|
Verfasst am:
Di 4. Sep 2012, 08:40 |
|
Da hier immer wieder von PowerMac und G5 (immerhin schon vor sechseinhalb Jahren abgelöst und seither mehrfach auf den neusesten Stand gebracht) als sogenannten aktuellen Macs die Rede ist, gehe ich mal davon aus, dass Ihr ohnehin nicht so ganz auf der Apple-Schiene seid.
Was ich merkwürdig finde, ist der laute Ruf nach neuer Hardware bei gleichzeitigem Niedermachen eben dieser neuen Hardware (vgl. Retina-Display). Das hört man leider sehr oft: Apple soll gefälligst alles so erneuern, wie es MIR passt. Dass vielleicht andere Menschen andere Bedürfnisse haben, ist dabei stets egal.
Und ebenso tönt da die Bereitschaft, gerne mehr für hochwertige Apple-Produkte zu zahlen, gleichzeitig aber das mangelnde Geld (wenn mir einer das Geld in die Taschen stopft, kaufe ich auch) zu beklagen. Wenn ich kein Geld habe, kann ich mir auch die preiswerten Dinge nicht leisten. Und wenn ich – wie vom Poster geschrieben – einen noch aktuelleren Mac Pro will (ich setze mal voraus, dass das PowerMac-Gerede so zu deuten sei), gleichzeitig aber die mangelnde Größe der MacBook Pro bemängele, weil ich ja eh auf einem tragbaren Rechner arbeiten will, dann frage ich mich allen ernstes, was den nun wirklich gewollt ist.
Ich arbeite seit 1989 tagtäglich fast rund um die Uhr mit Macs. Ich habe auch einen aktuellen Mac Pro in meinem Fuhrpark und kenne keinen aktuellen PC, der ihm ebenbürtig ist und dabei preiswerter. Bei Notebooks ist das noch extremer. Was nützen mir 17"-Medion-Acer-Lenovo-Sonstwas, wenn selbst ein 13" MacBook Pro schon eine höhere Auflösung besitzt? Warum wird hier von professioneller Arbeit gesprochen und dann mit Amateur-Equipment verglichen? Nach wie vor ist vergleichbar gute (!) Windows-Hardware in der Regel ebenso sehr teuer, wie gute Apple-Hardware. Aber sie ist nicht so langlebig. Gerade professionelle Mac-User wollen doch meist gar nicht so oft wechseln. In meinen Augen sind die großen Jammerer genau die, die eigentlich gar keinen aktuellen Mac brauchen. Oft auch die (ist jetzt aber nicht auf den Poster bezogen!), die ihn gern hätten, aber sich nicht leisten können. Es ist modern, auf Dinge zu schimpfen, ohne sie zu kennen, über die man meist nur gelesen hat und sich daraufhin zum großen Fachmann erklärt. Da setze ich lieber auf meine Erfahrung. Und die ist nun einmal ganz anders, als die hier beschriebene. Ich kann hervorragend, verlässlich und effektiv an Macs arbeiten. An aktuellen ebenso, wie an Macs, die schon etwas in die Jahre gekommen sind. Mit PCs habe ich immer wieder das Gegenteil erlebt und muss es leider auch aktuell immer wieder erleben, da viele Geschäftspartner natürlich welche nutzen.
Wenn ich mir vorstelle, ich müsste auf einen Windows-PC wechseln, denke ich als professioneller User, der sein Geld mit den Machinen verdienen muss, auch an die Software. Allein die Lizensierung der vielen Programme würde so viele Tausender verschlingen, dass es sich schlicht nicht lohnt. Von den immer noch unvergleichbar höheren Wartungs- und Ausfall-Kosten der Windows-Geräte ganz abgesehen.
Ich empfehle auch dringend, nicht über ungelegte Eier zu jammern. Noch wissen wir alle nicht, wohin sich die Macs entwickeln, auch wenn wir meinen, den Trend zu erkennen. Und was den Workflow angeht: warum schimpfen immer alle über Apple und die iCloud, die man ja nicht für seine Kundendaten nutzen muss (ich tue das jedenfalls nicht), kaum jemand aber über Adobe, die z. B. mir, der ich schon mit den ersten Photoshop- und Illustrator-Versionen gearbeitet habe, vor den Kopf stossen, indem sie neue Funktionen erst mal ihren Abo- (also Cloud-) Kunden zur Verfügung stellen. DAS ist eine schlimme Entwicklung in meinen Augen. Adobe verprellt viele Nutzer, die von Anfang an dabei sind. Und DAS Problem ist auch noch Plattform-unabhängig.
|