Am Vorabend der CES-Eröffnung in Las Vegas konnte man fast meinen, einen Hauch von Keynote-Spannung à la Apple in der Luft zu spüren. Gerüchtefetzen zu einem „bahnbrechenden Gerät“, Hoffnungen den „Microsoft Courier“ endlich in Aktion zu sehen um dann zu Hause, zusammen mit dem Publikum in Entzücken auszubrechen. Ernüchterung würde das Gefühl wohl besser beschreiben, als Microsofts CEO Steve Ballmer gegen Ende der Keynote ein Tablet im Standardformat von Hewlet Packard präsentierte. Das Wort Tablet scheint für den inzwischen vierten Versuch diese Kategorie von Computern aber tabu – Slate-PC ist das neue Zauberwort. Dass sich hinter dem eigenartigen Namen der übersetzt Schiefertafel bedeutet nichts großartig Neues verbirgt, zeigen die Reaktionen der Nachrichten-Portale.
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Als Steve Ballmer im Dunkeln stand
Es erschien fast wie ein böses Omen, als die Microsoft-Präsentation wegen eines Stromausfalles erst eine knappe halbe Stunde später starten konnte. „Das Highlight des Abends“, so das Handelsblatt, da die Präsentation sich größtenteils als eine Promo-Veranstaltung für Windows 7 entpuppte. Als einzige Besonderheit beschreibt der Artikel die Verwendung von Amazons Kindle-Software, um das HP-Gerät als E-Bookreader zu verwenden.
Microsoft eine Fingerspitze voraus
... schreibt die Online-Redaktion der Tagesschau. Als einen Etappensieg wird die Ankündigung eines Tablets vor der Konkurrenz aus Cupertino genannt. Deutlich gelassener ist dagegen der Analyst Michael Gartenberg: „Eigentlich hat Ballmer nur einen kleinen PC gezeigt, der mit Windows 7 läuft.“ Was die Kollegen hier mit einem Image-Gewinn beschreiben, sehen andere Redaktionen als PR-Desaster.
Das war peinlich, Microsoft
Denn als genau so eines bezeichnet die Financial Times den Auftritt Ballmers „Von dem PR-Desaster wird sich Microsoft nicht so schnell erholen.“ Berührungsempfindlich und flach, alles korrekt. Ganz bestimmt aber nicht revolutionär, wie die New York Times noch kurz vorher geschrieben hatte. Interessanterweise hinterfragt das Handelsblatt die Quelle des Times-Gerüchtes. Möglicherweise sollte Steve Ballmer unter Druck gesetzt werden, um das HP Tablet zu präsentieren, so die Kollegen. Als Resultat präsentierte Ballmer einen Prototypen von dem weder Preis, noch genaue Funktionen oder Veröffentlichungsdaten bekannt sind.
Steve Ballmer versucht halbherzigen Tablet-Konter
Auch das Online-Nachrichtenportal heise.de schreibt von einer „hastigen Demonstration“ die von der Präsentation der E-Reader-Software Blio in den Schatten gestellt wurde
Ein bisschen Tablet
Die verpasste Chance einer Vorreiterrolle in Sachen Tablet betont sueddeutsche.de. Erst der Stromausfall, dann ein wenig Generelles zu Windows 7 und im Anschluss Geräte, auf denen Microsofts neustes Betriebssystem zum Einsatz kommt, das HP Tablet unter ihnen. Nur dass diese „Wundergeräte perfekt sein sollen“ habe Ballmer zu den Tablets verlauten lassen. Allerdings hebt die Süddeutsche auch hervor, dass Ballmer dem Hype vom Vortag kaum gerecht hätte werden können. Die Befürchtung, dass Apple in zwei Wochen das gerade präsentierte Gerät veraltet aussehen lassen könnte, dürfte bei Microsoft aber durchaus präsent sein.
Microsoft präsentiert Tablet-PC
„Steve Ballmer hat es also geschafft, seinem langjährigen Konkurrenten Steve Jobs zuvorzukommen“ schreibt die FAZ auf ihrem Online-Portal. Ob das zurzeit noch recht „langweilig und konventionell“ wirkende Tablet tatsächlich mit dem revolutionären Apple Tablet mithalten können wird, muss sich zeigen – der HP Slate-PC ist schließlich noch ein Prototyp, das Apple Gerät noch nicht einmal präsentiert. Microsoft wird lediglich zu Gute gehalten, dass das Unternehmen mit seinem Mira Vorreiter in Sachen Tablet-PC war. Von der damaligen Revolution ist Microsoft laut den Kollegen, im Gegensatz zu Apple, jedoch weit entfernt.



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Ich habe mir diese Keynote tatsächlich live angesehen, ein Blick über den Tellerrand hat noch niemand geschadet. Dachte ich.
Fazit: Abgesehen vom unvermeidlichen Technik-Gau am Anfang, war es furchbar öde, mit einem kräftigen Schuss Langeweile, dafür aber schön lang.
Herr Ballmer ist einfach nur peinlich, ohne jede Affinität zu den Produkten seines Hauses und gnadenlos unbegabt, was Präsentation angeht.
Haben wir es denn von Winzigweich anders erwartet? Der Zune war doch eine ebensolche Lachnummer. Das übliche: "Ich aber auch, und sogar schneller!" Einen Tablet-PC hat CITTI hier in Lübeck seit Jahren für sein Warenwirtschaftssystem in Gebrauch, da ist nix neues. Läuft sogar unter Windows, soweit ich weiss. Das ist nix bahnbrechendes.
Bezüglich Apple erinnere ich mich an den "Versuchsballon" Motorola ROKR. Dann kam Apple mit dem IPhone, und das war, ist und bleibt atemberaubend, so atemberaubend, dass nun die gesamte Industrie versucht, das nachzumachen und es nicht schafft. Nun kam ja vor einiger Zeit Axiotron mit dem Modbook raus, ich sehe das wiederum als "Versuchsballon". Wenn sich die Geschichte wiederholen sollte, was ich von Apple kenne (wenn unser aller Steve schon zufrieden ist....), dann sollten wir auf alles gefasst sein ausser auf einen halbherzigen Versuch.
Ich persönlich freu mich schon mal warm!
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