Mike Daisey führt auf der US-Bühne einen dramatischen Monolog über seinen Besuch bei Foxconn und die dortigen Arbeitsbedingungen der Produktion des iPads auf. Auf Nachfrage entkräftet seine damalige Übersetzerin Li Guifen fast alle schockierenden Details der Interviews mit den Arbeitern als gelogen.
Über das Bühnenprogramm „The Agony and the Ecstasy of Steve Jobs“ des US-amerikanischen Dramaturgen Mike Daisey berichtete im Januar die einstündige Radiosendung „This American Life“ in ihrer Episode „Mr. Daisey and the Apple Factory“. Die Schilderung der Eindrücke aus der Foxconn-Fabrik in Shenzhen wurden damals als Journalismus dargestellt, was mittlerweile von mehreren Seiten bedauert wird.
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Die Wirtschafts-Seite Marketplace recherchierte und hakte dem Wahrheitsgehalt der im Bühnenprogramm gemachten Aussagen nach. Li Guifen, die Daisey damals in Shenzhen als Übersetzerin begleitet hatte, relativiert die Berichte von den Besuchen bei Foxconn. Das Duo war nicht auf minderjährige, durch Nervengift geschädigte oder bei der Fertigung des iPads verkrüppelte Arbeiter getroffen. Die Wachen vor dem Werksgelände führten keine Schusswaffen, und die beengten Schlafräume der Arbeiter hatte Daisey nie betreten.
„Ich bedaure aufrichtig meinen Fehler, es in Ihrer Sendung [This American Life] als Journalismus darzustellen. Es ist kein Journalismus. Es ist Theater.“ Mike Daisey beruft sich allerdings auf dramaturgische Freiheit, das Erzählen einer guten Geschichte und weist den Begriff „Lüge“ von sich.





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Hmmmm gehts noch? Somit schliesst er die Tür für berechtigte Kritiken zugunsten seines eigenen Profits. Was für Typen. Unfassbar.
Das zeigt mal wieder das der Journalismus auch immer weniger Qualität besitzt. Ansonsten hätten doch Namenhafte Zeitungen und Sender das ganze mal überprüft, bzw. genauer hinterfragt, gerade wenn es sich um Auszüge aus einem Bühnenstück gehandelt hat.
Und dass er sich dann noch als moralische Instanz aufspielt ist die Krönung.
Jo, die Presse will nur noch Geld verdienen und das um jeden Preis wie es scheint!
Hauptsache Auflage :(
Tja, Geschichtenerzähler! Gestern habe ich den Typen ein Androidteil kaufen sehen...
Nein, er hat's nicht gekauft sondern geschenkt bekommen.
Wer glaubt schon der Übersetzerin? Die hat doch keine Ahnung was sich verkauft …
Ist eine böse Geschichte, doch Vorsicht vor übereilten Schlüssen. Kann stimmen oder aber auch nicht. Das in China die Arbeite- und Lebensbedingungen miserabel sind, weiss ich aus eigener Erfahrung. Was Der Typ gesagt hat und ob man der Dolmetscherin glauben darf, weiss ich nicht. Fakt ist eins, die großen Konzerne wie Apple, Dell, Hp etc. verschließen gerne die Augen vor den Schweinerein, die in ihren Produktionsstätten passieren, es sei denn der Druck durch die Öffentlichkeit wird zu groß. Und Fakt ist, das die Chinesischen Behörden auch gerne die Augen verschließen, Hauptsache die Kohle stimmt. Deshalb ist es unverzeihlich, dass wer auch immer versucht daraus Kapital zu schlagen.
Das die Geschichte über seinen Besuch bei Foxconn - zumindest in weiten Teilen - frei erfunden ist, hat Mike Daisey inzwischen zugegeben. Das Problem ist auch nicht unbedingt, die Darstellung der erfundenen Geschichte im Rahmen eines Theaterstücks. Aber er hat leider den Anschein erweckt, dass er Tatsachen wiedergibt.
Und seine Geschichte beruht ja auch auf Tatsachen. Das sieht man ja auch an Apples eigenen Berichten. Er hat nur alles drastisch übertrieben.
Hier kann man sich übrigens die Sendung (Episode 460: Retraction) anhören, in der This American Life die ursprüngliche Sendung widerruft: http://www.thisamericanlife.org/
Ich fand den Typen von Anfang an absolut unsymphatisch und ich hoffe, dass das Daisey-Gate zu einer Beendigung seiner nicht vorhandenen Karriere führt. Weg mit dem.
Das heißt im Umkehrschluss nicht, dass die Zustände ich Shenzhen gut sind, aber so etwas für eigene Zwecke auszuschlachten ist skandalös. Da will nur einer was vom Apple-Kuchen.
Würde mich echt interessieren, was an so einem "Theaterstück" unterhaltsam sein soll?
Außerdem: In seinem Blog behauptet er mehrfach trotz seiner Entschuldigung (sogar während er sich entschuldigt, dass es so rüberkam als wäre er ein echter Journalist), dass er Fakten wiedergibt und er für "die Wahrheit" steht.
Also ein Lügner...
Und noch schlimmer: Glaubt er etwa, dass er den chinesischen Arbeitern etwas Gutes tut, wenn er so dermaßen übertreibt, dass alle sagen: "Stimmt gar nicht! So schlimm ist es nicht."
Damit ermutigt er die Leute ja dazu einen Dreck auf Berichterstattungen über Fabriken in China zu geben!
Was für ein hässlicher fetter Vogel - und dumm noch dazu. Wollte auch mal bissel Aufmerksamkeit.
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