In keinem Land der Welt ist Street View so umstritten wie in Deutschland und kein Prominenter oder Politiker ist so unbedeutend, dass er nicht der Presse mitteilen würde, sein Haus unkenntlich machen zu lassen. Wie sähe ein Street View ganz ohne Menschen aus?
ANZEIGE
In Deutschland hat sich Google verpflichtet, Autokennzeichen und Gesichter unkenntlich zu machen. Arturo Flores forscht hingegen an Möglichkeiten, Passanten ganz aus Street-View-Aufnahmen zu entfernen. Flores behauptet, selbst bei Bildern mit vielen Menschen gute Ergebnisse zu erzielen.
Gruselig sehen die Aufnahmen aus, bei denen die Entfernung nur teilweise erfolgreich war: Geisterbilder, Hunde an der Leine aber ohne Besitzer und halbierte Menschen verbreiten Endzeitstimmung auf den doch eigentlich als Navigationshilfe gedachten Aufnahmen. Schon jetzt werden Kuriositäten auf Street-View-Aufnahmen auf diversen Websites präsentiert und teilweise von der Boulevard dankend aufgegriffen. Diese Websites könnten dann auf Geisterjagd gehen. Google hat sich zu der Arbeit von Arturo Flores nicht geäußert.
Kommentar In Deutschland würde Google damit kaum ein Problem lösen, zumal ein guter Teil der Kritik an Street View auch schlicht auf Unwissen basiert. Scheinheilig ist meiner Ansicht nach die von Politikern geübte Kritik: Die Damen und Herren, denen sonst keine Einschränkung des Datenschutzes schnell genug gehen kann und die deutsche Städte mit einem Netz aus Kameras überziehen, spielen sich seit Monaten als Datenschützer in Sachen Street View auf - mit freundlicher Schützenhilfe durch einige Medien, die ebenfalls mit Google ein Hühnchen zu rupfen haben. Nicht auszudenken, wenn sie auch noch Google Earth entdecken: „Toupet-Diebe nutzen Google Earth für Raubzüge!”.




Artikel kommentieren
Naja wirklich berauschend sieht das wirklich nicht aus.
Ohnehin versteh ich nich was der ganze Stress in Deutschland soll.
Über Streetview sieht man nichts anderes wie wenn man persönlich vorbeifährt.. und da jammern die Leute über Datenschutz? Lächerlich
Gerade das Unwissen und Stammtischgerede rund um Google Street View verärgert. Ich hatte in meinem Weblog dazu auch einen Artikel verfasst, einfach um den Unwissenden da draußen aufzuzeigen, dass da niemand 24/7 in ihre Häuser filmt... http://bit.ly/aFJrWp
Im Grunde zeigt die Vogelperspektive in Bing doch z.B. noch mehr - nämlich den Garten und somit einen wichtigen Fluchtweg, den Google nicht zeigt.
Ein Politiker, der ELENA unterstützt, hat nicht das geringste Recht, über StreetView zu klagen.
Für diejenigen, die es noch nicht wissen: ELENA verpflichtet Arbeitgeber, eine Reihe von Daten über ihre Mitarbeiter an eine zentrale Datenbank zu geben. Nicht nur Gehaltsdaten, sondern auch Auffälligkeiten im Verhalten, wie beispielsweise Abwesenheiten durch Krankheit, Beteiligungen an Streiks, Unpünktliches Erscheinen am Arbeitsplatz und dergleichen mehr...
Das erbärmlichste an der Geschichte: die Arbeitnehmer erhalten keinerlei Informationen darüber, was alles über sie gespeichert wird und haben auch keine Möglichkeit dies einzusehen oder Änderungen zu verlangen bzw. veranlassen.
Das nenne ich DATENSCHUTZ!
Da ist das Sommergetöse um StreetView nur noch lächerlich. Und wenn diese Leute nicht wollen, dass man ihren nackten Hintern sieht, so sollen sie ihn gefälligst in der Hose (im Rock) lassen.
Kommentar hinzufügen