Glaube versetzt bekanntlich Berge, aber nicht einmal das iPhone auf dem Schreibtisch von Steve Jobs, deshalb wird „Videospiel-Analyst” Michael Pachter mit seiner neuen Idee in Cupertino vermutlich wenig Gehör finden: Apple soll einen iPod touch mit 3D-Display entwickeln, um den Nintendo 3DS zu kontern.
ANZEIGE
Der 3DS tritt die Nachfolge des Nintendo DS an, die Konsole ist nach sechs Jahren und über 130 Millionen verkauften Geräten (verteilt auf DS, DS Lite, DSi, DS XL) am Ende ihres Lebenszyklus angelangt. Die nachlassenden Verkaufszahlen wurden auch mit dem iPod-touch-Effekt begründet, bei einer letztlich sechs Jahre alten Konsole dürften aber Marktsättigung und die Ankündigung des Nachfolgers wichtigere Faktoren sein. Der 3DS erscheint in Japan Ende Februar.
Pachter glaubt, dass Apple Nintendos 3D-Display kopieren wird, um so Nintendo keinen Vorteil auf dem Spielemarkt zu geben. Allerdings hat Nintendo bei den Handhelds im Gegensatz zu den stationären Konsolen die Angewohnheit, häufiger neue Hardwarerevisionen zu veröffentlichen und könnte sich so einen Vorteil erhalten.
Den 3D-Bildschirm hat Nintendo nicht exklusiv, Sharp bietet dieses Display an, welches 3D ohne Brille bietet. Der 3D-Effekt zeigt sich aber nur, wenn der Betrachter direkt vor dem Gerät sitzt. Für eine Handheldkonsole ist das kein Problem, bei einem Fernseher hingegen schon. Allerdings müsste der iPod touch dann auch wie der 3DS jeweils ein Bild für das linke und rechte Auge generieren, beim 3DS reduziert sich so die Auflösung des oberen Bildschirms von 800x240 effektiv auf 400x240 pro Auge. Der „iPod touch 3D” müsste also 1920x640 Bildpunkte bieten, um die Retina-Display-Auflösung für beide Augen zu halten.
Letztlich sprechen aber nicht technische Gründe gegen einen iPod touch mit 3D-Display, sondern Apples Firmenpolitik. Apple gehört selten zu den Pionieren in einem Markt, weder bei Tablets noch bei MP3-Playern oder Smartphones gehörte Apple zu den ersten Herstellern. Nur für Spiele wird Apple nicht die höheren Kosten eines 3D-Displays in Kauf nehmen und 3D-Inhalte sind noch nicht in ausreichender Zahl vorhanden. Zwar zählt Nintendo Apple durchaus zu den Konkurrenten und Steve Jobs wird auch nicht müde, in einer Milchmädchenrechnung alle verkauften iOS-Geräte kurzerhand zu Spielkonsolen zu erklären, aber in der Hardware schlägt sich die Konkurrenzsituation bisher nicht nieder.




Artikel kommentieren
Sinngemäß: wir scheißen auf ein paar MHz mehr und achten auf Laufzeit?
Wieso sollte das hier anders sein?
Kommentar hinzufügen