gut (5.0)
Die Software Deep Freeze kann Systeme „einfrieren“ und will so sicher gegen Veränderungen und Manipulationen schützen. Wir testen, wie gut das funktioniert und was der Privatanwender davon hat.
Für Administratoren
Der Softwarevertrieb Brainworks gibt verschiedene Anwendungsbeispiele für den Einsatz von Deep Freeze, die bereits zeigen, dass es sich in erster Linie um eine Sicherheitslösung für Administratoren handelt, die mehrere Macs oder PCs verwalten müssen: Genannt werden Schulen, Unternehmen und öffentliche Computer.
Deep Freeze bringt die Applikation DFXControl mit, welche die Steuerung des Programms auf dem lokalen Rechner ermöglicht. Zudem können über den Deep-Freeze-Assistenten benutzerdefinierte Installationspakete mit allen gewünschten Optionen erstellt werden. Deep Freeze verfügt über eine Integration mit Apple Remote Desktop für die zentrale Verwaltung verschiedener Rechner durch einen Administrator. Eine Einzellizenz für Deep Freeze kostet knapp 40 Euro, wer mehrere Rechner mit der Software ausstatten will, muss entsprechend mehr zahlen.
Erase and Rewind
Deep Freeze ermöglicht es, Festplatten oder Partitionen in einen „Frozen“- oder einen „Thawed“-Zustand zu versetzen. Friert man ein Volume ein, werden nach einem Neustart des Computers sämtliche nach dem Einfrieren vorgenommenen Änderungen stets verworfen. Im Test funktionierte dies ganz so, wie vom Hersteller beworben. Egal ob wir nur einen neuen Ordner anlegten oder Voreinstellungen von Programmen löschten, der eingefrorene Mac präsentierte sich nach einem Neustart stets so, als sei nichts gewesen. Abgerufene E-Mails waren genauso gelöscht wie neu erstellte Dokumente. Im Test sind wir auch auf keine möglichen Manipulationen des Systems gestoßen, die Deep Freeze nicht rückgängig machen konnte. Beim Umgang mit der Software ist allerdings absolute Vorsicht geboten. Legt man einmal einen Admin-Account an, sollte man sein Passwort mit ganz besonderer Sicherheit verwalten. Kommt man nicht mehr in das Programm, lässt sich Deep Freeze weder ohne Weiteres deaktivieren, noch deinstallieren, was böse Folgen haben kann.
Als Administrator lassen sich mit Deep Freeze so genannte „ThawSpaces“, also „aufgetaute“ Festplatten oder Festplattenbereiche, festlegen. In diesen können Anwender Dateien speichern, die vom Einfrieren der Festplatte ausgenommen werden sollen. Diesen ThawSpaces kann eine Größe zwischen 1 MB und 120 GB zugewiesen werden, und Sie erscheinen als Laufwerke auf dem Desktop, nachdem man den Rechner neu gestartet hat.
Neben der Einrichtung von ThawSpaces bietet Deep Freeze unter anderem die Möglichkeit, bestimmte Wartungszeiten für Rechner festzulegen, in denen die Rechner „auftauen“, um zum Beispiel Software-Updates aufzuspielen. Weiterhin lassen sich über den Reiter „Mapping“ in der DFXControl-Konsole bestimmte Anwenderdaten wie der komplette Schreibtisch, der Dokumente- Ordner oder auch die Safari- oder Firfox-Lesezeichen automatisch einem „aufgetauten“ Festplattenbereich zuweisen, um diese nicht stets manuell sichern zu müssen.
Deep Freeze bietet also zahlreiche durchdachte Konfigurationsmöglichkeiten, die das Programm zu einem sinnvollen Werkzeug für die Systemwartung machen, wenn man mehrere frei zugängliche Computer verwalten muss. Für den Privatanwender dürften sich allerdings nicht allzu viele Situationen ergeben, in denen Deep Freeze auf dem eigenen Rechner sinnvoll verwendet werden kann.
Fazit
Deep Freeze ist sehr gut konfigurierbar und erbringt die versprochenen Leistungen. Das Programm ermöglicht eine zeitsparende Möglichkeit der Systemwartung für Administratoren, der Nutzen für den Privatanwender hält sich in Grenzen. Interessierte können sich auch selbst ein Bild durch die kostenlose Demoversion machen, Vorsicht ist allerdings, wie bereits gesagt, beim Umgang mit der Software geboten. Als Programm seiner Art ist Deep Freeze für den Mac derzeit noch relativ einzigartig.
ANZEIGE



Artikel kommentieren