FAST FORWARD

Die WWDC-Keynote 2012 im Schnelldurchlauf

11.06.12 | 21:00 Uhr - von Martin Dirk Zimmer
(Bild: Screenshot)

Das neue, superflache und -leichte MacBook Pro der „nächsten Generation“ mit Retina-Display, USB 3.0 und Ivy-Bridge-Prozessor war nur eines der Highlights der WWDC-Keynote 2012. Auch in Sachen iOS 6, OS X 10.8 „Mountain Lion“, MacBook Air und MacBook Pro hatten Tim Cook, Scott Forestall und Co. viel zu bieten.

Siri leitete mit einem Stand-Up-Comedy-Act auf Kosten von Samsung und Android die Keynote der 23. WWDC ein. Im Anschluß übernahm Tim Cook das Wort und leitete seine Ansprache allerlei Zahlenwerk in Sachen App Store ein: 400 Millionen registrierte Kundenkontos, 650.000 Apps, 225.000 davon für das iPad, 30 Milliarden Downloads insgesamt und fünf Milliarden US-Dollar an Entwickler ausgezahlte Erträge. Zu den bisher 120 Ländern, in denen der App Store verfügbar ist, fügt Apple heute zudem weitere 32 hinzu.

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Abgerundet wurde die zahlenlastige Eröffnung der Keynote mit einem Video über bemerkenswerte App-Entwicklungen: Eine Orientierungshilfe für blinde Spaziergänger, eine iPad-basierte Anatomielehre, eine App zum einfachen Buchen von Unterkünften, ein Lehrwerkzeug für den Sprachunterricht. Ein Entwickler kommentiert im Video: „Wir haben uns den Markt angeschaut. Es war klar, dass wir für iOS entwickeln würden.“ Danach betrat Phil Schiller die Bühne, um mehr über neue MacBook-Modelle zu erzählen.

MacBook Air und Pro

Das ab heute verfügbare, neue MacBook Air wird in 11-Zoll wie 13-Zoll über Intel-Prozessoren der Generation Ivy Bridge verfügen, mit bis zu 512 GB SSD-Speicher zu haben sein und ist auf USB 3.0 aufgerüstet. Das überarbeitete MacBook Pro mit verbesserter Grafikleistung, ebenfalls USB 3.0 und Ivy-Bridge-CPUs wird ab sofort angeboten, das 17-Modell wurde offensichtlich gestrichen. Mit dem MacBook Pro „der nächsten Generation“ wird das Mobil-Mac-Line-Up künftig laut Phil Schiller ergänzt um den „schönsten Computer, den wir je gemacht haben.“

Das „Next Generation MacBook Pro“

Mit nur 1,8 Zentimeter Dicke und mit nur wenigen Schnittstellen ausgestattet ist das Gerät fast so dünn wie ein MacBook Air, das leichteste MacBook Pro der Geschichte und verfügt über ein Retina-Display. Auf 15,4-Zoll-Diagonale sind 2880 x 1800 Bildpunkte verbaut - viermal so viel wie bisher. Apples eigene Apps wie Mail, Safari, iMovie und iPhoto, Aperture und Final Cut Pro wurden eigens für die neue Auflösung („HiDPI“) angepasst. Neue Versionen werden auch erwartet von dem aktuellen Spiel Diablo III und dem Ingenieurs-Werkzeug AutoCAD.

Das „Next Generation MacBook Pro“ wurde laut Apple „komplett neu erfunden“. Neben der durch ihre Größe dominierenden Batterie finden ein Intel Core i7 mit 2,3 GHz Taktung, bis zu 16 GB Speicher, die Grafikkarte NVIDIA GeForce GT 650M und bis zu 768 GB SSD-Speicher Platz. Bis zu sieben Stunden Arbeit soll der Akku durchhalten. Als Anschlüsse sind neben USB 3.0, Thunderbolt und MagSafe 2 auch eine Kopfhörerbuchse und sogar HDMI verbaut. Als neue Adapter gereicht werden im Rahmen der Produktneuheit von Apple Thunderbolt zu FireWire 800 und Ethernet. Die laut Hersteller „besten Stereo-Lautsprecher“ und zwei Mikrofone sollen FaceTime HD zum Genuss werden lassen.

