BESSER ALS APPLE MAPS?

Google Maps für iOS im Test

15.12.12 | 01:35 Uhr - von
(Bild: Montage)

Mit iOS 6 hatte Apple sowohl die alten Karten- als auch YouTube-App entfernt und Google musste selbst Ersatz schaffen. Nach drei Monaten ist dieser nun auch für Maps da und Google muss sich dem Vergleich mit den Apple-Karten stellen.

Bei der Prüfung gab es offenbar keine Probleme, Google Maps ist anschließend prompt auf den ersten Platz der kostenlosen Apps geschossen und wurde von Apple zur "Karten für dein iPhone"-Seite hinzugefügt. Das hat Nokia mit der "HERE Maps"-App bis jetzt noch nicht geschafft.

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Die neue Maps-App lehnt sich optisch an Googles Web-Anwendungen an und nicht an die alte, von Apple programmierte Maps-Anwendung. Weiß und Grau dominieren, statt einer ständig eingeblendeten Leiste klappt auf der rechten Seite ein Menü bei Bedarf aus. Die drei Punkte verwendet Google auch unter Android, um ein Menü zu kennzeichnen. Doch während in der Android-Version von Maps Funktionen wie Offline-Maps, Latitude und Local zu finden sind, nutzt Google das Menü unter iOS derzeit nur für die Ebenen. Ob Maps für iOS auch dann noch aufgeräumter aussieht, wenn Google alle Funktionen der Android-Version integriert, muss sich erst noch zeigen.

Die neue Google-Maps-App setzt auf Vektordaten und bietet Turn-by-Turn-Navigation mit Sprachausgabe. Street View ist natürlich enthalten und all die Daten und Bewertungen über Geschäfte, Sehenswürdigkeiten und andere POIs, die Google gesammelt hat. Der Vergleich der Satellitenbilder geht hingegen nicht immer zum Vorteil für Google aus. Im Hamburger Stadtgebiet fallen auf den Apple-Karten Wolken auf, die Teile der Stadt verdecken. 3D-Gebäude gibt es in Google Maps nicht, da Google diese nur in Google Earth integriert hat.

Nahverkehr

In Apple Maps spielt der öffentliche Nahverkehr eine untergeordnete Rolle, U-Bahn-Stationen können verschwinden, wenn herangezoomt wird und für Bahnverbindungen wird auf Anwendungen Dritter verwiesen. Das wäre akzeptabel, wenn es in iOS eine Möglichkeit gäbe, dass diese Apps Maps die Daten zur Verfügung stellen, ohne dass gleich ein App-Wechsel statt findet.
Google Maps bietet hingegen für die öffentlichen Verkehrsmittel eine eigene Ebene. In einigen Städten funktioniert auch die Fahrauskunft sehr gut, in Deutschland wurden aber gerade erst die Züge der Deutschen Bahn integriert. Wer fünf Minuten von einem U-Bahnhof entfernt wohnt, wird also von Google Maps eher auf den 30 Minuten entfernten S-Bahnhof verwiesen. Die Integration der Fahrpläne der Deutschen Bahn erfolgte erst im September - allerdings gibt die Bahn Google auch nur die Daten der eigenen Züge und nicht etwa die der Konkurrenz. Auf bahn.de werden hingegen auch Zug- und Bus-Verbindungen anderer Unternehmen berücksichtigt.

  • Hamburgs U-Bahn ist nicht existent

Die Nahverkehrssuche ist so natürlich unbrauchbar, wenn Google beispielsweise vom Berliner Hauptbahnhof zum Bahnhof Rehberge einen munteren 58 Minuten Fußmarsch empfiehlt.

Google-Konten

Angeblich stellte Google Apple weder Turn-by-Turn-Navigation noch Vektordaten zur Verfügung, weil sich Apple weigerte, Google Latitude und andere Dienste zu integrieren. Bei der eigenen App hat Google natürlich freie Hand und nutzt die neue Freiheit auch.

Google Maps kann mit dem Google-Benutzerkonto verbunden werden. Gezwungen wird man dazu allerdings nicht: Im Konto werden die gespeicherten Standorte gesichert und stehen dann beispielsweise auch im Web oder auf dem Android-Gerät zur Verfügung. Zur Speicherung der Privat- oder Geschäftsadresse zwingt die App nicht. Der Verwendung anonymisierter Standortdaten kann beim ersten Programmstart oder in den Einstellungen widersprochen werden.

  • Speichern lassen sich Orte nur mit Google-Konto

Die alte Maps-App bot lokale Lesezeichen, bei der neuen Google-App lassen sich diese nur mit einem Google-Benutzerkonto sichern. Zu mehr wird der Nutzer nicht "gezwungen" und Daten sammeln alle Maps-Anbieter.

Merkwürdig ist es daher, dass Google Maps weder auf das Adressbuch, noch die Google-Kontakte zugreifen kann. Dies wird sicherlich mit einem Update kommen, ebenso wie die iPad-Anpassung, die derzeit in Arbeit sein soll.

