Wenn sich aus dem Muster der in jüngster Vergangenheit übernommener Unternehmen durch IT-Riesen Google irgend welche Schlüsse ziehen lassen, könnte man auf die Idee kommen, die Damen und Herren in Mountain View hätten es auf das Werbe-Geschäft abgesehen. Mit der Akquisition des Online-Werbe-Spezialisten Teracent will Google nach eigenen Angaben „die Resultate der geschalteten Werbe-Kampagnen optimieren“. Was das genau bedeutet? Teracent ist ein Startup-Unternehmen aus Kalifornien, das sich darauf spezialisiert hat, Online-Werbung mithilfe tausender Kriterien so genau wie möglich auf den Konsumenten zuzuschneiden. So würde ein Banner nicht nur allgemeine Informationen über irgend ein Produkt anzeigen, sondern neben der Tageszeit, dem Inhalt und der Sprache der aktuellen Webseite auch noch die Position des potentiellen Käufers auf dem Erdball berücksichtigen. Daraus ergeben sich präzise Kampagnen, womit natürlich auch eine Wertsteigerung eines jeden Werbe-Pixels einhergeht.
Noch in diesem Quartal soll der Deal abgeschlossen sein, schreiben Neal Mohan und Joerg Heilig im Google-Blog, so dass ab dem kommenden Jahr Kunden des Google Content Networks sowie des Tochter-Unternehmens DoubleClick von der Technologie profitieren können.
Kommentar: Wie Puzzle-Teile greifen die Ereignisse, die sich innerhalb der vergangenen Monate im beschaulichen Mountain View zugetragen haben, ineinander. Hier wird ein Geotagging-Dienst namens Latitude gestartet, der zwar eine Weile für Aufruhr gesorgt hat, sonst aber keine ernst zu nehmenden Konsequenzen nach sich zog. Dort werden diverse Werbe-Profis inklusive ihrer Unternehmen eingekauft, die sich einerseits, man glaubt es kaum, auch GPS-Daten zunutze machen und andererseits auf mobile Kampagnen spezialisiert haben.Böse Zungen könnten behaupten, dass, wenn uns die Geschichte irgend etwas zu lehren vermag, demnächst eine Änderung der Allgemeinen Nutzungs- und Datenschutzbedingungen Googles folgen mag. Schließlich wäre es sehr schade, all diese unglaublich wertvollen Informationen und vielversprechenden Möglichkeiten zusammenhanglos auf dem Tisch liegen zu lassen, wenn sich doch ein so pittoreskes Bild zaubern lässt, wenn man sie fein säuberlich miteinander verknüpft. Wir spitzen die Ohren und halten die Augen offen, was wohl geschehen mag, doch diesbezüglich eine größere Überraschung zu erwarten, hieße wohl, die Situation streng zu verkennen.
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