Die vergangenen Tage in Cupertino waren entspannt. Das Vorbesteller-Kontingent an Verizon-iPhones verkaufte sich überfallartig innerhalb von 18 Stunden. Zur Erinnerung: Es handelt sich um ein acht Monate altes Telefon, das lediglich in einem anderen Netz funkt. Der eigentliche Verkaufsstart in den Geschäften verlief dagegen gesittet. Einige Shop-Betreiber verkalkulierten sich und fuhren Absperrgitter und Sicherheitspersonal für mögliche Warteschlangen auf. Als ein oder zwei Personen verspätet am Veröffentlichungstag dann doch auftauchten, war der Spaß groß. Gute PR-Bilder ließen sich jedenfalls nicht knipsen.
Trotzdem gab es ausgelassene Freudentänze an anderer Stelle: Chipsatz-Hersteller Qualcomm ist in der CDMA-Telefonvariante von Apple mit einem eigenen Mobilfunk-Stein vertreten. Dieser schnurrt bei entsprechendem Antennen-Design auch im GSM-Netz. Das erhöht die ‘Recall’-Chance für einen Auftritt im iPad 2 oder dem iPhone 5. Geräte, die derzeit ohne Frage die meisten Vorab-Punkte im Grand Prix der IT-Branche absahnen. Kein anderer Anbieter produziert im Moment Tablet-PCs und Smartphones derartig am Limit, wie Apple dies tut. Wo soll das bitte alles noch hinführen? Als neu auserkorener Zulieferer, mit Bauteilen in jedem zukünftigen Gerät, streckt man bestimmt einmal kurz die Gewinner-Faust in die Luft.
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Kampf der Titanen
Apropos Mitbewerber: Der von Apple angestoßene Versuch zu einer entspannten Abverkaufswoche ohne Aufregung, wollte die Konkurrenz nicht folgen. Aus einem ganz dunklen Loch krabbelte diesen Mittwoch das webOS-Betriebssystem, das sich HP in Form von Palm letztes Jahr einverleibte. Die Ankündigung von zwei Smartphones und einem flachen Tablet begehren gegen das Duopol von Android und iOS auf. Und das Vorspiel sah gar nicht einmal schlecht aus! webOS rüttelte erstmals Anfang 2009 an den Brettern, die die Smartphone-Welt bedeuten. Trotz hervorragender Kritiken und vielversprechender Aussichten konnten sich Pré und Pixi jedoch nie einen zählbaren Marktanteil erkämpfen. Ob es erst der HP-Akquisition von 1,2 Milliarden US-Dollar bedurfte, um neu durchzustarten, bleibt abzuwarten. Die Produkte und dessen Software stellen sich zum aktuellen Zeitpunkt chancenreich auf, sollen jedoch erst im Sommer erscheinen. Das ist eine lange Zeit in diesem schnelllebigen Markt, in dem neben der nächsten iPad-Generation noch unzählige Honeycomb-Android-Tablets mit den Hufen scharren.
Der HP-Deal ist jedoch auch ein direkter Angriff auf Microsoft. webOS soll zu einem späteren Zeitpunkt im laufenden Jahr außerdem auf PC-Systemen installierbar sein. Die Nutzerdaten sammelt sich das OS wie fruchtige Beeren aus den einzelnen Social Network-Sträuchern und gleicht diese automatisch über mehrere Plattformen ab.
Microkia, MicroNo? Nokrosoft? NokMsft?
Microsoft dürfte all dies kräftiges Magengrummeln bereiten. Das eigene mobile Betriebssystem ‘Windows Phone 7’ hat die Kritiker zwar nicht komplett verschreckt, so richtig verkaufen wollen sich die Telefone bislang trotzdem nicht. Mit Blick auf den Mitbewerbermarkt war in dieser Woche die E-Mail-Brandschrift vom derzeitigen Nokia-CEO Stephen Elop nicht zu überlesen. Der ehemalige Microsoft-Angestellte - welch’ Ironie - kündigte darin umwälzende Veränderungen an. Ganz genau zugehört hat dabei MS-Chef Steve Ballmer. Seine kleine Geschichte an die Gefolgschaft erzählt von einer “brennenden Plattform” auf der sich Nokia als weltgrößter Mobiltelefon-Hersteller befindet und jetzt “ein Sprung ins eisig kalte Wasser” wagen muss.
Das Gewässer, von dem er hier spricht, ist kein geringeres als der Nordpazifik, an welchem der ‘Windows’-Konzern sein US-Hauptquartier betreibt. Das finnische Traditionsunternehmen plant ‘Nokia Windows Phone’ als primäres Betriebssystem auf sein Hardware-Portfolio zu bügeln. Manche nennen es die “beste Entscheidung seit Jahren”, andere Meinungen zweifeln. Der Aktienkurs stolperte ungeachtet dessen um 10-Prozent einen großen Treppenabsatz nach unten. Doch die beiden Chefetagen stapeln in ihrer gemeinsamen Ankündigung nicht klein und planen “andere Ökosysteme zu zersprengen”. Fest steht: Nokia produziert keine schlechten Telefone und Microsofts ‘Windows Phone 7’-OS findet sich selbst bei größten Kritikern nicht in der Kategorie ‘grausam’. Das man jedoch auch zusammenarbeiten kann, so dass der Markt einen ernsthaften Beifahrer bekommt, bleibt erst noch zu beweisen.
In Cupertino dagegen darf, abseits der konstant präsenten Gerüchte-Front, in der nächsten Woche gerne wieder mehr passieren. Die wohlverdiente Auszeit ist für Apple jetzt vorbei.
Wer ist Alexander Olma?
Alexander Olma verSchrieb sich bereits vor über vier Jahren dem iPhoneBlog.de, das er mittlerweile hauptberuflich als ‘Ein-Mann-Show’ mit täglich neuen Text-, Foto-, und Video-Inhalten füttert. Als freier Journalist arbeitet er außerdem für diverse Online- und Print-Angebote und nimmt an (Video-)Podcast-Projekten teil.






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Habe mich hier voll verhauen Ooops
@ music-anderson:
Versteh deinen Kommentar nicht ganz. Nicht Nokia hat Palm und somit WebOS gekauft sondern HP?
@ autor des artikels:
Echt toll geschrieben. Könntest öfter einen Beitrag hier veröffentlichen. (Deinen Blog werde ich mir mit Sicherheit mal anschauen)
Du hast recht, bin hier durcheinander geraten, aber weisst ja wie es gemeint ist.
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