Unglaublich, dass der App Store gerade erst zwei Jahre alt ist und der Erfolg des Downloadangebots hat nicht nur die Smartphone-Welt verändert. Über 250000 Apps befinden sich derzeit im App Store, aber auch für diverse Skandale hat er bisher gesorgt.
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Apple war mit dem App Store wieder einmal nicht als erstes auf dem Markt, machte es dafür aber richtig. Erste Impulse kamen jedoch aus der Jailbreak-Szene: Dort entstanden die ersten Apps und der Installer, der Vorgänger der App-Store-Anwendung. Nach Einführung des App Stores wurden Installer, Cydia & Co. vor allem zum Auffangbecken für all die Apps, die es nie in den App Store schaffen würden.
Der App Store wurde schließlich mit dem iPhone OS 2 eingeführt. Steve Jobs versprach den Entwicklern einfache Regeln: Einnahmen werden 70/30 aufgeteilt, es reicht , am kostenpflichtigen iPhone-Entwicklerprogramm teilzunehmen und außer Pornos, Netzwerk-Killern und anderen, nicht genauer definierten Apps, ist alles erlaubt.
Letztere Kategorie wurde häufiger bemüht, abgelehnt wurde beispielsweise eine Anwendung zum Herunterladen von Podcasts (dupliziert iTunes-Funktionalität). Ebenfalls schwer haben es Apps, in denen Politiker und religiöse Figuren karikiert werden, außer der Autor hat irgendeinen wichtigen Preis gewonnen.
Die jüngeren iPhone-Besitzer werden sich vermutlich gar nicht daran erinnern: Der App Store war einst eine furzfreie Zone. „Pull my Finger” wurde wegen eingeschränkter Funktionalität nicht zugelassen. Doch der Entwickler machte die Ablehnung publik und Apple revidierte das Verbot. Dadurch kam auch iFart, ebenfalls zunächst abgelehnt, in den App Store. Jason Kincaid von TechCrunch hoffte damals, dass iFart keinen neuen Trend starten würde. Diese Hoffnung erfüllte sich nicht: Der iFart-Erfolg sorgte für hunderte Nachahmer in allen möglichen Variationen. Die Unterhaltungs-Kategorie im App Store ist längst ein Müllhaufen, in dem sich Perlen kaum finden lassen. Immer wieder revidierte Apple jedoch Entscheidungen nach Berichten in den Medien, die große Ausnahme ist die native Google-Voice-Anwendung, die seit knapp 11 Monaten "nicht abgelehnt" wird.
Erfolge
Frühe Erfolge wie die Taschenlampen-Apps, Trism und iShoot machten nicht wenigen Entwicklern die Hoffnung auf einen Goldrausch. Tatsächlich wird die Spiele-Kategorie längst von den großen Entwicklern dominiert und wenn Gameloft einen Sonderverkauf startet, purzeln die anderen Apps schnell nach unten.
Apropos große Spielehersteller: Diese hielten sich zunächst zurück - außer Sega. Die Japaner zeigten mit Super Monkey Ball schnelle 3D-Grafik auf dem iPhone, verkauften über 500000 Apps und gaben den Entwicklern offenbar Urlaub bis zur Fortsetzung, denn alles was dazwischen erschien, war erschreckend schwach. Auch andere Firmen bekleckerten sich nicht mit Ruhm: Ridge Racer war übel, die Resident-Evil-Spiele technisch schwach und das iPhone muss Solid Snake so wütend gemacht haben, dass er auf dem iPhone die Vorzüge des offenen Kampfes entdeckte.
Außerhalb der Spiele-Kategorie gab es natürlich auch Erfolge, Brushes etwa, mit dem sogar Cover von Magazinen gestaltet wurde. Der Brushes-Entwickler gehörte später zu den auserwählten, die ein iPad vorab bekamen.
Kritik
Die Kritik konzentrierte sich in erster Linie auf die nicht nachzuvollziehenden Zulassungskriterien von Apple. Diese können sich auch nachträglich ändern und zur Entfernung bereits zugelassener Apps (Bikini-Fotos, Google Voice) führen. Copyright-Verletzungen werden hingegen gleich mit Ablehnung bestraft - zumindest, wenn es sich um Apple-Bildmaterial handelt. Airfoil Speakers Touch und Mactracker dürften zunächst nicht Bilder von Apple-Hardware zeigen.
Nintendo scheint den Apple-Prüfern hingegen kein Begriff zu sein: Ob Mario, Donkey Kong oder gleich ein NES-Emulator - Nintendo musste häufiger Apple ermahnen.
Die Kriterien wurden mehrmals aufgeweicht, aber auch wieder verschärft, jedoch nie weiter schriftlich fixiert, Entwickler müssen immer noch auf Erfahrungen anderer Entwickler schauen. Letztlich ist der Erfolg des App Stores und die Zahl der Entwickler aber so groß, dass sich Apple viel erlauben kann. Das Verbot von Alternativen zu C, C++ und Objective-C war umstritten, aber auf die Barrikaden stiegen die Entwickler deshalb nicht.
Der enorme Konkurrenzdruck drückt gleichzeitig auch die Preise und hat der Welt absurde Konversationen zwischen iPhone-Besitzern beschwert, die in Foren und Rezensionen diskutieren, ob eine App nicht doch eher 0,79 statt 1,59 Euro wert ist. Oder sie fühlen sich betrogen („Das schöne Geld!!!”), wenn die App für 0,79 Euro nicht ihren Erwartungen entsprach, oder sie ein Sonderangebot verpasst haben.
Was der App Store richtig macht
Bei aller Kritik am App Store hat Apple auch eines richtig gemacht: die Bezahlung. Während bei Android längst nicht alle Entwickler kostenpflichtige Apps anbieten können, ist das bei Apple kein Problem: Nie war es einfacher, Apps international anzubieten. Ein Online-Shop kann nur funktionieren, wenn man mit ihm Geld verdienen kann. Wenn dies schon an der Infrastruktur scheitert, wird dies immer Entwickler abschrecken.
Die Zukunft
Der App Store ist im Umbruch: Erstmals gibt es so etwas wie eine Fragmentierung des Marktes, ausgelöst durch das iPad und das iPhone 4 mit seiner höheren Auflösung. Schon fast so alt wie das Apple TV selbst, ist das Gerücht, Apple könnte die Set-Top-Box ebenfalls mit einem App Store ausstatten. Dazu müsste das Gerät den iPhone/iPad aber ähnlicher werden, sprich iOS verwenden und eine Bewegungssteuerung erlauben.
Eine Ausweitung auf den Mac ist aufgrund der deutlich höheren Komplexität von Mac-Anwendungen aber unwahrscheinlich.



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