Eine Video-Einspielung zu Entwicklung und Design des neuen MacBook Pro preiste das Gerät als genial konzipiert an, sehr leise und mit dem neuen Retina-Display als für Multi-Media-Arbeiten ideal. Die Standard-Ausstattung liegt preislich bei 2279 Euro. Verfügbar soll es ebenfalls ab heute sein.

OS X Mountain Lion

Craig Federrighi führte in das Thema OS X ein. 26 Millionen mal soll sich OS X Lion verkauft haben, 66 Millonen Anwender nutzen OS X insgesamt, 125 Millionen Nutzer jedoch hat die iCloud. Deshalb sei sie in OS X Mountain Lion von vornherein eingebaut. Mit „Nachrichten“, „Erinnerungen“ und „Notizen“ kommen wie erwartet die über die Geräte hinweg synchronisierenden Apps von iOS auf OS X. Das Feature „Documents in the Cloud“ steht jedem Entwickler per SDK offen, so dass jede künftige Mac App die iCloud optimal nutzen kann. Auch die von iOS bekannte Benachrichtigungszentrale „Notification Center“ und eine systemweite Diktierfunktion kommen mit OS X 10.8 auf den Mac.

Das Weitergeben von Dokumenten wird durch die entsprechenden Schaltflächen in den Werkzeugleisten der Anwendungen erleichtert. E-Mail, die App „Nachrichten“, AirDrop, Twitter und Flickr sind hierfür vorgesehen. Die neue Version von Apples Browser Safari wurde angeblich mit der am Markt schnellsten JavaScript-Leistung, einem kombinierten Adress-und-Suchfeld sowie der neuen Funktion „Tabview“ beworben. Letztere erinnert optisch an die Reiter-Verwaltung des mobilen Safari. Die besprochenen Neuerungen wurden von Federrighi in einer Demonstration gezeigt.

Mit „Power Nap“ wurde zudem die völlig neue Technologie angekündigt, am Mac trotz aktiviertem Stromspar-Modus automatische Nachrichten-Aktualisierungen und Backups durchführen zu lassen. Die wiederum von iOS bekannten Funktionen AirPlay und Game Center sowie bessere Unterstützung des chinesischen Marktes runden das zur WWDC 2012 von OS X Mountain Lion präsentierte Bild ab. Die nächste Version des Ma-Betriebssystems kommt im Juli für 15,99 Euro in den Mac App Store.

iOS 6

365 Millionen der bis Ende März 2012 verkauften iOS-Geräte laufen laut Scott Forstall zu über 75 Prozent auf iOS 5. Die App „Nachrichten“, die Twitter-Anbindung, der Game Center – alle Technologien erfreuen sich größter Beliebtheit. iOS 6 soll mit insgesamt über 200 neuen Funktionen aufwarten. Der verbesserte persönliche Assistent Siri gehört dazu.

Er/sie kennt zum Beispiel künftig Wettkampfergebnisse US-amerikanischer Sport-Veranstaltungen, durch eine Partnerschaft Apples mit dem Dienst „OpenTable“ lassen sich Restaurant-Reservierungen durchführen, und das Kino-Programm, sogar nach Schauspielern sortiert, bietet Siri samt Trailern. Tweets können diktiert werden, viele namhafte Autohersteller sollen binnen 12 Monaten eine Lenkrad-Steuerung für Siri bieten und etliche neue Sprachen der Welt werden in iOS 6 unterstützt: Koreanisch, Mandarin in Taiwan, Kantonesisch und viele mehr.

In enger Zusammenarbeit mit Facebook wird deren soziales Netzwerk in iOS 6 und OS X Mountain Lion so stark integriert, wie zuvor Twitter in iOS 5: Die Kommunikation von Orten, Internetseiten, Geburtstagen – alle bekannten Facebook-Dienste sind an iPhone, iPad und Mac demnächst systemweit angebunden.

