AUS FÜR RIM, NEUANFANG FÜR BLACKBERRY

Pressespiegel zum Blackberry Z10: Konkurrenz für das iPhone?

30.01.13 | 22:23 Uhr - von Justus Zenker
(Bild: Apple, Google, Blackberry)

Bekanntermaßen wird etwas das „lange währt“ irgendwann „gut“. Im Falle des kanadischen Smartphone-Herstellers RIM müsste demzufolge das heute präsentierte Blackberry OS 10 samt den neuen Smartphones Blackberry Z10 und Q10 ein voller Erfolg werden. Stärker noch: Für Blackberry, so der neue Name des Unternehmens, muss der Relaunch aus neuem Betriebssystem und frischer Hardware fruchten. Kann der Kampf gegen die schier übermächtigen Konkurrenten Android und iOS noch gewonnen werden?

Für Blackberry muss die Entwicklung von „Blackberry OS 10“ ein wahrer Kraftakt gewesen sein. Vor knapp drei Jahren hatte das kanadische Unternehmen mit QNX die Grundlage für das Smartphone- und Tablet-Betriebssystem eingekauft und damit einen kompletten Neustart von der bisherigen Plattform Blackberry OS gewagt. Nach der Präsentation des neuen Betriebssystems im Mai 2012 wurde die Veröffentlichung mehrere Male verschoben. Im Laufe des kommenden Monats soll das LTE-fähige Blackberry Z10 mit Touchscreen in Deutschland auf den Markt kommen. Die ersten Stimmen zum neuen Blackberry-Flaggschiff sind gemischt.

Engadget

Die Tester von Engadget beschreiben das Z10, als ein „ziemlich gutes Telefon“ das vor allem dank des neuen Blackberry OS 10 eine „mehr als akzeptable Performance“ erreicht. Ein Vorteil gegenüber der Konkurrenz: Der Akku lässt sich tauschen. Allerdings bietet das Z10 aufgrund fehlender Besonderheiten gegenüber der Konkurrenz keinen Grund „es zu lieben“. Lediglich Blackberry OS 10 könne durch seinen Charme überzeugen, das „die besten von Blackberry bekannten Produktivität-bezogenen Eigenschaften in eine moderne Hülle verpackt“. Spannend bleibt die Frage, ob das derzeit noch dürftige Angebot auch in Zukunft überzeugen kann. Den benötigten „Aufprall“ [im Mobilfunkmarkt] hat Blackberry nicht geschafft. Schön für eingefleischte Blackberry-Fans, aber „nicht ausreichend, um Kunden die in Android und iOS investiert haben zu gewinnen“, so Engadget.

The Verge

Das Blackberry Z10 ist nicht nur ein „gutes“, sondern „ein besseres Smartphone als erwartet“, so die Kollegen von The Verge. Doch obwohl das Z10 sämtliche Aufgaben ziemlich gut meistert, funktioniert das Smartphone „nicht unbedingt besser als seine Konkurrenten.“ Killerfeatures? Fehlanzeige. Das Z10 „schwimmt im Strom gegen andere sehr, sehr gute Produkte“ an denen jahrelang entwickelt wurde und die ausgereift sind. Bisher kann Blackberry keine Antwort auf die Frage geben, warum man gerade jetzt ein Z10 kaufen sollte. „Ich würde vorsichtig sein mit meinem Geld“, so The Verge.

Spiegel Online

Auch im Test von Spiegel Online konnte das Z10 aus technischer Sicht nur wenig begeistern. Doch das „schnörkellose Metallgehäuse“ sowie die „wenig aufregenden technischen Daten“ kompensiert Blackberry nach Meinung des Autors durch das neue Betriebssystem. So sei bereits das Wecken aus dem Standby-Modus durch eine Wischgeste ein „Wow-Erlebnis“. Als Highlight wird jedoch die Bildschirmtastatur genannt, die sich „automatisch den Tippgewohnheiten anpasst“ und Vorschläge gibt. Im App-Store-Pendant, der Blackberry World, finden sich zwar mehr als 70.000 Apps, davon allerdings „rund hundert Uhren-Apps“ sowie „Karten-Apps auf Basis von Google Maps“. Über die mäßige Akkulaufzeit konnte Spiegel Online aufgrund der Möglichkeit, den Akku wechseln zu können, hinwegsehen. Fazit der Tester: „Diese Kunden zu einem Umstieg auf Blackberry zu bewegen wird schwer - egal, wie gut das Z10 ist.“ Blackberry ist einfach zu spät.

