IPHONE 4

Konkurrenten äußern sich zu Apples Pressekonferenz

18.07.10 | 13:31 Uhr - von Matthias Jaap
iPhone 4: Konkurrenten äußern sich zu Apples Pressekonferenz

Auf der Pressekonferenz und später einer Website wiederholte Apple erneut, dass man das Empfangsproblem - die Signalstärke geht zurück, wenn das Telefon an einer bestimmten Stelle gehalten wird - für ein industrieweites halte. Nun äußern sich die Konkurrenten dazu.

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Als Beispiele hatte man sich BlackBerry Bold 9700, HTC Droid Eris, Samsung Omnia II und das eigene iPhone 3GS (nur online) herausgegriffen, die Videos dazu finden sich auch auf der Antennen-Website von Apple. Darauf haben natürlich RIM, HTC und … Nokia reagiert.

Noch keine ausführliche Stellungnahme gibt es von HTC, dafür spielt man beim Zahlenlotto von Apple mit: Die Anzahl der Beschwerden habe lediglich 0,016 Prozent betragen, deutlich weniger als die 0,55 Prozent der iPhone-4-Besitzer, die sich wegen dem Empfang bei AppleCare beschwerten.

Deutlicher äußert sich RIM: Man sieht in Apples Behauptungen den Versuch, RIM in Apples selbstgemachtes Debakel zu verstricken und von den eigenen Problemen abzulenken. RIM habe Hardware-Designs wie das vom iPhone 4 vermieden und erreiche so einen besseren Empfang in signalschwachen Gegenden. Für die eigenen Design-Entscheidungen solle Apple auch die Verantwortung übernehmen und nicht mit dem Finger auf RIM und andere zeigen, so die beiden RIM-CEOs.

Im Vergleich mit HTC, Apple und RIM hat Nokia mit Sicherheit die größte Erfahrung in Sachen Mobilfunk - die Finnen sind einfach schon am längsten dabei. Leider wurden sie aber von Apple nicht erwähnt, was daran liegen dürfte, dass Nokia in den USA kaum präsent ist. Eine Meinung hat die Firma natürlich trotzdem: Antennendesign ist ein komplexes Thema und bei internen Antennen gebe es natürlich einen Punkt, an dem die Antennenleistung durch einen festen Griff leiden könne. Deshalb würde auch viel Arbeit in Untersuchungen gestellt, wie die Menschen ihr Telefon halten, um in diesen „Real Life”-Fällen den besten Empfang zu bieten, beispielsweise indem sowohl oben als auch unten Antennen verbaut werden.

Natürlich wird hier ein ganzer Früchteladen verglichen: Apple vergleicht Balkenverluste, obwohl sich die Berechnung je nach Betriebssystem unterscheidet und die Mobiltelefone in unterschiedlichen Netzen laufen. Die Supportzahlen vom Droid Eris mögen stimmen - aber iPhone-Besitzer sind für die Leistung der Antenne deutlich sensibilisierter und vielleicht hatten Eris-Besitzer einfach ein anderes Lieblings-Beschwerdethema. Im allgemeinen sind bei Verizon-Kunden die Beschwerden über die schwache Netzabdeckung geringer und nur wenn ohnehin die Signalstärke nicht optimal ist, führt die „falsche Haltung” des Telefons zum Gesprächsabbruch.

Die Auswirkungen des Händedrucks auf die Signalstärke wurde von Anandtech im Rahmen des iPhone-4-Tests untersucht: Alle Smartphones anfällig dafür, beim iPhone 4 ist es durch das Antennendesign aber zusätzlich möglich, die beiden Antennen (eine für Wi-Fi/Bluetooth, die andere für Mobilfunk)  zu verbinden. Letzterer Effekt lässt sich durch einen Bumper, ein geeignetes Stück Klebeband oder ein Gehäuse beheben.

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Bild von stylig

Genau der letzte Satz beinhaltet das, was ich nicht so richtig bei Apples Veranstaltung verstanden habe: Sie zeigen, dass man bei jedem Handy den Empfang verschlechtern kann, wenn man es so hält, dass die Antenne abgeschirmt wird. Das Problem bei Apple ist ja aber doch, dass man die Antenne nicht (nur) abschirmt, sondern überbrückt oder habe ich das falsch Verstanden? Immerhin legt man bei den anderen Beispielen die komplette Hand über die Antenne und beim iPhone4 reicht es, den kleinen Finger auf die Stelle zwischen GPS und WLAN (glaube ich) Antenne zu legen.

Bild von mjaap

Beim iPhone 4 gibt es zwei Antennen, eine für GPS/WLAN/Bluetooth und eine für 3G/EDGE. Werden diese zwei Antennen verbunden, kann es die Signalstärke beeinflussen - zusätzlich zur Abschirmung der Antenne durch die Hand. Letzteres Problem haben alle Smartphones, da niemand mehr Antennen herausziehen möchte und Antennen in Kopfnähe unbeliebt sind.

