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Obama: „iPod-Kultur“ degradiert Nachrichten zu reiner Unterhaltung

10.05.10 | 13:08 Uhr - von Eric Schäfer
(Bild: MacDailyNews)

Ursache und Wirkung verwechselte US-Präsident Barack Obama am Wochenende, als er über die „iPod-Kultur“ lamentierte. iPads und iPods tragen dazu bei, dass  Nachrichteninformation zur Zerstreuung diene und als Unterhaltung gesehen würden. Eine Gefahr für die USA und die Demokratie, so der Präsident. 

Wir sind rund um die Uhr von Medien umgeben, die uns mit den verschiedensten Inhalten und allen Arten von Argumenten berieseln, die nicht immer wahr sein müssen. In einer Rede an der Hampton University, Virginia ging Barack Obama mit iPads, iPods, Xboxes und PlayStations ins Gericht. Durch diese Medien – von denen er keines bedienen könne – würden Informationen als Ablenkung zu einer Form der Unterhaltung. Dies trage nicht dazu bei, die Menschen in die Lage zu versetzen, sich zu emanzipieren und stelle somit eine Gefahr für die Demokratie dar, so der Präsident laut AFP.

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Abgesehen davon, dass ein relativ junger Präsident sich tatsächlich die Blöße gibt und sich vermeintlich populistisch als technischer Idiot hinstellt, der weder iPod noch iPad bedienen könne, so dürfte die angeprangerte Entwicklung auch durch täglich Sprechblasen absondernde Politiker gefördert worden sein. Sind sie es doch, die den Nachrichtenwert ihrer politischen Aussagen auf ein Minimum reduzieren, um möglichst auf allen Medien viele Wähler zu erreichen.

Um dieser Entwicklung Einhalt zu gebieten, könnte es schon helfen, wenn Barack Obama sich einmal auf seine eigene Wahlkampagne von 2008 besinnt. Damals buchte das Wahlkampfteam des Kandidaten sogar Werbeflächen in Xbox Videospielen. Politische Aussage gleich Null.

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Bild von Gast

...der sich während des Wahlkampfes dank Twitter & Co als medialer, bürgernaher Präsidentschaftskandidat hervortat?

Und jetzt hat er all sein technisches Wissen verloren? Oder wer hat da für ihn getwittert?

Und noch eins: kein iPhone bedienen können, aber sich den Mars zum Ziel nehmen - ob das passt?

Bild von Gast

Wurde nicht das iPhone von Obama extra an die Sicherheitsrichtlinien des Innenministeriums angepasst oder täusch ich mich?

Zudem seh ich da überhaupt kein Problem damit, dass sich Leute über neue Technologien informieren. Vielleicht hat er ja auch nur Angst dass die Leute die alternativen Medien entdecken und sich ein bisschen auf Wahrheitssuche begeben..

Abgesehen davon macht er sich durch solche Aussagen doch mehr als zum Affen. Grade so einer wie er, dessen Wahlkampf durch Großkonzerne (Medienkonzerne - die einseitig berichten) gefördert wurde etc, will sich für eine Pressefreiheit aussprechen. Obama ist genauso wie Bush, hat nur ein besseres Image.

Bild von Rosember

...nicht deren Ursache und auch nicht verantwortlich für sie, von daher greift Obamas Kritik sicher viel zu kurz. Interessanter wäre es sicher zu hinterfragen, warum Medien heute so funktionieren, wie sie funktionieren (und darüber lassen sich sicherlich ganze Bibliotheken vollschreiben). Ein aus meiner Warte entscheidender Faktor ist, dass es sich als extrem verkaufsfördernd erwiesen hat, den Menschen das anzubieten, was sie gerne haben möchten. Und Menschen (und andere Lebewesen) neigen dazu, den Weg des geringsten Widerstands zu gehen (was bitte nicht als moralisches Urteil, sondern als Konsequenz einer biologischen Evolution in ressourcenknapper Umgebung zu verstehen ist). Nachrichten, die sich anfühlen wie Ausschnitte aus Blockbustern oder Games, und oft vergleichbaren Tiefgang haben, ohne den Konsumenten den Feierabend zu verderben, werden deshalb lieber konsumiert, als komplizierte Zusammenhänge. Ein 400 Seiten Buch/eBook über die Finanzkrise oder den Afghanistankonflikt setzt einfach erheblich mehr Widerstand entgegen als ein paar kurze Filmschnipsel vom Börsenparkett und die Information, dass wieder irgendwer gegen den Euro spekuliert.
Das iPad & Co. haben sicherlich das Potential, unser Konsumverhalten zu beeinflussen (und zwar in jede mögliche Richtung), letztlich ist das Problem unserer Demokratien aber eher, dass wir liebend gern eine ganze Menge Geld dafür ausgeben, uns Beteiligung, Betroffenheit und Unbequemlichkeiten vom Leib zu halten (wiederum nicht als moralisches Urteil gemeint). Ich denke also, dass unser Medienkonsum relativ stringent aus unseren biologischen Anlagen, unserer gesellschaftlichen Sozialisation, unserem (westlichen) Wohlstand und unseren technischen Möglichkeiten resultiert. Dass das ein Problem für die Demokratie darstellt, ist keine Frage. Die Lösung kann jedoch nicht aus der Kritik von Nutzungsgeräten erwachsen, sondern nur aus der Frage, wie sich Anteilnahme, Engagement und Verantwortungsbewusstsein der Bürger erhöhen lassen (obwohl die meisten von uns doch sehr viel lieber im Sessel herumhängen und einfach nur zuschauen, was es so Neues gibt). Und ich denke, in dieser Hinsicht haben Internet und die entsprechenden Geräte großes Potenzial, da sie geeignet sind, die Beteiligungsschwelle (Energieschwelle) abzusenken.
Menschen lassen sich allerdings nicht gerne darüber belehren, dass ihr Naturell sie grundsätzlich zum Energiesparen (= Nicht-Engagement) prädestiniert. Deshalb schimpft Obama auch lieber in eine andere Richtung. Was er eigentlich sagen will, ist: "Bürger, kriegt endlich Euren verdammten Arsch hoch!"

Bild von Gast

Hauptsache, im Text steht:

>>Wir sind rund um die Uhr von Medien umgeben, die uns mit den verschiedensten Inhalten und allen Arten von Argumenten berieseln, die nicht immer wahr sein müssen.

Meiner Meinung nach, kann jeder Mensch einen iPod, iPad, etc. bedienen, da gibt es nichts, was man falsch machen kann!!

Bild von Gast

... das nenne ich mal kurz und knapp auf den punkt gebracht !!
gruss jack

Bild von Gast

obama hätte die präsidenten wahl nie ohne das Internet gewonnen oder nur sehr knapp

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