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Durchschnittliche Hardware und ein Betriebssystem, das seine Stärke noch unter Beweis stellen muss? Die Waffen mit denen Blackberry gegen die Konkurrenz aus Redmond, Cupertino und Mountain View ankämpfen muss sind alles andere als Garanten für einen Sieg. Blackberry wird ohne Zweifel einige Fans überzeugen können, eventuell sogar in einigen Unternehmen eine zweite Chance erhalten. Doch ob das neue System Privatkunden überzeugen kann, bleibt abzuwarten.

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Bild von moritzf

hardwaretechnisch haut mich das Gerät nicht vom Hocker. Allerdings könnten Firmenkunden sich die Geräte durchaus genauer anschauen. Verwaltungstechnisch und sicherheitstechnisch war Blackberry immer das Maß der Dinge. Wenn sie das bei BB10 nicht über Bord geschmmissen haben, könnte es doch noch ein Erfolg werden. Auch die Verschmelzung von Privat und Geschäftlich hat BB gut gelöst.
Ob jedoch Privatkunden bereit sind das weit verbreitete und von vielen Herstellern unterstützte Android oder iOS für BB10 aufzugeben, wird sich noch zeigen. Ich für meinen Teil hätte auf jeden Fall wieder gerne ein Gerät mit voller Hardwaretastatur, aber weiß auch, dass die meisten wohl lieber den Platz als Touchscreen nutzen wollen.
Im Prinzip bringt die Aussage "Das Z10 „schwimmt im Strom gegen andere sehr, sehr gute Produkte“ an denen jahrelang entwickelt wurde und die ausgereift sind" das ganze ziemlich treffend auf den Punkt.
Blackberry wird höchstwahrscheinlich Probleme haben, Kunden dieser Produkte davon zu überzeugen, sich auf etwas neues und unbekanntes zu stürzen.

Bild von udlich

Ich möchte jetzt kein Öl in's Feuer gießen.
Aber ich denke schon, das Blackberry auf dem richtigen Weg ist und es schafft wieder Anschluss zu den führenden Smartphones zu finden.
Ich werde mir definitiv das Blackberry Z10 kaufen, obwohl mir das L10 besser gefallen hätte!
Blackberrys hatten schon früher eine gute Qualität. Nur leider waren sie von der Technik etwas altbacken.
Das konnten die iPhones und Samsungs wesentlich besser.
Mit Blackberry10 schaffen sie wieder den Anschluss - da bin ich mir sicher!
Die Stärken liegen sicher darin, den Privat- und den Geschäftsbereich zu trennen und dennoch beide Zielgruppen anzusprechen.
Auch in Sachen Programme hat Blackberry seine Hausaufgaben gemacht. Mit ca. 70.000 Anwendungen zum Start sind sie gut aufgestellt.

Blackberry wird Apple und Samsung nicht den Rang ablaufen können, aber ein Kampf um den Platz 3 mit Microsoft sollte allemal drin sein.

