Der Rückzug des Steve Jobs vom Posten des CEOs: Die Nachricht vom Führungswechsel in der Chefetage des iPhone-, iPad-, iPod- und Mac-Konzerns wurde medial mit einer Mischung aus morbidem Nachruf-Charakter und ungläubigem Kopfschütteln aufbereitet. Doch was denken die Köpfe hinter der Mac Life? Meinungen aus der Redaktion.
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Kassian Alexander Goukassian | CEO falkemedia, Herausgeber der Mac Life Ein Aspekt, den die breite Masse der Jobs-Kommentatoren selten berücksichtigt ist die Rolle des Apple CEO als Management-Vorbild. Wer sich jedoch in entsprechenden Foren aufhält, Tweets verfolgt oder mit Führungskollegen austauscht weiß, welchen Reiz Jobs auch auf diese Menschen ausübt. Unternehmenslenker auf der ganzen Welt wollen wissen, gar spüren, wie es ihm gelingen konnte, Apple aus dem Nichts zum wertvollsten Unternehmen der Welt zu machen.Auch für meine Aufgabe, ein Medienhaus mit über 200 festen und freien Mitarbeitern täglich zu lenken, hat Jobs mich zunehmend inspiriert. Dabei geht es mir nicht um Frage, wie sich tägliche Prozesse optimieren ließen. Viel mehr hat er mir und vielen anderen Menschen gezeigt, dass eine außerordentliche Qualität und der konsequente Wille, die eigenen Produkte aus den Augen des Konsumenten kritisch zu sehen und zu bewerten, maßgebend für jeglichen Unternehmenserfolg sind. Apple hat auf diesem Gebiet nicht nur überzeugt, sondern den Qualität- und Bedienungsanspruch einer ganzen Generation beeinflusst. Darauf werden wir „Hersteller“ uns alle einstellen müssen – eine wundervolle Herausforderung!
Matthias Jaap | Redaktion Mac Life/maclife.de Die Versuchung ist groß, in den Wechsel an der Spitze Apples eine Verschlechterung des Gesundheitszustands von Steve Jobs hineinzuinterpretieren, aber ich wäre in der Sache vorsichtig. Sieben Monate ist es her, seitdem Jobs eine Auszeit von Apples Tagesgeschäft angekündigt hat. Jetzt wurde lediglich das offiziell gemacht, was ohnehin schon seit über einem halben Jahr der Fall ist: Die Rollen sind wieder formell richtig verteilt, Cook macht als frischgebackener CEO das, was er ohnehin seit Monaten macht. Es ist kein Abtritt á la Bill Gates.Bei Ankündigungen eines CEO-Wechsels spielt in Zeiten nervöser Börsen auch immer Taktik eine Rolle. Apple dürfte nicht durch irgendwelche Diagnosen von Jobs Ärzten zu besagter Ankündigung getrieben worden sein. Cook hatte nun genug Gelegenheit zu zeigen, dass er das Apple-Tagesgeschäft sicher führen kann, außerdem stehen vermutlich in wenigen Wochen bereits das iPhone 5 und neue iPods an. Soll heißen: Apple-Produkte werden bald wieder die Schlagzeilen bestimmen und Jobs wechselt zu einem Zeitpunkt den Posten, als Apple so erfolgreich wie nie ist. Die Keynotes dürften auch in Zukunft Teamwork sein, so wie es schon die letzten waren. Und wer weiß, vielleicht wird auf der nächsten Keynote als „One more thing“ Steve Jobs angekündigt …
Matthias Parthesius | Redaktion Mac Life Welcome, Tim. Seriously.Mit den Worten „Welcome, IBM. Seriously.“ begrüßte Apple den IBM-PC. Das war am 24. August 1981 – Apple schaltete eine ganzseitige Anzeige im Wall Street Journal. Diese Arroganz wurde bestraft. Apple verlor den PC-Krieg an IBM und Microsoft, bis dieser PC-Krieg 1997 von Steve Jobs für beendet erklärt wurde. In die Apple-Präsentation im Rahmen der MacWorld Expo in Boston wurde Bill Gates hinzugeschaltet, um eine Partnerschaft von Apple und Microsoft zu bekräftigen. Office werde für den Mac weiter entwickelt. Im Gegenzug werde Apple auf seinen Systemen den Internet Explorer vorinstallieren. Aus dem PC-Krieg war längst der Browser-Krieg IE gegen Netscape geworden.1998 dann konnte Steve Jobs sich über sich selbst lustig machen. In Anlehnung an den iMac, den er bei der WWDC präsentierte, bezeichnete er sich selbst als iCEO – als interim CEO. Als scheinbar vorübergehendes Provisorium sollte mit dem iMac ein nachhaltiger Wandel bei Apple einsetzen: Die Kehrwende wurde dabei von Steve Jobs persönlich geleitet. In den zurückliegenden zehn, zwölf Jahren überraschte Apple mit so mancher Innovation. iMac, iPod und iPhone stehen in einer Linie für das neue Apple und einen Aktienkurs der nur eine Richtung kennt: nach oben. Seit 25 Quartalen in Folge holt sich Apple seine damals verlorenen Marktanteile zurück, weil Apple stärker wächst als der Rest des PC-Marktes. iMac, iPod und iPhone stehen aber auch für den Führungsstil von Steve Jobs, der die wichtigen Präsentationen selbst hielt. Die Produkte waren Chefsache. Apple: das ist und das war auch immer ein Stück Steve Jobs. Tim Cook tritt daher kein leichtes Erbe an. Wünschen wir ihm einen guten Start und uns allen eine aufregende Zukunft mit Apple.
