26 MILLIONEN IPHONES, 17 MILLIONEN IPADS, VIER MILLIONEN MACS

Apple-Quartalszahlen 03/2012: Analysten hatten mehr erwartet

24.07.12 | 22:55 Uhr - von Michael Tritter
(Bild: istockphoto.com, sitox)

Noch ist kein Jahr vergangen, seit Tim Cook als Apple-Chef die Geschicke des Unternehmens zu leiten begann. Doch obgleich er in den vergangenen drei Monaten Vieles richtig gemacht hat, stellen die Wirtschaftszahlen Analysten nicht gänzlich zufrieden.

Einen Umsatz von 34 Mrd. US-Dollar hatte Apples Finanzchef Peter Oppenheimer für das dritte Quartal 2012 (April bis Juni 2012) prognostiziert: 35 Mrd. US-Dollar standen am Ende in den Büchern, wobei als Gewinn 8,8 Mrd. US-Dollar (9,32 US-Dollar pro Aktie) anfielen. Dies bescherte dem Unternehmen eine Gewinnsteigerung von rund 13 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres und eine Zunahme des Umsatzes von etwa 23 Prozent. Auf dem Börsenparkett hatten im Vorfeld freilich Umsatzerwartungen von rund 37 Mrd. US-Dollar und Gewinnprognosen von 10,3 US-Dollar pro Aktie die Runde gemacht.

ANZEIGE

Dass die Zahlen die hoch gesetzten Ziele der Analysten verfehlten, liegt vor allem am iOS-Segment: Vom iPhone konnte der kalifornische Hersteller 26 Millionen Geräte absetzen – erwartet hatte man auf dem Börsenparkette aber rund 29 Millionen. Dort vermutete man auch 16 Millionen iPads: Tatsächlich wurden es jedoch mehr, nämlich 17 Millionen. iPods fanden von April bis Juni dieses Jahres insgesamt 6,8 Millionen neuer Besitzer.

Im Mac-Bereich ging von den geradezu sträflich vernachlässigten Desktop-Macs zwar nur eine Millionen über den Ladentisch, dank neuer MacBook Air, Pro und wohl vor allem des MacBook Pro mit Retina-Display konnte Cupertino aber drei Millionen Mac-Notebooks absetzen. Insgesamt fanden damit im Quartal vier Millionen Macs ein neues Zuhause – Börsianer hatten rund 4,3 Millionen erwartet.

 

 

 

Kommentar

Das dritte Wirtschaftsquartal eines Jahres bringt selten Großes. Es liegt fernab vom traditionell starken Weihnachtsquartal und hat der Apple-Geschichte meist Zahlen steter, aber nicht unbedingt spektakulärer Steigerung beschert. Das gelang auch diesmal – allerdings nicht in dem Maße, in dem es Analysten erwartet hatten. Was vor allem zwei Gründe haben dürfte:

 

Zum einen hat sich Apple mit der Runderneuerung der Mobil-Macs am 11. Juni dieses Jahres erst spät im Quartal als Computerproduzent am Markt zurückgemeldet. Immerhin: Die Verkaufszahlen zeigen, dass die Kunden auf diesen Moment schon lange gewartet haben. Denn das vergangene Quartal schließt ein Jahr ab, in dem Apple alle drei Monate jeweils konstant über vier Millionen Macs verkaufen konnte. Dieser Erfolg hätte mit umfassenderer und früherer Produktpflege größer sein können: Schon über ein Jahr fristen etwa Mac mini und iMac unverändert ihr Dasein – vom Mac Pro ganz zu schweigen, dessen letztes nennenswertes Update auf Juli 2010 datiert. 

 

Zum anderen hat man an der Börse den Erfolg des iPhones überschätzt. Schon seit geraumer Zeit kursieren Gerüchte über ein neues iPhone, was Kunden vom Kauf abhält. Zahlen des US-Mobilfunkanbieters AT&T belegen zwar, dass dort fast drei Viertel aller verkauften Smartphones iPhones sind: Doch das Abwarten mit dem Kauf fällt angesichts der Qualität auch älterer Modelle leicht. Die 26 Millionen iPhones machen samt Zubehör 16,25 Milliarden US-Dollar Umsatz aus – von insgesamt 35 Milliarden. Rund ein Drittel des Wirtschaftserfolges Apple steht und fällt also mit der Zahl der verkauften Mobiltelefone.

 

Kein Wunder also, dass diesmal nach der Bekanntgabe der Zahlen Katerstimmung herrscht. Ein Fehler Apples? Nur begrenzt. Vornehmlich mag es ein Fehler der Analysten sein, die in Zeiten wirtschaftlicher Schwierigkeiten der gesamten Branche noch immer erwarten, dass Apple jeden noch so hoch geschätzten Wert übertreffen werde. Es ist also Zeit für realistischere Einschätzungen. Das dritte Wirtschaftsquartal eines Jahres bringt eben selten Großes. Die Zeichen eines beständigen Zuwachses gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres hat Apple hingegen geliefert. Und das ist es, was auf lange Sicht zählt.

