Im Licht der Öffentlichkeit stehen bei Apple längst nicht mehr nur die auf Hochglanz polierten Produkte. Die Produktion in Asien geriet 2010 zunehmend ins Kreuzfeuer. Selbstmorde, giftiges Hexan, Kinderarbeit, erzwungene Arbeit - Apple veröffentlicht einen Fortschritts-Bericht seiner Humanisierung.
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Apples geschäftlicher Erfolg schafft Arbeitsplätze. Wie diese im Alltag dann allerdings auszugestalten sind, ist das Thema des vorliegenden Berichts. In der Präambel des Dokuments verpflichtet sich Apple für seine asiatischen Zulieferer zu Sicherheit am Arbeitsplatz, Respekt gegenüber dem Arbeitnehmer und umweltverträglichen Fertigungsprozessen. Ethik und grundlegende Menschenrechte waren im Kampf um wettbewerbsfähige Endgeräte zunehmend ins Hintertreffen geraten. Mit 127 Betriebsprüfungen deckte Apple 2010 etliche Machenschaften auf, die teilweise bis zum Abbruch der Geschäftsbeziehung führten.
Die Rückkehr zur Schule von 42 minderjährigen, in einer einzigen Produktionsstätte beschäftigten Arbeitskräften wurde unterstützt. Folgeaufträge gibt es für diesen Lieferanten seitens Apple nicht mehr.
Insgesamt 3,4 Millionen US-Dollar wurden seit 2008 an Familien zurückgezahlt, die sich die Sicherheit eines festen Arbeitsplatzes bei den Arbeitgebern mit hohen Bestechungsgeldern hatten erkaufen müssen.
Alle 137 Angestellte der Firma Wintek, die sich mit dem zur Reinigung von Display-Panelen verwendeten Nervengift Hexan vegiftet hatten, wurden erfolgreich behandelt und größtenteils wieder in den Produktionsbetrieb integriert.
16.000 Arbeitnehmer schrieben sich 2010 in Apples Weiterbildungsprogramm ein, das Unterricht in Englisch und allgemeiner Technik anbietet. Einige konnten in Partnerprogramme mit Universitäten vermittelt werden.
Bis hin zur Mine und zum Schmelzkessel verfolgt Apple die Herkunft der in der Produktion verwendeten Metalle Tantalum, Zinn, Tungsten und Gold zurück. Mit dieser 2010 gestarteten Initiative soll eine konfliktfreie Rohstoff-Kette sichergestellt werden. Hier stehen Ausbeutung sowohl der Bodenschätze als auch der Arbeiter unter Beobachtung.
Ab Seite 18 der Zusammenfassung nimmt Apple gezielt Stellung zu medienwirksam gewordenen Missständen bei Foxconn. Der Selbstmordserie bei diesem Zulieferer wurde in persönlichen Gesprächen mit Angestellten sowie mit einer auf 1000 Mitarbeiter angelegten Studie der Lebensumstände begegnet. Psychologische Betreuung und grundlegende Verbesserungen der Arbeitsbedingungen bei Foxconn seien die Folge gewesen.
Apples 25-seitiger Bericht ist gespickt mit statistischen Auswertungen, Tabellen voller relevanter Zielgrößen und einigen fotografischen Impressionen der angesprochenen Arbeitsplätze. Dass die dargelegte Kontrolle von oben in der Industrie überhaupt nötig ist, mag mit Unmut zur Kenntnis genommen werden. Doch Apple legt Konzepte und Strategien vor, die der bedingungslosen Ausbeutung von Mensch und Natur entgegenwirken sollen und schon positive Resultate vorzuweisen haben.



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Hexan ist kein Nervengift sondern ein Lösungsmittel und kommt in vielen Haushaltprodukten und unter anderem in unseren Kraftstoffen vor. Es wird doch wohl keiner behaupten wollen, dass wir an unseren Tankstellen Nervengift tanken, oder? Das man darin nicht baden sollte ist natürlkich auch klar und das beim Umgang mit Kohlenwasserstoffen Vorsicht geboten und Arbeitschutzregeln zu beachten sind ist selbstverständlich. Aber herje, nicht gleich mit Kanonen auf Spatzen schießen. Ansonsten müssen wir bald auch Wasser als tödliche Hydroxylsäure bezeichen.
Dass Apple die Produktionsbedingungen untersucht und offen über Verstösse berichtet ist ein sehr guter Anfang, der wohl auch Konsequenz der Kritik der Apple-Kunden ist. Hoffentlich ziehen andere Firmen nach!!!!
Schön zu hören, dass sich da was getan hat! :-)
Hoffentlich bleiben die Zustände auch so (oder werden sogar noch besser) und werden nicht wieder "rückgängig" gemacht. :-/
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