gut (5.0)
Vor nicht einmal einem Jahr stellte die Appletochter FileMaker Inc. eine Datenbank mit ungewöhnlichem Konzept vor: Bento. Statt umständlich für jede Datensammlung eine eigene Datenbankanwendung anzulegen, vereint Bento alle aufbewahrenswerten Informationen in einer Datei – zwar schön voneinander getrennt, aber durchaus mischbar.
Auf Datenbestände des Adressbuchs und iCal konnte Bento schon in der ersten Version zugreifen. Auch eine wechselseitige Synchronisation war möglich. Das Anlegen weiterer Bibliotheken für unterschiedliche Datensammlungen stellte sich einfacher dar als das Anlegen einer Tabelle in einem Kalkulationsprogramm. Lediglich beim Import- und Export von Daten waren Abstriche zu machen. Bento 1 war das ideale Programm für Anwender, die Daten verwalten möchten, aber keine Lust haben, zum Datenbankexperten zu mutieren. Nun legt FileMaker Inc. mit Bento 2 nach und ergänzt dabei um die Funktionen, die manch einer vermisst hatte: etwa den Zugriff auf Apple Mail.
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Dreißig fertige Designs ermöglichen eine individuellere Anpassung der eigenen Bento-Bibliothek. Druckoptionen wurden verbessert, eine Funktion zur Anzeige von Landkarten hinzugefügt. Eine wirklich interessante Erweiterung ist die gleichzeitige Anzeige von Tabellen und Formularen. Es muss nicht mehr hin und her geschaltet werden. Über eine kleine Schaltfläche rechts oben (neben dem Minus) wird die Tabelle über dem Formular eingeblendet. Das Wechseln zwischen Datensätzen, die nicht unbedingt benachbart sind, wird so ungemein erleichtert. Wie viel von der Tabelle oder dem Formular angezeigt werden soll, regelt man mit der Maus, indem man den Balken in der Mitte nach oben oder unten zieht. Das Bearbeiten von Formularen ist noch einfacher geworden. Umschalten in einen Bearbeitungsmodus ist nicht mehr nötig. Man klickt mit der rechten Maustaste knapp neben das Feld, das man anpassen will, und hat alle möglichen Befehle zur Feldgestaltung zur Verfügung. Auf diese Weise lässt sich während der Arbeit mit der Datenbank schnell eine Anpassung vornehmen, etwa das Ändern des Feldtyps.
Tabellenkünstler: Mail – Excel – Numbers
Eine wichtige Neuerung ist die Zusammenarbeit mit Apple Mail. Erstellen Sie ein Feld vom Typ Nachrichtenliste und anschließend lassen sich beliebige E-Mails direkt in die Tabelle, die über dieses neue Feld angelegt wurde, ziehen. Ein Mausklick öffnet später die Verknüpfungen und zeigt die jeweils markierten E-Mails in einem eigenen Fenster an. Konnte man in der ersten Version von Bento noch bemängeln, dass die einzige Austauschmöglichkeit zwischen Tabellenkalkulationen (Excel, Numbers) das csv- Format war, so fällt dieser Kritikpunkt nun weg. Das Einfügen per Kopieren & Einfügen ist jetzt möglich und das Exportieren direkt in das Numbers- oder Excel- Format ebenso. Zu bemängeln ist allenfalls, dass im neuen Excel-2008-Format gespeichert wird (.xlsx). Das csv-Format steht nach wie vor zur Verfügung (für Export und Import), und so lassen sich Daten aus unterschiedlichsten Quellen (z.B. auch aus AppleWorks) in Bento integrieren, wenn diese zuvor als csv- Datei abgespeichert wurden. Die Importfunktion wurde ebenfalls aufgewertet und erlaubt jetzt das gezielte Importieren (fast) beliebiger Informationen. Bereits im Vorfeld lassen sich Importfehler ausschließen, weil für jedes Feld die Formate angepasst werden können.
Fazit
Bento ist schneller erwachsen geworden als erwartet. Es ist keine Datenbank für das Arbeiten im Netzwerk oder Team. Bento entwickelt seine Stärke auf dem Computer des einzelnen Anwenders. Wer nur möglichst unkompliziert mit den unterschiedlichen Informationen, die auf seinem Computer vorhanden sind, arbeiten möchte, für den bietet Bento 2 ein brauchbares und intelligentes Konzept. Der Neuling wird schnell mit der Anwendung warm und die Anwender, die mit Bento 1 schon gearbeitet haben, fi nden sich in den Neuerungen schnell zurecht. Der Preis ist angemessen und anwenderfreundlich, so dass der Neueinstieg wie der Umstieg empfohlen werden kann.
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