gut (4.5)
Schöpfen Sie das Potenzial von iPhone, iPod und iTunes voll aus: SongGenie macht Schluss mit anonymen und falschen Musiktiteln – die Software analysiert und erkennt fehlerhafte Tracks anhand eines akustischen Fingerabdrucks und sorgt für eine übersichtliche und vollständige Musikbibliothek.
Schon komisch, wie viele Lieder plötzlich mit dem „Track“ oder „Titel“ zu beginnen scheinen, je größer die iTunes-Bibliothek wird. Solche Platzhalter nerven jeden ordnungsund musikliebenden Nutzer, der bislang nur eine Wahl hatte: Jedes der anonymen Lieder musste einzeln angehört und mit etwas Glück richtig benannt werden. Wie gut, dass es für solche Fälle auch Software gibt, die den Zeitaufwand minimiert: Das brandneue Programm „SongGenie“ stammt wie das Helferlein „CoverScout“ aus dem Softwarehaus equinux und wurde von uns auf Herz und Nieren getestet. Die Software ist nur für Mac OS X zu beziehen.
Aufräumen per Knopfdruck
Ist die 24,95 Euro teure Software SongGenie einmal gestartet, geht es ohne Umwege ans Aufräumen: Das Programm listet alle iTunes- Titel in der Benutzeroberfl äche. Auch bei größeren Datenbanken klappt dieser Prozess ohne Probleme, ein Archiv von knapp 4000 Songs konnte in unserem Test immerhin in knapp acht Minuten eingelesen werden.
Anschließend lässt sich die Reparatur einzelner Songs per Doppelklick starten oder aber die gesamte Datenbank auf einmal überprüfen. Je nach System nimmt letzteres aber einiges an Rechenkapazität in Anspruch. So benötigte SongGenie in unserem Test knapp zweieinhalb Stunden, um alle 4000 Titel zu scannen.
Auch das Ergebnis sorgte für Staunen: Bei rund der Hälfte der Titel wusste Song- Genie es besser und schlug uns Interpreten, Albumtitel oder andere Schreibweisen vor. Entsprechend viel Arbeit hatten wir allerdings, alle neuen Informationen einzeln zu bestätigen und wurden dann auch noch vor ein zweites Hindernis gestellt: iTunes zeigt die neuen Informationen erst an, wenn der entsprechende Titel wieder abgespielt wird. Für kommende Versionen gelobt equinux jedoch in beiden Fällen Besserung.
Ton-Schnipsel helfen beim Erkennen
Die Technik, die hinter der klugen Fehlersuche steckt, kennen viele Anwender bereits aus der iPhone-Applikation „Shazam“: Auch SongGenie nimmt sich Ton-Schnipsel des Titels, erstellt einen so genannten akustischen Fingerabdruck und gleicht diesen mit der eigenen Datenbank ab. Dabei kommt eine erstaunlich akkurate Analyse heraus, die in unserem Test nur bei 4 von 100 Titeln passen musste.
Allerdings irritieren teilweise die Ergebnisse, die SongGenie liefert. So wird angeblich bei jedem Titel nach dem Album seiner Erstveröffentlichung gesucht, tatsächlich aber auch häufi g ein Sampler vorgeschlagen. So dürfte es zum Beispiel Fans der Band HIM wundern, dass der Titel „In Joy and Sorrow“ zuerst auf der „Kuschelrock 13“ erschienen sein soll.
Vorteile gegen Vertrauen
Insgesamt benötigt man also eine gesunde Portion Vertrauen sowie Geduld, wenn man die von SongGenie gefundenen und vorgeschlagenen Titelinformationen übernimmt. Denn zur Kontrolle direkt aus dem Programm in den Titel reinzuhören, ist nur umständlich möglich. In unserem Test lag die Software in ihrem Datenbank-Abgleich jedoch nur selten daneben und gab lieber zu, dass ein Stück nicht identifi ziert werden konnte.
Im Ergebnis erstrahlt unsere mit SongGenie gepfl egte Musikdatenbank nun jedoch in neuem Glanz und befriedigt nicht nur das Bedürfnis nach Ordnung und Perfektion. Auch viele Funktionen von iTunes lassen sich so besser nutzen, unter anderem die seit iTunes 8 verfügbare intelligente Wiedergabeliste „Genius“. Wer es allerdings ganz perfekt mag, muss zusätzlich noch zu „CoverScout“ greifen, denn fehlender Album-Cover nimmt sich SongGenie leider nicht an.
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