KOMMENTAR

Warum Apple nach nur sechs Monaten bereits das iPad 4 vorstellte

23.11.12 | 16:07 Uhr - von Mac Life
(Bild: Apple)

Apple wurde in den vergangenen Jahren dafür bewundert, Produkte zu schaffen, die wertstabil sind und im Gegensatz zur Konkurrenz erst nach vergleichsweise langer Zeit veralten. Nun aber hat Apple mit dieser Maxime gebrochen und Anleger wie Käufer gleichermaßen schockiert. Ausgestattet mit einem doppelt so schnellen Hauptprozessor und dem neuen Lightning-Anschluss erschien nur sechs Monate nach der Einführung des iPad der dritten Generation erneut ein neues Modell.

Was wie eine für das Unternehmen untypische Handlung in der Post-Steve-Jobs-Ära wirkt, offenbart jedoch einerseits, dass auch Tim Cook ein CEO der schnellen und konsequenten Entscheidungen ist, andererseits aber auch, dass sich der Wind im Tablet- und Smartphone-Markt gedreht hat. Beinahe glaubt man, wieder zurück in den neunziger Jahren zu sein. Damals sorgte ein nicht enden wollender Wettstreit um die höchste Prozessor-Taktfrequenz und die Auflösung von Grafikkarten und Monitoren dafür, die Begeisterung der Kunden zu wecken und laufend neue Verkäufe zu generieren.

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Insbesondere Apple war es durch die Einführung des iPhone und später des iPad indes gelungen, zu belegen, dass es heute viel mehr auf Themen wie Benutzerfreundlichkeit, die perfekte Abstimmung von Soft- und Hardware und den konkreten Nutzen für Anwender ankommt. Während Notebook-Hersteller noch immer mit wachsenden Leistungen protzten, begeisterte das iPad 2010 durch seine leichte Bedienbarkeit und lange Akkulaufzeit.

  • Das iPad der vierten Generation unterscheidet sich zum Vorgängermodell nahezu ausschließlich über den verbesserten Prozessor

Doch wenn sich sämtliche Smartphones und Tablets so stark ähneln, dass sie schwer zu unterscheiden sind und ihre herausragenden Merkmale in Blogs und Medien kaum noch in Worte gefasst werden können, dann müssen bewährte, wenn auch veraltete Vergleichsmethoden her: Wo immer man heute Tablet-Vergleichstests liest, begegnet man dem alten Wettstreit um Prozessor-Taktfrequenzen oder Bildschirmauflösungen. Welchen konkreten Alltagsnutzen der Käufer aus 0,2 GHz mehr an Taktfrequenz für sich ziehen kann wird jedoch nicht klar.

Es bedurfte sicherlich keiner Industriespionage Apples, zu wissen, dass Google im vergangenen Oktober gemeinsam mit Samsung den preiswerten iPad-Konkurrenten Nexus 10 auf den Markt bringen würde, der technisch übrigens herausragend ist. Schließlich ist Samsung Hersteller und Branchen-Lieferant für die besten Prozessoren und Bildschirm-Technologien, während Google das Qualitätsmanagement für die Abstimmung der Hardware mit dem Android 4.2 Betriebssystem sicher gestellt hat.

Hätte Apple an dem bisherigen Erneuerungszyklus von zwölf Monaten festgehalten, wäre die Konsequenz gewesen, für rund ein halbes Jahr ein technisch (durch das Nexus 10) veraltetes Gerät auf dem Markt zu haben und folglich in sämtlichen Tests und Gegenüberstellungen als Verlierer abzuschneiden. Durch den Schachzug allerdings, das iPad 4 wenige Tage vor dem Google Nexus 10 präsentiert zu haben, gelang es Apple, die Konkurrenz auf Abstand zu halten – wenn auch zum Ärger einiger iPad-3-Käufer. Eine schwierige Entscheidung, die für die Frage über die langfristige Vormachtstellung im Tablet-Markt unter Umständen von großer Bedeutung gewesen sein kann.

Die kommenden Monate werden dies zeigen.

Kassian Goukassian

Dem Autor auf Twitter folgen: Mehr zu: iPad 3 | iPad 4

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Bild von Birne

"...gelang es Apple, die Konkurrenz auf Abstand zu halten."
LOL, wohl eher zur Konkurrenz aufzuschließen.