Apple hat den letzten Effekt demonstriert (Abschirmung der Antenne beeinflusst Signalstärke). Der erste Effekt würde das Antennendesign von Apple in Frage stellen und das Design hat ja auch Vorteile (besserer Empfang, wenn die beiden Antennen nicht verbunden werden).

Bild von Gast

Zitat: Alle Smartphones anfällig dafür, beim iPhone 4 ist es durch das Antennendesign aber zusätzlich möglich, die beiden Antennen (eine für Wi-Fi/Bluetooth, die andere für Mobilfunk) zu verbinden. Letzterer Effekt lässt sich durch einen Bumper, ein geeignetes Stück Klebeband oder ein Gehäuse beheben.

Hallo,

die Aussage, dass die Antennen zueinander gebrückt werden ist nicht der Fall. Der Grund ist relativ simpel: Die Antennenenden von WLAN/ GPS und UMTS/GSM bilden eine Kapazität.Über diese liegt durch das Senden und Empfangen von Daten ein elektrische Wechselspannung an. Dadurch finden in den Kapazitäten Umladevorgänge statt die zu einem elektrischen Strom führen, der zwischen beiden Antennen fließt. D.h. die Antennen sind bereits zueinander kurzgeschlossen. Daher kann der Todesgriff die beiden Antennen nicht mehr zueinander brücken!

Beim Todesgriff wird gerade der empfindlichste Teil einer Antenne gestört, nämlich das Antennende! Dies wird durch den Handballen der linken Hand von Funksignalen abgeschirmt und kann daher nichts weiter empfangen.

Jeder kann das relativ simpel ausprobieren: ein Stück Papier zwischen der linken unteren Ecke und der Hand klemmen und den Todesgriff anwenden. Es kommt dabei zu einem Signalverlust und dabei wird die Antenne nicht gebrückt ( Papier ist eine elektrischer Isolator)

Es gibt auch im Netz Videos, wo die Antennen mit Metall gebrückt werden. Dadurch werden die UMTS/ GSM miteinander verbunden. Hier verändert man die Antennenlänge. Antenne und Elektronik sind zueinander abgestimmt. D.h. durch eine Veränderung der Antennenlänge passt die Elektronik nicht mehr und daher kann das System die empfangenen Daten nicht in Informationen wandeln!

Mfg

poti

Bild von stylig

@Matthias: Das hatte ich eben auch so verstanden, deshalb hat es mich gewundert, wieso sie ständig vom Abschirmen reden. Das ist wie sich bei Toyota wegen nicht funktionierender Bremsen beschweren und gesagt bekommen, dass andere Autos auch nicht langsamer werden wenn man das Gaspedal tritt! ^^

Der Kommentar vom @Gast stellt das die Situation aber ja in ein ganz anderes Licht. Wenn es aber so ist und es durch die Hand nicht zu einer Überbrückung käme, bzw. diese Überbrückung nicht relevant wäre, wieso hilft dann (angeblich) das Lackieren der Stelle, bzw. das Abkleben mit einem Klebefilm?

Bild von Gast

Ich hab das mit der Isolation der "Brücke" mit einem Stück Klebeband und den Todesgriff ausprobiert. Dabei hatte ich trotzdem einen Signalverlust. Meine Vermutung ist, dass bei den Test mit Klebeband einfach wieder andere Testbedingungen waren ( der Tester hat nicht so fest zugedrückt, wie bei dem Handy ohne Klebeband). Dadurch konnte das Signal "verbessert" werden

Heute bin ich mal dazu gekommen die Spannung zwischen den beiden Antennen zu messen. Hintergrund ist der, dass bei einer Brückung ein elektrischer Widerstand ( der sehr klein ist) dazwischen geschalten wird. Damit dann ein Strom fließen kann muss zwischen den beiden "Anschlüssen" des Widerstandes eine Spannung anliegen ( ohmsches Gesetz Widerstand = Spannung/Strom).

Mein Messergebnis war, dass die Spannung 0V ( bzw. zu klein um sie zu messen).

Ein Hand die trocken ist hat hochohmig Eigenschaften ( 10 bis 1000 kOhm). Feucht ( nicht nass!) wäre es immer größer 1 Ohm. Die Ströme die sich daraus ergeben sind meiner Meinung nach unerheblich, dass sie irgendeinen Einfluss haben.

Was auch einige Leute meiner Meinung nach vergessen: Ein Gerät, wo der Kunde durch Hautkontakt das elektrische System kurzschließen können, so dass Ströme fließen könnten, die das System beeinflussen könnten, würde nicht zugelassen werden. Einfach aus dem Grund, weil diese Ströme so hoch wären, dass auch Personen körperlich beeinflusst werden könnten.

Mfg

poti

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