 

Hinweis: Der Verf. ist Inhaber von AAPL-Wertpapieren.


Mehr zu: AAPL | aktie | Quartalszahlen

Artikel kommentieren

Bild von batDan

Freunde, wäre nicht noch erwähnenswert, dass Tim Cook sagte, morgen würde Apple Mountain Lion veröffentlichen?

Bild von Unrockstar

Ganz am Rande vielleicht, aber so wichtig ist das doch nicht?! ;-)

Bild von Unrockstar

Sind dochk keine schlechte Zahlen, im Gegenteil, 8,8 Mrd. Gewinn, doch dürfte so auch wieder der "wir bekommen nicht genug" Eindruck, den man von Börsianern und ähnlichem Volk hat gestärkt werden.

Bild von iShaft

Um es einmal ganz klar auf den Punkt zu bringen: Die Analysten und Börsianer haben sich schlicht und einfach verkalkuliert - egal ob negativ oder positiv. Somit sind sie ihr Geld nicht im vollem Umfang Wert gewesen. Das man durchaus besser prognostizieren kann zeigt ja die Umsatzprognose von Peter Oppenheimer, die dem Endergebnis viel näher kam. Die Übergänge zwischen realistischer Einschätzung und Wunschdenken sind da wohl fließend. Das Schlimme ist, dass selbst mit diesen, aufgrund der nichterfüllten Erwartungen, fallenden Kursen irgendwo doch noch ordentlich Geld abgeschöpft - dem unerfahrenen Kleinanleger aus der Tasche gezogen wird. Ein Schelm, der Böses dabei denkt!

Bild von CMV

Oppenheimer kennt im Gegensatz zu den Analysten ja nun wirklich alles, von daher sollte er auch passende Prognosen abgeben. Jedenfalls intern, denn extern war er bislang eher sehr vorsichtig.

Bild von DarthTK

Ich seh schon, wie sich in den näcshten Tagen die Apple-Hater auf diesen Bericht stürzen, wie hungrige Wölfe auf ein Opfer...

Wie ein Vorredner schon schrieb, die Meldung hat mehr Meldung, dass eine gewisse Gier nicht befriedigt wurde. Apple wird irgendwann mal seinen Zenit erreichen, bzw. einen Punkt, wo sie nicht mehr so exorbitant wachsen können. Vielleicht passiert das ja jetzt gerade (bis das nächste iPhone erscheint).

Bild von Faina

Seit dieses Forum moderiert wird, hat sich hier eine sehr angenehme und ausgewogene Kultur eingestellt. Ich war so froh, dass Worte wie Fanboy, Fandroid und Apple Hater endlich verschwunden sind und sich ein erfrischend gesittetes Niveau beibehalten wird. Sollte ich mich geirrt haben?

Kommentar hinzufügen

Captcha
Diese Frage hat den Zweck zu testen, ob Sie ein menschlicher Benutzer sind und um automatisierten Spam vorzubeugen.
neun * sieben =
Lösen Sie die Aufgabe und geben Sie das Ergebnis (als Zahl) ein.

MAC-LIFE-NEWSLETTER BESTELLEN

MAC-FORUM

Re: Technikfrage: Ext Festplatte wird regelmäßig ausge ...

Re: Technikfrage: Ext Festplatte wird regelmäßig ausge ...

Re: Technikfrage: Ext Festplatte wird regelmäßig ausge ...

Re: Wieviel Bit hat mein Imac?

Aktuelle Topseller PDFs

Mac Life 04.2014

Ausgabe: 4/2014
12 MB
4.49 €

Mac Life 05.2014

Ausgabe: 5/2014
63 MB
4.49 €

iPad Life 02.2014

Ausgabe: 2/2014
18.64 MB
5.99 €

Mac easy 02.2014

Ausgabe: 2/2014
21 MB
4.49 €

AppBibel 01.2014

Ausgabe: 1/2014
15.74 MB
4.49 €
 
MAC LIFE MARKTPLATZ

MacLife Gold

Jetzt kostenlos 60 Tage testen

MacLife Gold

Die erste Flatrate für Apple-Fans

Print und Online

100 Ausgaben jährlich für eine Flatrate. Für iPhone, iPad & Co.

iNewsweek: Jede Woche neues aus der Apple Welt

Nur 9,90 im Monat - Sie sparen jährlich 196,72 Euro 

 


 

 

 

 

 

 

 

 

Weitere Infos

McBüro – die betriebswirtschaftliche Software

für Mac, PC und iOS

McBüro – die betriebswirtschaftliche Software
McBüro – die betriebswirtschaftliche Software für Mac, PC und iOS

Für Handel • Produktion • Dienstleistung • Handwerk • Agenturen • Verlage
Individuell - Anpassbar - Flexibel - Modular


Informieren Sie sich jetzt und laden Sie sich eine Demo-Version: www.McBuero.info
Weitere Infos finden Sie hier
Zur Startseite