Jeder Entwickler, der Anwendungen mit In-App-Käufen entwickelt, muss damit rechnen, Post von Lodsys zu bekommen - eine kleine Firma, die nie ein eigenes Produkt entwickelte, aber mit Patenten bei großen und kleinen Firmen abkassieren möchte. Ein Entwickler versucht nun die Patente vor einem US-Gericht anzufechten.
Lodsys verlangt von den angeschriebenen Entwicklern eine Umsatzbeteiligung von 2,5 Prozent. Apple hat die Lodsys-Patente lizenziert und vertritt die Meinung, dass diese Lizenz auch Drittentwickler für die iOS-Plattform abdeckt. Gleichwohl schreckte man bisher in Cupertino vor aggressiven Schritten gegen Lodsys zurück: Weder wurde den Entwicklern Schutz vor Lodsys-Klagen versprochen, noch stellt man in Cupertino die Patente selbst in Frage. So hat Lodsys letztlich leichtes Spiel, speziell kleinere Entwickler zu Umsatzbeteiligungen zu zwingen, denn diese können sich eine Auseinandersetzung mit Lodsys nicht leisten. Apple forderte dabei im Mai 2011 Lodsys auf, iOS-Entwickler nicht weiter zu bedrohen.
ANZEIGE
Im letzten Monat erhielt Apple die Erlaubnis, in einer der Klagen zu intervenieren. Lodsys versuchte, dies zu verhindern. Google versucht derzeit, die Patente selbst vom US-Patentbüro für ungültig erklären zu lassen.
Die Softwarefirma A Thinking Ape hat sich unabhängig an ein Gericht gewandt und möchte von diesem feststellen lassen, dass die Apps nicht gegen Lodsys-Patente verstoßen. Lodsys wird vorgeworfen, keine eigenen Produkte zu entwickeln und stattdessen von Entwicklern Lizenzgebühren zu erpressen. Versuche einzelner Entwickler, sich zu wehren, gab es bereits vorher, einige gaben aber auf.
Ein Geschäft aus der Patentlizenzierung zu machen, ohne eigene Produkte auf den Markt zu bringen, ist nicht illegal - schließlich gibt es auch Forschungseinrichtungen, die dies tun und niemand würde diese als Patenttrolle bezeichnen. Lodsys besitzt jedoch alle Merkmale eines Patenttrolls: Allgemein gehaltene Trivial-Patente, die vom In-App-Kauf bis zu Online-Umfragen ein breites Spektrum abdecken, keine Forschungsabteilung, die Wahl des Firmensitzes (Texas) und die aggressive Verwendung des Patent-Portfolios. Ungewöhnlich ist, dass Lodsys viele kleine Firmen ins Visier nimmt, oft nehmen sich Patenttrolle größere Firmen vor, die den Zeitaufwand einer Anfechtung des Patents scheuen. Gerne wird dabei vor das Bezirksgericht im Osten Texas gezogen, da dieses bekannt dafür ist, den Klägern eher Recht zu geben. Geht ein Fall vor eine Jury, ist der Ausgang für die angeklagten Firmen kaum vorhersehbar.
Mehr zu: Lodsys | Patentstreit





Artikel kommentieren
prima kommentar. aber wenn apple selbst eine menge geld damit macht, wird das hier als superintelligent hingestellt.. lol
fanboys..
Apple entwickelt selber jede Menge Produkte. DAS IST DER UNTERSCHIED!
Und lässt sich jede Menge Patente sichern die sie nicht verwenden - aber wehe ein anderer tut es - so groß ist der Unterschied nicht....
Genau das dachte ich mir auch. Hier sind trivialpatente. Wenn Apple verklagt natürlich nicht. Naja, von Fanboys für Fanboys...
Apple entwickelt selber jede Menge Produkte. DAS IST DER UNTERSCHIED!
Ihr "Fanboy-Hasser" oder eher Apple-Hateboys macht euch mit solchen Kommentaren einfach lächerlich. Jedesmal wenn es um Lodsys geht, müsst ihr eure Minderwertigkeitskomplexe vor der Welt präsentieren, indem ihr behauptet, Apple sei ja gar nicht besser. Dabei seid ihr einfach zu sehr ideologisch gepolt, um den offensichtlichen Unterschied zwischen einem eindeutigen Patentroll wie Lodsys und einer Firma wie Apple einzusehen. Sogar wenn ihn Maclife diesmal deutlich erklärt.
Reagiert doch euren Hass auf Apple und angebliche Fanboys anderswo ab. Eure dämlichen Kommentare braucht hier niemand!
*word*
Fanatische Anhänger wie dich zu verarschen hat schon immer Spaß gemacht, nicht nur bei apple!
Und das zeigt uns, dass deine Entwicklung mit 12 Jahren bereits abgeschlossen war.
... schreibt eine 8 Jährige.
Gut gekontert!
Entschuldige! Sind doch keine 12 gewesen. Eher niedriger.
Also der war jetzt schwach ...
don't feed the trolls!!!
Habt ihr Hater nicht irgendwelche Treiberprobleme oder Viren mit denen ihr euch beschäftigen könnt?
Zum Thema: Ich kann mir gut vorstellen wie sehr sich ein kleiner Entwickler über so eine regelrechte Erpressung ärgert. Ungerechtigkeit tut enorm weh, wenn sie selbst vor Gerichten Bestand hat.
Ne, habe mittlerweile auf Lion gewechselt. Die (Grafik-)Treiberprobleme von SL sind damit zum Glück passé und mein Virenscanner tut sein übriges ;-)
Touché! 1:0 für Gast | 24.05.2012 - 12:49 Uhr
Ich bin mir mal Popcorn machen. Die Kommentare hier sind fast besser als Kino.
Diskutieren Sie mit!
Damit Sie Artikel auf maclife.de kommentieren können, müssen Sie sich bitte einmalig registrieren – bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Die Moderation der Kommentare liegt allein bei maclife.de – kritische Kommentare und sachliche Diskussionen sind erwünscht, Beschimpfungen & Beleidigungen werden gelöscht. Bitte beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.