Dieser Artikel enthält ein Verfallsdatum. Ein ziemlich konkretes sogar. Am kommenden Montag, den 06. Juni 2011 um 19 Uhr deutscher Zeit wird verbessert, ergänzt (und vielleicht sogar bestätigt), was ich mir von der diesjährigen WWDC-Keynote erwarte. Denn machen wir uns nichts vor: Prognosen sind oft (auch) nichts anderes als abgespecktes Wunschdenken.
ANZEIGE
Also: Was wünsche ich mir?
Neue Hardware, soviel ist sicher, bleibt diesem Programmierer-Ausflug fern. Apples ungewohnte Auftakt-Pressemitteilung schraubte die Erwartungen dafür bereits zurück. Diesmal geht's um Software, und um Software allein. Mit dem vorbereitenden Mac-App-Store-Update, das bereits an Entwickler verschickt wurden, gehe ich von einer zeitnahen 10.7-Veröffentlichung aus. Der Löwe dürfte als vergoldetes Download-Häppchen noch vor Ort in Besucherhände gelangen. Wenige Tage später wird er für uns alle von der Leine gelassen - natürlich über den Mac App Store. Eine aggressive Preisgestaltung erscheint mir (mittlerweile) mehr als wahrscheinlich. Sollte das Update doch die Marke von 50 US-Dollar überschreiten, legt man ein einjähriges iCloud-Abo als Rabatt obendrauf.
Wolkig mit Aussicht auf Sync
Apple kam der Namensweihe seines neuen Online-Services 'iCloud' in einer Pressemitteilung zuvor. Zwei Tage später kippte man einen Schalter für den dazugehörigen DNS-Eintrag, der Apple als Inhaber enttarnt. Die Vorab-Ankündigung war deshalb ein notwendiges Übel. Ohne Frage: Die Erwartungen an den neuen Service sind hoch und werden dadurch sicherlich an der einen oder anderen Stelle enttäuschen. Ich erwarte, dass bereits über iTunes gekaufte Songs ohne Upload auch auf mobilen iOS-Geräten abzuspielen sind. Für TV-Serien und Filme folgt eine solche Anbindung erst später. Der schnarchenden iDisk gehört die Dropbox-Keule übergezogen und der Dienst vollständig ins Ökosystem integriert. Wer mehr als einen Mac sein Eigen nennt, synchronisiert iLife-Bibliotheken nebst iOS-Spielständen. Auch iWork tauscht Dokumente ohne separaten Export aus. (i)Chat-Nachrichten synchronisieren sich zwischen Desktop, Tablet und Telefon. Nach 'Locationgate' fasst man das GPS-Thema 'Freunde finden' sicherlich etwas vorsichtiger an. Basis-Dienste wie der Kalender-, Kontakt- und Lesezeichen-Sync werden kostenlos. Für mehr (Speicherplatz-)Bedürfnisse bleibt die Jahresgebühr erhalten. Der bisherige iTunes-Abgleich mit iPad und iPhone verläuft weiterhin kabelgebunden.
iOS-Perspektiven
Eine erste Beta-Version gibt's nächste Woche. Final sollte spätestens mit einer Hardware-Aktualisierung im Herbst das Update eintreffen. Apple kann sich Zeit lassen: Zwar schließen andere Systeme auf, iOS 4.3 wäre aber wahrscheinlich noch bis Weihnachten ein vergleichbar 'akzeptables' Betriebssystem.
Trotzdem sind umfassende Veränderungen nicht wegzudiskutieren. Bei einem benutzerfreundlichen (Push-)Benachrichtigungssystem ist der größte Hebel anzusetzen. Apple kaufte hier bereits Kompetenz ein. Dabei geht es sowohl um direkte Status-Updates während der Verwendung, aber auch um einer Übersicht mit verpassten Ereignissen - beispielsweise im Standby-Bildschirm. Fingergesten zum schnellen App-Wechsel und eine geteilte Fensteransicht von gleichzeitig zwei Programmen, sollten Gegenstand der Diskussion sein. Widgets wären nett. Beispielsweise um häufig verwendete Einstellungen oder individuelle Kontakte auf dem Homescreen abzulegen. Die systemweite Einbindung von iCloud inklusive Entwickler-Schnittstelle, wie etwa zum Abgleich von Programm-Datenbanken, gibt dem kompletten System einen neuen Drall.
Soweit, und nicht weiter, lehne ich mich mit Vorhersagen aus dem Fenster. Natürlich wäre die Aufzählung beliebig auszubauen. Am Montag dürfen wird gemeinsam über unsere Erwartungen schmunzeln.
Bleiben nur noch zwei Fragen: a) Was wünscht ihr euch? und b) Gibt's einen Livestream?
Wer ist Alexander Olma?
Alexander Olma verSchrieb sich bereits vor über vier Jahren dem iPhoneBlog.de, das er mittlerweile hauptberuflich als ‘Ein-Mann-Show’ mit täglich neuen Text-, Foto-, und Video-Inhalten füttert. Als freier Journalist arbeitet er außerdem für diverse Online- und Print-Angebote und nimmt an (Video-)Podcast-Projekten teil.


Artikel kommentieren
Wird Apple jetzt berechenbar? Nein, wohl eher nicht. Die Erfahrung hat gezeigt, je mehr vor einer Keynote bekannt ist, je größer wird die Wahrscheinlichkeit eines "one more Thing". Seien wir weiter gespannt...
Eines haben die letzten Keynotes auch immer gezeigt: Meistens wurden die Erwartungen viel zu hoch geschraubt, weshalb alle danach ein wenig enttäuscht waren.
Mein Rat deshalb: Erwartungen nicht zu hoch schrauben, dafür umso mehr freuen, wenn die Erwartungen übertroffen werden^^
Also ich wünsch mir ne "Alle-Apps-Beenden-Funktion"
Livestream halte ich für sehr wahrscheinlich, vielleicht ist es aber auch nur Hoffnung...
Ich glaube auch an ein one more Thing, denn wenn alle kein neues iPhone erwarten wird die Überraschung/Freude am größten sein. Jedoch frage ich mich ob sich dann das weisse iPhone 4 für Apple gelohnt hat/hätte. Wir werdens Montag sehen, bittebittebitte mit Livestream.
Ja toll. Punkt 19 Uhr muss ich in der Schule erscheinen -.-
@GastDerum12:40geschriebenhat: Bist du der von TechnikObst?
Ja genau das mit technikobst habe ich mich auch gefragt.
Du hast eine gute resume
Diskutieren Sie mit!
Damit Sie Artikel auf maclife.de kommentieren können, müssen Sie sich bitte einmalig registrieren – bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Die Moderation der Kommentare liegt allein bei maclife.de – kritische Kommentare und sachliche Diskussionen sind erwünscht, Beschimpfungen & Beleidigungen werden gelöscht. Bitte beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.