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Apples iPad: Rettung für das Buch?

28.01.10 | 10:05 Uhr - von Stefan Molz
Meinung: Apples iPad: Rettung für das Buch?

Anders als in den USA konnte Amazons Kindle, ein eBook-Reader auf Basis der schwarzweißen E-Ink-Technologie, in Europa noch nicht Fuß fassen. Dies liegt primär im mangelnden Angebot beispielsweise deutschsprachiger Bücher begründet. Dennoch, seitdem die ersten Gerüchte über ein neues Apple-Tablet durchsickerten, reagierte Amazon beinahe hektisch und bot den Kindle auch hierzulande an – per Direktversand aus den USA. Wohl auch, um sich eine letzte Chance für den Einstieg hierzulande zu wahren …

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Apples iPad hingegen erntete auch seitens der Verlage Vorschusslorbeeren. So unterhielten sich auf der Frankfurter Buchmesse bereits unzählige Verleger darüber, dass sie den gegenwärtigen Geräten gegenüber zwar skeptisch gegenüber stünden, wenn Apple jedoch den Markt betrete, sei man dabei. Kein Wunder, hat Apple doch als einziges Unternehmen weltweit belegt, dass sie mehr als nur einmal (und damit zufällig) imstande sind, Märkte und Konsumverhalten zu revolutionieren. Mit dem iTunes-Store verfügt Apple über mehr als 500 Millionen registrierte Nutzer, allein die iPhone- und iPod-Touch-Frakion bildet eine Basis von über 70 Millionen potenziellen Käufern. Dieser Zielgruppe ein zusätzliches Produkt anzubieten fällt leichter, als ein vollkommen neues Produkt auf dem Markt zu platzieren. Zwar stellten Firmen wie HP, Plastic Logic und Microsoft erst kürzlich auf der CES in Las Vegas digitale Lesegeräte vor, doch ihnen allen fehlte das ganzheitliche Konzept eines iPads.

Und dennoch: ein Alleingang wird es für Apple nicht werden. Das Unternehmen hat sich im Musikmarkt keinen guten Namen gemacht, da es seine Macht nutzte, um Verkaufs- und Abgabepreise zu diktieren. Dies fürchten Verlage nun auch für das Buchsegment, doch sie sind in einer Zwickmühle: Während Amazon die E-Book-Preise in den Keller treibt und bei durchschnittlich 9,90 US-Dollar etablierte, will Apple pauschal 30 Prozent des Erlöses für sich verbuchen. Der weltweit größte Verlag, Random House, macht dabei nicht mit. Als einziger von sechs Großverlagen der USA haben sie bislang noch keinen Vertrag mit Apple gemacht.

Das Thema Buch nicht beiläufig im iTunes-Store neben Filmen, Podcasts und Hörbüchern als zusätzliche Rubrik mitlaufen zu lassen, sondern eine vollkommen eigene Shopping-Welt dafür zu schaffen, ebenso wie es schon für die Apps der Fall war, ist strategisch ein kluger Zug, assoziiert sie Verlagen doch die Relevanz und das Potenzial in Equivalenz zum App Store.

Auch hierzulande dürften sich die Buchverlage die Entscheidung nicht leicht machen, doch es gibt Gründe, die für Apple sprechen: Die digitalen Bücher dürften angemessene Preise erzielen, eine Abgabe von 30 Prozent an Apple ist im Vergleich zum Großhandelsrabatt in Ordnung und schlussendlich scheint Apple die derzeit einzige Chance zu sein, die neue Dekade für den Einstieg ins digitale Zeitalter zu finden. (kg)

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Hat das iPad eigentlich Apples Lexikon integriert? Für mich gehört zu einem E-Book-Reader nämlich unbedingt ein Wörterbuch und Thesaurus. Neben der Schriftgrößenanpassung ist das eines der markantesten Vorteile eines E-Book-Readers gegenüber einem herkömmlichen Buch.

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Ich verstehe nicht wieso kein Mensch den Unterschied sieht? Das Display eignet sich leider nicht für lange Lesesitzungen. Wer einen echten Ebook-Reader besitzt weiß das. Liebe Redakteure: Recherchieren und dann mal wieder die Objektivität einschalten.

Danke

Was allerdings stimmt: Itunes als Shop-Plattform ist perfekt. Vor allem die Nutzung von DRM-Freien epub Format. So kann ich bequem bei Itunes einkaufen aber auf einem echten Reader lesen.

Ansonsten wie immer ein stylisches Teil

Bild von Gast

Bei aller Sympathie zu Apple: Ich bin in der Buchbranche tätig und weiß, dass dort das große Zittern umgeht, wenn das gedruckte Buch verdrängt wird. Bequemlichkeit beim Online- Einkauf hin oder her: Nicht alles, was technisch geht, ist wirtschaftlich sinnvoll. Denken Sie nur an das Druckereri-Gewerbe, an die Logistik, an alle die Jobs, die getan werden müssen, bis das gedruckte Buch endlich über den Ladentisch gehen kann. Hier werden ohne Not Zigtausende von Arbeitsplätzen vernichtet. Und man denke nur an den ungeheuren Komfort eines Taschenbuchs: Es kann runterfallen, braucht keinen Strom, man kann am Strand Sand reinrieseln lassen, es in der Sonne liegen lassen und es in der Badewanne lesen. Es darf auch nass werden.

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Als Informatiker weiß ich eines:
Will man Nachrichten (neudeutsch und verallgemeinert content) möglichst rasch und endgültig beerdigen, dann veröffentlicht man digital.
Wir sind heute in der Lage 5000 Jahre alte Texte zu lesen.
Aber: Wir können heute nur mit erheblichem Aufwand digitale Archive lesen, die 20 Jahre alt sind. Haben Sie den entsprechenden Rechner und die nötige Software zum lesen solch 'antiker' Formate?
Man sollte realistisch sein und zwischen fast food und der richtig-gekocht-Küche unterscheiden. Natürlich lese auch ich online rasch zu konsumierende Informationen (z.B. eben hier), eben das McDonalds Pendant zu den Nachrichten eines gedruckten Buches / einer Zeitung.
Viel 'Spaß' beim lesen der 'Zeit' oder eines 1000 Seiten Romans am Bildschirm, auch wenn er etwas portabler ist als der übliche TFT.
Tolle Sache auch, wenn ein einziges Unternehmen den Zugang zu den Inhalten monopolisiert.
Wir reden in diesem Fall nicht vom iTunes Store für Musik, der nicht der einzige Inhaltelieferant hat.
Als Apple Anwender (seit 25 Jahren) bin ich gerade von dieser Firma in mehrfacher Hinsicht besseres als das iPad gewohnt.
Das iPad ist ein Rückfall in die Zeit geschlossener Systemwelten, in der ein einzelner Anbieter Hardware, Software und Anwendungen kontrolliert hat.
Nur durch ein für andere Inhalteanbieter offenes iPad bedingt eine gänzlich andere Situation.
Übrigens: Ein Buch oder eine DVD kann ich verleihen oder geliehen bekommen.
Sich als Käufer auf Geräte wie das iPad zu kaprizieren erscheint mir im Ansatz unüberlegt und voreilig.

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