HALLEFFEKT MIT EINER BEACHTLICHEN FLEXIBILITÄT

Test: Audio Damage EOS

Beat 708.2010 - von Vera Schumacher
EOS
Bewertung:
gut (5.0)
Preis: 49 US-Dollar
Webseite: audiodamage.com
Hersteller: Audio Damage
Eckdaten:
• AU, VST

Wenn die DSP-Bastler von Audio Damage ein neues Plug-in auf die Welt loslassen, heißt es Ohren spitzen! Schließlich genießen die innovativen Kreativeffekte und Soundzerstörer der Softwareschmiede vor allem unter Klangfricklern einen hervorragenden Ruf. Zwar gehören Hallprozessoren nicht unbedingt zu den abgefahrensten Klangmanipulatoren unter der künstlichen TFT-Sonne des virtuellen Studios, jedoch wäre Audio Damage auch nicht Audio Damage, wenn sich ihre neue Kreation EOS nicht auch hervorragend für kreative Klangbearbeitungen eignen würde.

Der Halleffekt bietet drei hervorragend klingende und erfreulich ressourcenschonende Algorithmen, darunter eine Mono- und eine True-Stereo-Plattenhallsimulation. Darüber hinaus ist der Superhall-Algorithmus an Bord, der über eine erstaunlich lange und lebendige Hallfahne verfügt, die besonders bei Piano- und Synthesizerspuren eine gute Figur macht. Insbesondere Ambient-Produzenten werden regen Gebrauch von dem Infinite-Modus machen, der die Decayzeit auf unendlich setzt. Schaltet man diese Betriebsart aus, klingt der Nachhall ohne Artefakte aus. Neben den üblichen Parametern wie Predelay, Raumgröße, Decay und Diffusion ist auch der Effektanteil regelbar. Die Direktheit des Nachhalls lässt sich zudem mithilfe des Attackreglers beeinflussen. Für einen besonders lebendigen Nachhall sorgt bei Bedarf eine in Geschwindigkeit und Intensität regelbare Modulation der Hallfahne. Die Anpassung ihres Klangs erfolgt mithilfe eines Tief- und eines Hochpassfilters sowie durch eine Dämpfung der Bässe und Höhen.

Fazit

Nicht zuletzt dank seiner dichten, beliebig lang anhaltenden Hallfahne setzt sich EOS positiv von Faltungshallprozessoren ab. Dabei legt der Halleffekt eine beachtliche Flexibilität an den Tag, ohne den Benutzer jedoch mit Parametern zu erschlagen. Während sich der Superhall-Algorithmus vor allem für epische Hall- oder Reverse-Reverb-Effekte anbietet, wird man für Drumspuren zu den dicht klingenden Plate-Algorithmen greifen.

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