir testen den Mac Pro unter Mac OS X 10.5.4 und QuickTime 7.5. Unsere Testprogramme fühlen vor allem der Prozessor- und der Grafikleistung auf den Zahn. Hierzu setzen wir Anwendungen wie Cinebench 9.5 ein, die eine Punktzahl liefern, mit der ein Vergleich zu anderen Macs vorgenommen werden kann. Außerdem testen wir mit Unreal Tournament 2004 die Spieleleistung. Daneben nehmen wir noch standardisierte Zeitmessungen in bekannten Anwendungen wie iMovie und iTunes sowie Microsoft Word 2008 und Adobe Photoshop CS 3 vor. Alle unsere eingesetzten Programme liegen im Universal- Binary-Format vor und sind somit sowohl für PowerPC- als auch für Intel- Prozessoren optimiert.
Wir vergleichen unser Testmodell mit dem Top-Gerät der vergangenen Mac- Pro-Generation, dem Mac Pro 3 GHz (8-Core). Neben der etwas höheren Taktrate kommen weitere Eigenschaften der neuen, im 45-Nanometer-Verfahren gefertigten Recheneinheit zum Tragen.
Im Rendering von 3D-Bildern schlägt das neue Top-Modell das alte um sieben Prozent, wie wir in Cinebench 9.5 messen können. Dass Cinebench die vorhandenen Rechenressourcen optimal einzusetzen weiß, wird vor allem gegenüber einem iMac Core 2 Duo 2,8 GHz (24") deutlich, denn der Top-Mac-Pro rechnet im Vergleich fast drei Mal schneller, obwohl sich die Taktfrequenz wenig unterscheidet. Dank der potenten GeForce 8800 hängt der Mac Pro auch hinsichtlich seiner OpenGL-Rechenstärke seinen Vorgänger um 35 Prozent ab. Aus dem OpenGL-Wert auch auf eine deutlich stärkere Spiele- Performance zu schließen, muss nicht immer stimmen, wie man am Beispiel von Unreal 2004 sieht, denn der direkte Vorläufer liefert um ein Zehntel mehr Bilder pro Sekunde (BpS), was allerdings bei über 300 BpS kaum eine Rolle spielt. Beim Kodieren von AIFF zu MP3 (192 Kbps) unter iTunes ist kein Unterschied feststellbar. Anders jedoch bei iMovie: Hier arbeitet der aktuelle Mac Pro um 30 Prozent schneller als sein Vorgänger, was auf besser angepasste QuickTime- Bibliotheken zurückzuführen ist. Ein Vergleich der Leistung unter Microsoft Word ist nicht möglich, da der Wert des Vorläufer- Mac-Pro noch unter Word 2004 stattfand, das sich übrigens performanter als die jetzt aktuelle Version zeigte. Anders sieht es jedoch in Photoshop CS3 aus, denn hier messen wir eine sehr starke Leistung: Unser Testgerät hängt den zuvor aktuellen Mac Pro um beeindruckende 45 Prozent ab, was jedoch nicht nur der moderneren Hardware und den üppigen acht GB RAM, sondern auch Adobes Aktualisierung für die CS3-Suite zuzuschreiben ist.

Leistungsaufnahme und Lautstärke

Im Hinblick auf die Leistungsaufnahme vermag uns der aktuelle Mac Pro mit dieser sehr anspruchsvollen Ausstattung positiv zu überraschen, denn er verbraucht trotz stärkerer Rechenleistung weniger Energie als sein Vorgänger. Vor allem unter Volllast ist die Aufnahme um 20 Prozent geringer, was für Intels Prozessor- Design spricht. Für den aktiven Umweltschutz ist der Rechner dennoch nicht gebaut, denn auch im Normalbetrieb liegt sein Strombedarf fast doppelt so hoch wie der des iMac 2,8 GHz, und dieser betreibt dabei noch einen 24"-Monitor.
Auch die Lautstärke des Rechenknechts ist erstaunlich gering, im normalen Büroalltag ist er quasi nicht hörbar. Dass er seine Lüfterfrequenz hochdrehen kann, zeigt er mehrmals kurz nach dem Einschalten, bevor die Lüftersteuerung greift.

Fazit

Apples Top-Mac-Pro bietet tatsächlich reichlich Rechenleistung, die im Alltag nur von Spezialisten vollständig ausgeschöpft werden kann. 3D-Entwickler, Audio- und Videoprofis werden mit diesem Rechner wirklich Zeit sparen können. Auch Bildbearbeiter, für die Geschwindigkeit in Programmen wie Photoshop bares Geld bedeutet, sollten die Investition tätigen. Für Heimanwender ist dieser Mac Pro deutlich überdimensioniert.

Mac Pro um externen S-ATA-Anschluss erweitern Oftmals bieten aktuelle Festplattengehäuse neben USB und FireWire vermehrt einen schnellen eSATA-Anschluss an – allerdings gibt es keinen Mac, der von Haus aus mit einem externen SATA-Port ausgestattet ist. Diese Lücke schließt Zubehörspezialist Sonnet mit eSATA Extender Cable, das es erlaubt, zwei externe eSATA-Laufwerke direkt am Logic Board des Mac Pro anzuschließen. Hierfür werden ungenutzte SATA-Anschlüsse auf der Hauptplatine verwendet, zusätzliche Treiber sind nicht notwendig. Preis: 20 Euro, erhältlich im Apple-Fachhandel.

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