Betriebssystem beschnitten

Von NeXT zum Mac: Diese Funktionen fehlen in OS X

Auf einer Keynote im Jahr 1992 stellt der Geschäftsführer von NeXT, Steve Jobs, die neuste Version des Betriebssystems NeXTSTEP 3 vor. Als Apple später Jobs zurückholte und NeXT aufkaufte, wurde das System die Basis von Mac OS X. Der Augenzeuge, John Kheit, der bei NeXT gearbeitet hat, beschreibt zwei Funktionen, die Apple später im Betriebssystem für die Macintosh-Computer nicht mehr zur Anwendung brachte.

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Steve Jobs tritt 1992 vor die Öffentlichkeit und stellt das neue NeXTSTEP 3 vor. Aus heutiger Sicht wirkt das Keynote-Video wie ein Beweisdokument. Zumindest der ehemalige NeXT-Mitarbeiter John Kheit erinnert sich. Er findet gleich zwei Funktionen, die zwar äußerst fortschrittlich waren, aber nicht den Weg in Apples Mac OS X fanden, obwohl Sie in NeXTSTEP 3 bereits enthalten waren.

Systemweite E-Mail-Verschlüsselung in NeXTSTEP

In diesem Artikel haben wir ein YouTube-Video der Keynote eingebettet. Spulen Sie einmal zu Minute 59, Sekunde 53 vor. An dieser Stelle beschreibt Steve Jobs eine systemweite E-Mail-Verschlüsselung, die in das NeXT-E-Mail-System integriert war. Es ist interessant, festzustellen, dass Apple ein solches Feature bei Mac OS X weggelassen hat, obwohl man bei iOS, Touch ID und iCloud einen hohen Wert auf Sicherheit und Verschlüsselung legt.

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Interoperabilität von Apps und Objekten

Auf der NeXTWorld Expo im Jahr 1992 wurde allerdings noch ein weiteres Feature bei NeXTSTEP 3 gezeigt. Spulen Sie zu Minute 51, Sekunde 32 in dem Video. Wir bekommen dann eine Funktion präsentiert, die anfangs nicht bei OS X Verwendung fand und erst in den letzten Jahren in iOS und durch iOS auch am Mac Verwendung findet: Die Möglichkeit von „Objekten“ auch außerhalb einer App zu kommunizieren. Steve Jobs nennt das Feature „Objekt-Linking“. Er stellt die Funktion im Video mit einem Texteditor und einem Zeichenprogramm vor. Dabei müssen die Dateien nicht auf denselben Geräten vorhanden sein und werden trotzdem immer auch aktualisiert. Es erinnert heute an Funktionen wie die universelle Zwischenablage und „Continuity“.

In einen Text in einem Editor kopiert der junge Steve Jobs eine Grafik. Diese liegt nicht einmal auf dem gleichen Computer, sondern ist eine Datei im Netzwerk. Er kopiert das Bild in die Zwischenablage und fügt es in das Textdokument ein. Nun ändert er die Farbe der Grafik über das Zeichenprogramm und siehe da: Auch die Farbe der im Textdokument eingebundenen Grafik ändert sich.

Auch gab es damals die Idee für NeXTSTEP für Intel-Prozessoren und eine Render-Engine auf Systemebene. Letztere erinnert an Apples Metal API heute. Seinerzeit wurden Macintosh weiterhin mit Motorola-Prozessoren angeboten. Die Idee auf Intel zu wechseln, oder sich zumindest dafür zu öffnen, hatte Steve Jobs offenbar schon damals.

Was uns also in den letzten Jahren in Teilen als „Neuheit“ in macOS verkauft wurde, lag scheinbar schon viele Jahre in den Schubladen in Cupertino.

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So ein Quatsch
E-Mail Verschlüsselung damit ich nur noch mit anderen Macs kommunizieren kann.

Ja genau, so funktioniert das. #nicht

Tja vielleicht sollte man sich die Stelle erst mal ansehen bevor man darüber herzieht!
Es geht um public-key-Verschlüsselung, was Faktisch der Industriestandard heutzutage ist. Kann z.B. auch Outlook. Leider fehlt die Funktion noch Heute in Apple Mail, zumindest hab ich sie noch nicht entdeckt.

weil ich meine NeXT leichtsinnig hergegeben habe. :-(
Sie konnte so manches, was Wettbewerber noch lange nicht auf dem Radar haben.
Dort hat sich die Bedienungsqualität sogar über die letzten Jahre gefühlt verschlechtert.
Und selbst Apple könnte sich das eine oder andere wieder bei der NeXT abgucken.

Tja NEXT war so gut das es heute noch nicht wirklich veralbert wäre.

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