„Do Not Disturb“ - „Bitte nicht stören“ wird man seinem iPhone unter iOS 6 sagen können, um zum Beispiel nicht des nächtlichen Schlafes beraubt zu werden: Nachrichten werden zwar angenommen, doch das iPhone verhält sich optisch und akustisch ruhig. Der Videochat FaceTime wird mit iOS 6 auch für Mobilfunk-Netze freigeschaltet und ist damit nicht mehr von WiFi-Empfang abhängig. Telefonnummer und Apple-ID werden miteinander verknüpft, um geräteübergreifend erreichbar zu sein.

Der Browser Safari wird um etliche Funktionen ergänzt, aus dem Fotostream lassen sich die Bilder bald einfacher mit den Mitmenschen teilen, Mail erhält die Kategorie „VIP“ für bevorzugte Behandlung eingehender E-Mails von wichtigen Personen, und „Passbook“ verwaltet virtuelle Eintrittskarten, Airline-Tickets und Mitgliedsausweise für den Anwender. Weiter verfeinert wird die Zugriffssteuerung von Apps und Daten, die zum Beispiel von Eltern für ihre Kinder definiert werden kann.

Tatsächlich findet sich in iOS 6 der in der Gerüchteküche schon erwartete neue Landkartendienst, der mitunter auf anonym erhobene Ortungsdaten der Anwender zu basieren scheint. Mit seiner abstrahierten 3D-Darstellung soll er sogar als Navigationshilfe im Autoverkehr dienen (turn by turn), und die Karten-Funktionalität ist in Siri eingebunden. Im Modus „Flyover“ werden die Karten sogar in fotorealistischem, sehr detailreichem 3D dargestellt. Diese Darstellung erinnert durchaus an Google Earth. Scott Forestall demonstrierte den Navigationsservice, der Lösungen von Tom Tom oder Navigon auf den ersten Blick in nichts nachzustehen schien.

Viele von den über 200 mit iOS 6 eingeführten Neuerungen verfügen über die entsprechenden SDK-Bestandteile, die es Entwicklern ermöglichen, die neuen Funktionen direkt in ihren Apps zu nutzen. Lauffähig soll iOS 6 sein auf iPhones ab Generation 3GS, dem iPad 2 und 3 sowie dem iPod touch der vierten Baureihe.

Überblick

Als Tim Cook nach dem Feuerwerk der Neuankündigungen um Meinung aus dem Publikum bat, brandete ihm frenetischer Applaus entgegen: Das neue, superdünne MacBook Pro mit Retina-Display, Mountain Lion im Juli und iOS 6 mit vielen neuen Funktionen und eigenem Landkarten-Dienst. Stolz und dankbar verabschiedete sich der CEO von der Bühne und schloss die Keynote-Veranstaltung ab.

Mehr zu: iOS 6 | MacBook Air | MacBook Pro | Mountain Lion | WWDC 2012

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Bild von Summerholiday

MacBook Pro mit Standard-Ausstattung für 2279 Euro?!
Und warum wurde der Ethernet-Anschluss abmontiert?
Grundsätzlich bin ich begeistert von dem neuen MacBook Pro. Allein schon ein Retina-Display! :)
Aber das ich dann wohl ständig mit Adaptern für FireWire und Ethernet arbeiten muss gefällt mir nicht so ganz.

Bild von karesake

Ihr mit eurem Retina Display, so Gros ist der Unterschied nun auch wieder nicht. Genauso wenig wie beim iPad 2 zum neuen iPad. Ich halte meine Augen ja schließlich nicht 1 cm vom Display weg .... Zumal sind 2300 Euro jawohl mehr als übertrieben !

Bild von Robs

"Und warum wurde der Ethernet-Anschluss abmontiert?"

Weil bei meinem aktuellen MacBook Pro der Ethernet Anschluss schon die ganze Bauhöhe in Anspruch nimmt. Nachdem das neue MacBook Pro noch dünner ist, hat der Ethernet Anschluss einfach keinen Platz mehr gefunden.

Und für Leute die den Anschluss wirklich noch brauchen (ich brauche ihn zum Beispiel nie), gibt es den neuen Thunderbolt-to-Ethernet Adapter.

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