Tim Cook blickt für Bloomberg auf ein bewegtes Jahr als Apple CEO zurück: Mehr Geld für wohltätige Zwecke, die Überarbeitung aller wichtigen Produktlinien Apples und der Abschied von Top-Managern gefolgt von einer Neustrukturierung der Aufgabenbereiche.
Cook war zuvor schon dreimal CEO von Apple, aber dies immer in der Gewissheit, dass Steve Jobs zurückkehren würde. Das ist nun nicht mehr der Fall. Zu seinen ersten Änderungen zählte das Charity-Programm: Apple verdoppelt Spenden von Apple-Angestellten an wohltätige Organisation. Cook hält viel von diesem Programm, denn so könnten die Mitarbeiter bestimmen, welche Organisation Geld bekommt.
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Es war Steve Jobs Entscheidung gewesen, den ersten professionellen Wechsel zu einem anderen CEO in Apples Geschichte einzuleiten ("Our company has done a lot of great things, but has never done this one"). Steve Jobs hätte an Cook nur eine Forderung gestellt: Er solle nicht ständig darüber nachdenken, wie es Jobs gemacht hätte. Walt Disney sei nach dem Tod des Firmengründers wie paralysiert gewesen, weil die Menschen dort sich ständig gefragt hätten, wie Walt Disney sich wohl entschieden hätte.
Zum Abgang von John Browett äußert er sich nicht, zu Forstall hingegen schon und formuliert seine Kritik am ehemaligen iOS-Chef höflich. Apple wolle die Kooperation zwischen den einzelnen Abteilungen verstärken und auf eine neue Ebene heben. Kooperation habe es schon vorher gegeben, aber nun werde eine "1+" angestrebt - damit deutet Cook an, dass Forstall wohl auf eine schlechtere Note im internen Apple-Zeugnis kommt. Jony Ive, Bob Mansfield und Craig Federighi lobt Cook hingegen, als würde er ein neues Apple-Produkt vorstellen. Federighi sei "unbelievable", Mansfield "eine Klasse für sich selbst" und Ive "incredible".
Die Konkurrenztablets hat er benutzt - sowohl Microsofts Surface, als auch Samsungs Galaxy Tab und andere Geräte. Die Kritik an Betriebssystemen mit mehreren Oberflächen wiederholt Cook, ebenso wie die Betonung auf den 275000 für Tablets optimierten iOS-Apps. Er vergleicht die Tablets der Konkurrenz mit Netbooks: Auch die haben sich hervorragend verkauft, aber Kunden sind nicht bei diesen Geräten geblieben. Als Beleg für die schlechtere user experience sieht er auch Statistiken über die geringere Web-Nutzung von Konkurrenzgeräten und die Dominanz des iPads beim mobilen Black-Friday-Shopping in den USA.
Der Abschied von Google Maps sei keine strategische Entscheidung gewesen, sondern man wollte dem Kunden bestimmte Funktionen (Turn-by-Turn-Navigation, Sprachbedienung, 3D-Karten) bieten. Apple Maps habe aber nicht den Erwartungen entsprochen: "It wasn't a matter that we ... decided strategy over customers. We screwed up. That's the fact").
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"We screwed up. That's the fact"
Ehrlich ist er ja. Auch wenn es ihm wohl schwer fällt. ;-)
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