Bild von moritzf

ich hoffe ja, dass du Recht hast :) Auf dem richtigen Weg ist Blackberry ja, aber ich frage mich eben, ob es nicht schon zu spät ist. Eventuell werden zumindest ehemalige BB-Benutzer den Weg zurück finden, aber selbst da wird es einige geben, die bereits mit Android und iOS glücklich geworden sind. Ich werde mir die Geräte natürlich auch anschauen, aber ich habe eben auch schon vorher mal einen Blackberry gehabt. Abgesehen vom Mangel an Apps und der Performance war das das beste Handy, das ich je hatte. Der Akku hielt ewig, es gab eine Hardwaretastatur, Status-LED, Sicherheitsfeatures, die Möglichkeit Apps auch ohne Store zu installieren etc. Die Bedienung ging auch einhändig flott und die Einstellungen waren nach etwas Einarbeitungszeit auch sehr angenehm.
Aber schließlich habe ich dann doch zum iPhone gewechselt. Das Betriebssystem war einfach nicht mehr zeitgemäß. Was ich jetzt am meisten vermisse ist die Status-LED und die Tastatur...
Also - mal schauen wie das Gerät mit Tastatur wird und dann denke ich über einen Wechsel nach. Die Z10 Leute dürfen schonmal die Blackberry World testen und dafür sorgen, dass mehr Apps kommen ;)

Bild von Andy81

Habe auch vor paar Jahren zum iPhone gewechselt, mit dem ich immer noch unterwegs bin. Trotzdem vermisse ich einige Funktionen aus BB Welt. Ich werde die Entwicklungen und Tests weiter verfolgen, aber die Rückkehr kann ich nach der Vorstellung gestern Abend nicht mehr ausschließen.

Bild von Buddy

4,7 Prozent Marktanteil in 2012 und wenn alles richtig prächtig läuft nach IDC-Schätzung (nur eine Schärtung) etwa 4,1 Prozent. Alles nur etwas für Nischenplayer, für detailverliebte Manager, die gerne nostalgische Geräte mögen. Bedeutungslos im großen Rennen!

Schon interessant, wie sich die Dinge entwickeln können, aber 4-5 Prozent? Das ist eigentlich keinen Thread wert im Apple-Umfeld ;-)

Bild von moritzf

Ich verstehe ja, dass BB im Vergleich zu iOS und Android im Moment nicht als wichtiges Produkt erscheint, aber auch der Mac hatte lange Zeit nur einen Marktanteil von ca. 5% und im Moment wird es auch nicht sooo viel mehr sein. Von dem her musste ich bei deinem Kommentar ein bisschen schmunzeln :)
Wenn es BB auch nur gelingt die Hälfte seiner alten Kunden zurück zu gewinnen, könnte der Marktanteil auch wieder steigen. Und du siehst ja, das es offensichtlich doch ein paar gibt, die sich das überlegen.

Bild von MACximilian

Das iPhone hat den Geschäftsbereich durch die Hintertür, mit den Privatkunden übernommen. Aber ob sich Privatkunden (die braucht man immerhin um heute noch einen Fuss in die Tür zu bekommen) so sehr für die Business-Funktionen begeistern, glaube ich nicht. Das BB ist eigentlich ganz gut, wenn man die Previews so sieht, eigentlich sehr gelungen, vor allem im absoluten Pro-Bereich, aber eben zu spät. Vor 4 Jahren hätten sie damit noch gegen iOS und Android punkten können, aber heute gibt es kaum ein Alleinstellungsmerkmal um vom iPhone zurück zum BB zu wechseln. Und sind wir mal ehrlich, das Thema Sicherheit, wie BB es bewirbt, ist in kleinen und mittleren Betrieben oft überzogen und einfach nicht gefordert. Auch die Home/Business Aufteilung ist etwas spezielles, das nur wenige benötigen. Wo doch gerade die Personalisierung mit eigenen Inhalten bei den Geräten so wichtig ist. Bei heftigem Austausch von Daten ist das irgendwann sowieso alles eins. Da kann das Wechseln zwischen Benutzerebenen schnell nervig werden. Nicht jeder Manager wird von Spionen verfolgt. Mein iPhone bietet da genug Spielraum zur Absicherung und vor allem Inhalte, Inhalte, Inhalte. Ausserdem die perfekte Anbindung zum Mac.

Und die vorherige Größe von RIM ist nichts, geradezu lächerlich, im Vergleich zu der heutigen Vielfalt, Durchdringung und den Marktanteilen von iOS und Android. Auch wenn viele treue RIM Kunden zurück kämen, brächte es keinen großen Effekt. Die Welt hat sich einfach geändert. Es wird verdammt schwer hier wieder Fuss zu fassen.

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