Schon längst nicht so euphorisch wie einst bei den Jobs-Keynotes fiel der Applaus aus, welcher den Marketing-Manager auf die Bühne lud. Artig nahm das Publikum zwar seine bemühte Vorstellung zur Kenntnis und gewährte den einen oder anderen Szenenapplaus. Der berühmte Funke, der bei den bisherigen Keynotes vom ausdrucksstarken Steve Jobs aufs Publikum übersprang, fehlte jedoch vollständig. "Jobs hat einfach mehr Charisma", flüstert man sich in den Reihen zu, "Laaaaangweilig" kommentierten einige beim Ende der Keynote.
Hoch anzurechnen ist Schiller allerdings schon der Mut, überhaupt als Jobs' Stellvertreter diese Bühne ganz allein zu füllen. Denn den Fußstapfen, die Jobs hinterlässt, kann wohl kaum jemand folgen. Dennoch bemühte sich Schiller, die gleiche Euphorie, den gleichen Druck und eine ähnliche Dramaturgie in seine Präsentation zu legen, wie der Zuschauer es von Steve Jobs gewöhnt ist. Dabei war das vielleicht gerade sein Fallstrick: Statt möglichst nah an Jobs' Auftreten heranzukommen, hätte Schiller es mit einer individuellen Darstellung versuchen können.
Aber selbst dies hätte wohl nichts geholfen, denn Phil Schiller musste auch inhaltlich einen ziemlich undankbaren Job erledigen: Statt mit aufregenden Neuheiten, Hochglanz-Produkten und bahnbrechenden Geräten zu glänzen, hatte Cupertino ihm einen eher bescheidenen Koffer für San Francisco gepackt. Weniger war es also Phil Schiller selbst, der für Langeweile auf der Bühne sorgte, sondern Apples Kalkül: Mit einem abwesenden Steve Jobs, einigen eher weniger spannenden Neuvorstellungen und einer insgesamt überwiegend unaufgeregten Präsentation würden vielleicht weniger Anhänger dem Macworld-Auftritt von Apple nachtrauern. Plan gelungen, Apple. Denn einer Vorstellung, die so kurz und gleichzeitig so langatmig war wie diese, muss wirklich niemand nachweinen.



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Also, auf dem Foto sieht Phil aber aus wie ein Metzger. Für einen Marketing-Menschen sollte er sich vielleicht mal Gedanken machen, wie er sich selbst besser vermarktet. Klar, er kann jetzt nicht einen auf Jobs machen, aber auch die Kanzlerin hat sie eine Stilberatung gegönnt, bevor sie ins Kanzleramt eingezogen ist.
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