Eric Schäfer | Redaktion maclife.de Apple-Chef Steve Jobs ist zurückgetreten. Ja, und? Es ist nicht mehr und nicht weniger passiert, als dass ein Unternehmensführer sich aus dem Tagesgeschäft zurückzieht. Allerdings handelt es sich in diesem Fall nicht um eine jener farblosen Managergestalten, die mal eben durch eine andere Figur ersetzt wird, sondern um den charismatischen, innovativen und visionären CEO von Apple. Doch ein kurzer persönlicher Rückblick zeigt: Apple ist mehr als Steve Jobs. Als ich meinen ersten Macintosh kaufte, da war Steve Jobs gerade mit der „NeXTen“ Firma beschäftigt – und dennoch stellte Apple begehrenswerte Computer mit einem zu jener Zeit wahrlich simpel zu bedienendem Betriebssystem her, das schnelles und problemloses Arbeiten ermöglichte. Dieser Maxime ist Apple bis heute über alle Geräte hinweg treu geblieben. Das wird auch ohne Steve Jobs an der operativen Spitze so bleiben. Denn das Unternehmen ist gut aufgestellt. Und wer weiß, vielleicht wird Apple sogar noch besser, wenn Tim Cook sozusagen „von der Leine gelassen wird“.
Stefan Molz | CvD maclife.de Apple ist so viel mehr als nur „Jobs“: Großartige Produkte vom Schlage eines iPhone und iPad sind das Werk eines ganzen Teams hochbegabter Köpfe und auch ohne Steve Jobs in leitender Position wird das Unternehmen ganz sicher auch weiterhin Kunden, Anleger und Mitbewerber mit innovativen Produkten überraschen und begeistern können. Wer Apple hingegen auf die Person des Steve Jobs reduziert, malt ausschließlich in Schwarz. Mir geht es nicht darum die Verdienste des Visionärs und Verkaufsgenies kleinzureden, der Phönix-gleiche Aufstieg Apples Ende der 1990er-Jahre etwa wäre ohne den charismatischen Denker & Lenker kaum vorstellbar gewesen. Aber ich bin mir sicher, dass Apple auch ohne Jobs als fleischgewordenes Aushängeschild eine rosige Zukunft vor sich hat. Apple als Unternehmen sollte die Gelegenheit nutzen, um sich zu emanzipieren: Mehr als einmal hat man die Gelegenheit verpasst, um die Marke Apple weiter von der Person Steve Jobs zu entkoppeln.
Ümit Mericler | falkemedia technology GmbH Steve ist nicht verstorben, sondern zurückgetreten. So wie es scheint, hat er dies aus eigenem Antrieb getan und bleibt Apple sogar als Aufsichtsratsmitglied und Mitarbeiter erhalten; er ist nicht vom Erdboden verschwunden. Vermutlich wird sich in den kommenden Monaten im Vergleich zu den letzten Monaten einfach gar nichts ändern: Tim Cook hatte das Zepter bereits seit Januar in der Hand und erhält es nun offiziell dauerhaft überreicht. Natürlich ist Jobs für Apple mehr als ein x-beliebiger Konzernlenker einer x-beliebigen Firma, aber der Abgang ist nicht das Ende von Apple. Fakt ist: Daimler wird seit langem nicht mehr von Gottlieb Daimler geführt und Apple nun nicht mehr von Steve Jobs.Ich hätte mir gewünscht, dass Steve noch länger CEO von Apple bleibt, aber um es mit einem Jobs-Zitat aus seiner berühmten Stanford-Rede zu beschließen: „Right now the new is you, but someday not too long from now, you will gradually become the old and be cleared away.“
Diskutieren Sie mit, hier im Kommentarbereich und im maclife.de-Forum: Wie beurteilen Sie den Rücktritt von Steve Jobs? Wie wichtig ist die Person „Steve Jobs“ für Apple ihrer persönlichen Meinung nach? Wird Apple auch ohne Jobs in leitender Position weiterhin mit Innovationen glänzen können?



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@Kassian Alexander Goukassian:
"Viel mehr hat er mir und vielen anderen Menschen gezeigt, dass eine außerordentliche Qualität und der konsequente Wille, die eigenen Produkte aus den Augen des Konsumenten kritisch zu sehen und zu bewerten, maßgebend für jeglichen Unternehmenserfolg sind."
Warum spüren das die Leser in den Online Beiträgen leider überhaupt nicht? Hier ist die Qualität der Beiträge und die Recherche wirklich inzwischen unterirdisch schlecht. Jeder andere Online News-Dienst ist aktueller und hat FAKTEN vorzutragen, hier wird fast nur noch gemutmaßt und persönliche Einschätzungen werden abgegeben. Ich ärgere mich immer wieder, dass ich entgegen meiner eigentlichen Einstellung doch immer wieder mal auf Maclife.de schaue. Jedesmal mit dem Ergebnis: Hätte ich besser sein gelassen.
Also Herr Goukassian, setzen Sie doch einfach um, was Sie von Steve Jobs gelernt haben wollen.
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