Fazit

Google Maps für iOS befindet sich noch nicht auf dem Niveau der Android-Version, ist aber ein starker Einstieg für Google. Für den Anwender keine schlechte Situation, die ironischerweise auch Apple zu verdanken ist: Ohne den Umstieg auf eine eigene Kartenlösung in iOS 6 hätte es noch ein ganzes Jahr Stillstand gegeben.

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Bild von Hendrik1774o

Schade, dass Google noch nicht alle Funktionen integriert hat, und zudem muss ich auch anmerken, dass die Karten ansicht bei Apple Maps (also nicht die Satelliten Bilder) gar nicht so unterirdisch sind und die Navigation eigentlich immer Funktioniert hat.

Bild von memo1988

"gar nicht so unterirdisch" ist nicht gut genug. Es gibt Apps bei denen man bei Patzern noch ein Auge zudrücken bis es ausgebügelt wird. Aber mit Maps wurde zum einen für iOS 6 geworben und zum anderen verlassen sich Leute immer noch blind auf solche Geräte. Und wir sehen was da alles passieren kann...

Bild von Gutzi

"Gar nicht so unterirdisch" ist auch extrem übertrieben. Apple Maps ist gut. Punkt. Ich verlasse mich auch auf Apple Maps und das hat mich noch nie in schwierigkeiten gebracht. Nur weil ein POI mal 10m daneben liegt, schlafe ich nicht schlecht. Übrigens: die POIs, welche hier bei mir in der Region falsch angezeigt werden, sind unter Google Maps genau so an der falschen Stelle. Aeber wenn man natürlich mit der Lupe sucht, findet man genug Fehler, nur müsste man bei Google Maps fairheitahalber gleich vorgehen, dann würde man nämli h ebenso sehr viele Fehler finden, nur das tut ja offensichtlich kaum einer.

Bild von Arpegator

Mit der Lupe suchen? Einfaches Beispiel: Klassenfahrt nach Hamburg - ich iOS 6, Kollegin iOS 5. Wir kannten uns beide in Hamburg nicht aus. Nach diversen Wanderungen wollten wir mit den öffentlichen Nahverkehrsmitteln zurück zum Hotel. Es werden Haltestellen angezeigt, nur keine Ahnung ob U-Bahn, S-Bahn oder Bus - es wird nur die Haltestelle angezeigt. In einer Großstadt wie Hamburg ist es naheliegend, zur nächsten S-Bahn oder U-Bahn zu laufen. Bei der Kollegin mit iOS 5 alles kein Problem, sofort erkennbar, auf welche Verkehrswege man sich begibt. Ich habe mich innerlich von Apple-Maps verabschiedet und nutze nur noch die Navigion-App.

Zweites Beispiel gefällig? Mein Bruder Auslandsemester in Bangkok: iOS 5 werden die Straßennamen in Englisch angezeigt und monatelang ein sehr wichtiger Helfer in Bangkok. In Apple-Maps nur noch in Thai, was für einen Europäer nicht entzifferbar ist. Downgrade zu iOS 5 oder Download Google-Maps bis dahin nicht möglich => iPhone flog zurecht in die Ecke.

Drittes Beispiel: Unser Haus liegt bis heute in einer dicken Nebelwand und ist nicht erkennbar.

Mit 10m hin oder her von POI kann ich locker leben, mit obigen Punkte nicht. Für Situationen, die über Standardanwendungen (Globusfunktion) hinausgehen, ist Apple-Maps noch nicht geeignet.

Bild von Hillben

Dann mach Dir mal den Spaß und suche in der tollen Apple-Map mal nach folgendem: Amselweg 22, 65779 Kelkheim. Sollte bei Frankfurt/M. liegen. Wo komme ich raus? Im Altmühltal bei Nürnberg. Sorry, aber das geht garnicht. Solche falschen Abfragen habe ich ständig. Für mein Empfinden ist die Map von Apple absoluter Müll und ich bin froh, dass Google Abhilfe geschaffen hat!

Bild von OliverK

Google Maps lotst nur "Stumpf" nach Landkarte, wenn man diese als "Navigation" nutzt! Dabei sind 40 Kilometer und mehr als UMWEG keine Seltenheit!
Ich habe als Ortskundiger von meinem Wohnort aus nach Emden fahren wollen, dabei hat Google Maps mich über Gießen schicken wollen, obwohl die direktere Route über Landstraße zur Autobahn 43 Kilometer kürzer und schneller gewesen wäre!!!

Nutze jetzt Tom Tom auf meinem IPhone - keine Probleme!!!

Bild von OliverK

Von meinem Wohnort nach Gießen sind es ca. 33 Kilometer. Die direktere Autobahnauffahrt nach Emden wäre bei Dillenburg und über Landstraße! Google Maps lotst mich erst in den Süden nach Gießen, dann einen Schwenk über Wetzlar und dann nach Dillenburg - und so kommen 43 Kilometer UMWEG zustande!!!

Bild von FERNmann

Ich habe hier in Amsterdam ob zu Fuß oder mit dem Auto noch kein einziges Problem gehabt und bin immer punktgenau angekommen... Zudem ist die Navigationsansicht meiner Meinung nach schicker als bei Google Maps.

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