Siehe auch Stiftung Warentest ;)
Mal ein Test der wirklich für Otto Normalverbraucher gemacht ist und kein technisches blabla.
Genau aus was die apple Girlies stehen...

OMG das ipad ist gar nicht Testsieger???? LOL

Bild von Birne

Oh Verzeihung, Girlies oder Rentner ;)

Bild von rudolf07

Da hat dir mal wieder was gewaltig den Blick vernebelt.
Etwa die heisse Luft aus deiner Birne, @Birne?
Weder das 4 Gen. iPad, noch das Nexus 10 nahmen nämlich an diesem super-duper Test "für Otto Normalverbraucher" teil.
Also spar dir dein Gelalle ("Genau aus(sic!) was die apple Girlies stehen...), du kleiner Troll. LOL

Bild von teller

Stiftung Warentest entschuldigt sich schon jetzt bei dir, rudolf07, dass die nicht das aktuelle iPad testen konnten, bevor es auf dem Markt war.

Aber scheinbar hast du auch gar nicht so wirklich verstanden, was Birnes Aussage zum Stiftung Warentest war: Ein Testbericht für Normalnutzer, für denen es scheissegal ist welcher Prozessor drin steckt. Hauptsache das Gerät rennt flüssig. Gerade hier in der News wird beschrieben, dass das iPad sich nur im Prozessor gemacht hat (und der neue Anschluss). Von daher wirds den meisten eh egal sein, außer sie rennen immer dem neusten hinterher.

Schon traurig, dass du immer beleidigend wirst, sobald was gegen deine Religion gesagt wird.

Bild von batDan

Witzigerweise schreibt heise im aktuellen c't in einem ausführlichen Test, dass die CPU des Nexus 10 offensichtlich häufiger überfordert sei, weil es immer wieder zu Rucklern kommt. Dasselbe stand bei heise übers Galaxy Note 10.1.

Also in technischer Hinsicht vertraue ich den fundierten Tests von Heise wesentlich mehr als der Stiftung Warentest, die seit 20 Jahren Desktop-PCs testet und von modernen Geräten wie Tablets offensichtlich überfordert ist...

Bild von rudolf07

"Schließlich ist Samsung Hersteller und Branchen-Lieferant für die besten Prozessoren und Bildschirm-Technologien, während Google das Qualitätsmanagement für die Abstimmung der Hardware mit dem Android 4.2 Betriebssystem sicher gestellt hat."
Blöd nur, dass Samsungs bester Prozessor, der Exynos 5, schon gegen den A5X des 3 Gen. iPad kaum anstinken kann, während der A6X locker Kreise um ihn dreht.
Die PLS-Bildschirm-Technologie mag ja nicht schlecht sein, mit den IPS-Displays im iPad Retina (lustigerweise zum Teil auch von Samsung hergestellt), kann sie in Sachen Kontrast und Farbtiefe nicht mithalten. Siehe Nexus 10-Reviews auf engadget.com oder cnet.de.
Und was Googles "Qualitätsmanagement" für Android 4.2 wert ist, kann man z. B. hier nachlesen.
http://www.golem.de/news/android-4-2-fehler-fuehren-zu-geringer-akkulaufzeit-und-systemabstuerzen-1211-95824.html

Bild von myid

Zitat
...und ihre herausragenden Merkmale in Blogs und Medien kaum noch in Worte gefasst werden können, dann müssen bewährte, wenn auch veraltete Vergleichsmethoden her...

Wahnsinn! Also haben wir es euch (z.B. Giga) zu verdanken,dass die Hersteller wieder mal mit dem schwachsinnigen Wettrüsten anfangen. Nur weil ihr zu einfallslos seit was ihr schreiben sollt.

Den gleichen Mist hatten wir schon beim Prozessorwettrüsten wo dir der Oberschenkel wegbrennt wenn du das Notebook draufstellst oder bei Kompaktkameras mit 16MP die ja so tolle Rauscharme Bilder schießen.

Ich danke euch für den Technikmüll, den ihr mal bald wieder zu verantworten habt.

Bild von Buddy

"(...) zum Ärger einiger iPad 3 Käufer (...)"

Och, eigentlich ärgere ich mich nicht. Üblicherweise muss immer alles nagelneu bei mir sein. Beispielsweise das iPhone oder ein Mac, aber das "Zwischendurch"-Gerät iPad 3 mit Retina liefert immer noch exzellente Dienste. Die Fummelei mit den Lightning Adaptern für's iPhone reicht mir erst mal. Das bisschen Speed fällt für Otto-Normalo eh nicht ins Gewicht.

