„Eine der Designziele war es, dass man es abschlecken möchte“ – so präsentierte Steve Jobs Anno 2000 eine der Hauptneuerungen von Mac OS X, die kunterbunte Benutzeroberfläche Aqua. Viel Durchsichtigkeit, Spiegelungen und vor allem klebrig-süße Tröpfchen zur Steuerung des Programmfensters sprangen dem Betrachter ins Auge. Von diesem Konzept verabschiedet sich Apple in der kommenden Version des „weltweit fortschrittlichsten Betriebssystems“ und orientiert sich an der sachlich-schlichten Optik des iPhone-, iPad- und iPod touch-Betriebssystems iOS.
Dezentere Fenstersteuerung und Schaltflächen
Die glänzende Ampel ist in Lion einer dezenteren Farbgebung gewichen. Schaltflächen wie Speichern, Abbrechen oder ein einfaches Weiter sind ab sofort ebenfalls matt. Die bisherige runde, glänzende Blase hat Apple für eine viereckige modernere Schaltfläche geopfert. Geblieben ist jedoch das leichte pulsieren einer markierten Schaltfläche, gleiches gilt für Statusbalken.
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Wer es noch ein wenig dezenter mag, kann in den Allgemeinen Einstellungen unter Erscheinungsbild weiterhin auf ein komplett graues Farbschema wechseln. Die Wahl der Auswahlfarbe, beispielsweise bei einer markierten Datei, darf frei bestimmt werden.
Rollbalken á la iOS
Ein ganz offensichtliches Element aus iOS ist der veränderte Rollbalken. Bisher wurde dieser unter OS X grundsätzlich in den verschiedenen Fenstern angezeigt – rundlich und in Hochglanzoptik versteht sich. Unter Lion wird der Rollbalken nun nur noch dann dargestellt, wenn der Fensterinhalt tatsächlich bewegt wird: So bleibt mehr Platz für den eigentlichen Inhalt. Optional kann der Rollbalken aber auch immer angezeigt werden, beziehungsweise, so die Einstellung, Automatisch je nach Eingabegerät.
Neu ist auch, dass sich der Inhalt eines Dokuments oder einer Webseite standardmäßig in die gleiche Richtung bewegt wie auch gescrollt wird, ganz wie auf dem iPad eben. Da diese Funktionsweise jedoch gewöhnungsbedürftig ist, lässt sich diese auch deaktivieren.
Fenstergröße an allen Ecken ändern
Was unter Windows schon seit mehreren Jahren funktioniert, ist bei OS X erst ab 10.7 möglich: Fenster lassen sich nicht mehr ausschließlich an der unteren rechten Ecke beliebig vergrößern und verkleinern, sondern endlich an allen Ecken und Rändern. Beispielsweise kann iTunes somit nun auch problemlos in die obere rechte Ecke des Bildschirms geschoben und verkleinert werden. Wird währenddessen die Shift-Taste gedrückt, behält das Fenster das aktuelle Seitenverhältnis bei. Die Auswahltaste wiederum ermöglicht eine Vergrößerung eines Fensters aus der Mitte heraus – Photoshop lässt grüßen!
Was leider noch fehlt, ist die aus Windows 7 bekannte Snap-Funktion. Hierdurch lassen sich Fenster automatisch auf 25 oder 50 Prozent des Bildschirmes vergrößern, beispielsweise um zwei Dokumente schnell nebeneinander anzuordnen, wenn diese am Bildschirmrand „angedockt“ werden. Apps wie BetterTouchTool oder Hyperdock rüsten diese Funktion jedoch nach.
Neue Animationen
Mit Core Animation hat Apple ein Systemwerkzeug geschaffen, um animierte Benutzeroberflächen zu erstellen. In OS X Lion macht sich diese Technik beispielsweise beim Einloggen bemerkbar: Nach Eingabe des Passworts verschwindet der Login-Bildschirm langsam und OS X gibt den Desktop des Benutzers frei. Auch neue Fenster öffnen sich mit einer kurzen Maximierung, ähnlich dem Öffnen einer App unter iOS. Wird eine Anwendung in den Vollbildmodus versetzt, vergrößert sich diese elegant während das Fenster auf einen neuen Space geschoben wird. Auch das neue Mail-Programm nutzt verspielte Animationen beim Beantworten oder Weiterleiten von E-Mails.
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Mal ne blöde Frage: Was passiert eigentlich, wenn man Lion mit eienr herkömmlichen Maus benutzt? Ist das dann trotzdem irgendwie bedienbar?
Mit der Magic Mouse: JA, noch besser als Trackpad.
Schade. Die runden Schaltflächen haben mir sehr gut gefallen!
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