Am 9. Januar 2001 spielte Steve Jobs ein paar Takte von den B-52’s. „Love Shack“ läutete die Geburtsstunde von iTunes ein. Ein Stück Software, das MP3-Dateien verwalten konnte, und zugleich einen der wichtigen Wendepunkte in der Unternehmensgeschichte von Apple einleiten sollte. Neun Monate vor dem ersten iPod (Oktober 2001) war nicht klar, was Apple mit der Software anfangen wollte, zumal es mit Audion von Panic einen besseren MP3-Player gab.
ANZEIGE
Die Entwicklung zum iTunes Music Store, dem wichtigsten digitalen Vertriebskanal für Musik war anfänglich nicht erkennbar. Möglicherweise wusste nicht einmal Apple wohin die Reise gehen sollte. Im April 2003 ging der iTunes Music Store (iTMS) an den Start: 200.000 Songs zu 99 Cent. Im Dezember 2003 waren die ersten 25 Millionen Songs heruntergeladen. 2005 waren es die ersten 500 Millionen Songs und im Herbst sollten Videos, Filme und TV-Serien – zunächst in den USA – folgen.
Wachstum ohne Ende?
Im Februar 2006 stellte Apple die Milliarden-Marke auf für die Downloads von Musik. Das Wachstum war enorm. Die erste halbe Milliarde noch in zwei Jahren; die zweite in einem. Bis 2007 folgte die zweite Milliarde. Doch erst Mitte 2008 und damit 18 Monate nachdem das iPhone vorgestellt wurde und ein Jahr nachdem es in den Handel kam, erweiterten Apps für das iPhone abermals das Angebot des iTunes Store.
Ein Jahr später im Juli 2009 vermeldet Apple 1,5 Milliarden geladene Apps. Ein halbes Jahr später im Februar 2010 sind es 3 Milliarden Apps. Im Sommer 2010 steht der Zähler auf 10 Milliarden über iTunes geladene Songs. Längst wandelte sich die Software iTunes vom MP3-Verwalter zum multimedialem Rund-um-Service für Musik, Film und Video sowie Spiele und Apps für iPod touch, iPhone und nicht zuletzt das iPad.
iTunes statt Napster
Musik-Bosse und Platten-Manager dürften sich hinreichend ärgern, beizeiten das Internet als Vertriebsweg verschlafen zu haben. Statt in den Nutzern der Ur-Version von Napster den Musik-Piraten, also den Feind zu sehen, hätte man ihn zum Partner machen sollen zur Verbreitung der Inhalte. Im Schatten der Urheberrechts-Kriege gegen den Konsumenten konnte Apple mit iTunes einen Service aufbauen, den Sony, BMG und EMI inzwischen lieber selbst kontrollieren würden. Nicht einmal mehr die Beatles kommen an iTunes vorbei, wenn die Musik junge, nachwachsende Kunden ansprechen soll.
Wie geht es weiter?
Bei all den Erfolgen, die Apple bestärken, sollte man in Cupertino trotzdem darüber nachdenken, wie die nächsten zehn Jahre von iTunes aussehen sollen. Tausende Songs, etliche Filme und hunderte Apps tummeln sich in der Mediathek und bremsen das Programm beim Start aus. Gleichzeitig verwaltet Apple über iTunes Geräte wie iPhone und iPad sowie die digitalen Einkäufe. Die Auslagerung des Mac App Store in ein eigenes Programm lässt auf eine bevorstehende Entschlackung von iTunes hoffen. Wenn man sich für 2011 und zum Geburtstag von iTunes was wünschen darf, dann die Spaltung von iTunes in Funkionen: Sync braucht ein eigenes Programm. iOS und Apps sollten eine eigene Anwendung bekommen. Media und Musik dürfen in iTunes verbleiben. Ein guter Termin wäre Mac OS 10.7 Lion. Das kommt im Sommer 2011.



Artikel kommentieren
Wow, komme ich mir alt vor. Ich kann mich noch erinnern...
Vor allem das Interface: Mac OS 9. Hach ja, lange her.
Oh man wie die Zeit vergeht.
Intressant ist auch wie Mr. Jobs damals aussah, wesentlich fülliger. Aber irgendwie kommt er mir jetzt sympatischer rüber :)
tja, mit musik hat itunes ja nun nicht mehr viel zu tun…
Kommentar hinzufügen