Ich freue mich immer noch über mein iPad 3 und habe seltsamer Weise nicht den geringsten Drang zum iPad 4. Scheint daran zu liegen, dass es ein wirklich ausgereiftes Produkt ist. Wer mehr Takt braucht, na bitte.

Am Rande bemerkt spüre ich den Drang, mein Air auszutauschen auch erst dann, wenn es ein 13er Retina gibt. Takt, bisschen SSD Speicher mehr und ein paar GB Ram mehr, machen den Kuchen nicht fett.

ERGO: Apple baut nach wie vor wertbeständige Produkte, wenn sich der Wert darin ausdrückt, wie die Geräte und Services genutzt werden und nicht darin, wie viel Euro der Markt her gibt.

Es ist vielleicht etwas beängstigend, aber könnte es sein, dass Apple tatsächlich immer noch sehr viel richtig macht? Aus meiner Sicht als Anwender: Es bleibt kein Wunsch offen. Fast ...

Bild von moritzf

ich stimme dem voll und ganz zu. Vor einem halben Jahr war das Gerät gut und schnell und das ist es jetzt immer noch. Es ist bei technischen Produkten immer so, das etwas neues herauskommt. Das alte wird dadurch aber nicht schlecht.
Ihr habt euch auf grund der damaligen Marktlage dazu entschieden ein iPad zu kaufen und wart damit zufrieden, bis ein neues herauskam - hat das neue iPad euer Modell etwa schlechter gemacht ? :D
Solange Apple dem iPad genau so lange Softwareupdates spendiert wie auch beim iPad 1, sehe ich da überhaupt keinen nennenswerten Nachteil.

Bild von iShaft

So blöd wie es klingen mag, aber ich glaube es würde Apple (und auch uns Kunden) etwas helfen, wenn Apple durchaus ab und zu einmal ein kleines hardwaremäßiges "Zwischen-Update" bringen würde. Kein direkt neues Design, sondern nur eine zeitgemäße Anpassung an den technischen "state of the art". Denn dann wäre nicht mehr dieser alljährliche wahnsinnige Run auf die neuen Produkte zur Markteinführung so problematisch. Da die nachgefragten Stückzahlen genauso wie die Wartezeiten immer größer werden und kaum noch bedient werden können, wäre es schon besser, wenn man diese Nachfrage über das ganze Jahr verteilen könnte. Das iPhone und das iPad sind ja mittlerweile soweit hardwareseitig ausgereift, dass man damit ruhig zwei bis drei Jahre zufrieden arbeiten kann... Dann tut es auch nicht mehr so weh, wenn man sich eins kauft, wenn man es braucht. Und man nicht warten muss, bis wieder ein neues erscheint... und dann die Nachfrage über Monate nicht befriedigt werden kann.
Der Sprung zum Retina-Display beim iPad 3 war schon riesig. Aber ich hab' überhaupt kein Bedürfnis ein 4er zu haben. Den Dock-Connector nutze ich nur einmal die Woche zum Aufladen. Und die bessere Facetime-Kamera... nun ja, wie soll ich sagen... die Internetverbindung ist diesbezüglich oftmals immer noch das kleinste Nadelöhr, wo all die Daten durch müssen.

Ciao
iShaft

Bild von wasti

diese Diskussionen und der Glaubensstreit hier (und auch woanders) sind eigentlich überflüssig!

Ich bin seit zwei Jahren täglicher Benutzer eines iPad 2 und mich interessiert eigentlich nicht, welcher Prozessor da eingebaut ist. Ich benütze es täglich und bisher ist auch absolut problemlos und immer mit den neuesten Updates versehen.

Dank dem Elektroschrott-Container in unserem Nest verfüge ich mittlerweile auch nicht nur über ein funktionierendes Samsung Pad (eine Neuinstallation brachte das Ding wieder zum laufen) sonder auch noch über vier Android Smartphones (mit denselben "Fehlern" :-))))) und kaufe mir mit dem Verkauf der Geräte dann gezwungenermaßen ein neues iPad - das fand ich bisher leider noch nicht im Elektroschrott.

Warum aber nur werfen unsere Deutschen Touristen Ihre überwiegend funktionierenden Notebooks, Smartphones und Tabs im Ausland in den Schrott-Contaier?????

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