TOLLE SOUNDS IN ETWAS LIEBLOSER VERPACKUNG

Analogue Solutions Telemark

Beat 10.2009 - von Alexander Weber
Telemark
Bewertung:
gut (5.0)
Preis: 879 Euro
Hersteller: Analogue Solutions

Tom Carpenter, Entwickler feinsten Analog-Equipments, der in den letzten Monaten insbesondere durch den Minimoog-Klone „Leipzig“ und seinen Bass-Synthesizer „TBX-303“ von sich Reden gemacht hat, legt nun mit dem „Telemark“ einen vergleichsweise preiswerten Semimodularen vor. Schaut man genauer hin, erkennt man jedoch einen alten Bekannten, den der Synth basiert vollständig auf dem „Semblance“, jenem SEM-Nachbau, mit dem Oberheim bereits 1974 den wohl ersten Desktopsynth erfand.
Die Klangerzeugung des Telemark greift auf zwei analoge Oszillatoren mit den Wellenformen Sägezahn und Rechteck – natürlich mit regelbarer Pulsbreite – zurück, die in einem Mixer stufenlos überblendet und mit Rauschen sowie einem externen Audiosignal gemischt werden können. Sync und weitere Modulationsquellen, darunter Oszillator-FM, LFO oder Hüllkurven, sorgen schon bei der Klangerzeugung für viel Abwechslung. Durchdacht präsentiert sich das charakteristische 12-dB-Multimodefilter, das mit Hoch-, Tief-, Bandpass und Bandsperre weitreichend in das Spektrum eingreifen kann. Hervorzuheben sind auch die ebenfalls überblendbaren Modulationsmöglichkeiten durch externe Signale und zwei MIDI-Controller.
Das Besondere am Telemark aber ist sein großzügiges Patchfeld, das die rechte Hälfte der Bedienoberfläche einnimmt. Von Oszillator über Filter, Mixer, LFO und Hüllkurve sind hier alle Parameter der wichtigsten Baugruppen als Miniklinken herausgeführt. Mithilfe kurzer Patchkabel kann der Anwender nun den vorverdrahteten Signalweg ergänzen und beispielsweise externe Sounds und Trigger einspeisen, Hüllkurven manuell starten oder die Filtersignale einzeln abgreifen.

Fazit
Der Klang des Telemark lässt sich wohl am besten durch die Adjektive warm, rund, vollmundig und lebendig beschreiben. Dank Patchfeld gehen seine Möglichkeiten weit über die des Semblance hinaus und binden gekonnt modernes Equipment und vor allem MIDI ein. Punktabzug gibt es jedoch für die zwar solide, aber auffällig lieblose Verarbeitung, die leider auch anderen Modellen des Herstellers eigen ist.

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